Nissan Almera (ab 2000)

Gebrauchtwagen Nissan Almera Gebrauchtwagen Nissan Almera

Nissan Almera (ab 2000)

— 13.01.2003

Auffällig unauffällig

Diskreter geht’s nicht: Der Nissan Almera leistet sich kaum Schwächen und keine Star-Allüren.

Karosserie und Technik

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen gebrauchten Almera anzuschaffen, sollte vorher erst mal beim Nissan-Neuwagenverkauf reinschauen. Wie bitte? Ja, richtig gelesen. Das wichtigste Argument gegen einen alten Almera liefert ausgerechnet der Hersteller selbst. Die Nissan-Bank finanziert neue Almera ohne Anzahlung und zu einem Zinssatz von null Prozent. Solche Konditionen bieten für gewöhnlich nur Darlehen innerhalb der Familie.

Da aber selbst ein Almera in die Jahre kommt und jeder gerne wissen möchte, wie sein Wagen später aussieht, schauten wir uns einen drei Jahre alten Fünftürer genauer an. Der erste Eindruck überzeugt: Im Gegensatz zum Dauertest-Almera fanden wir hier keinen Rost an der Karosserie. Nur etwas Gammel am Auspuff, was nach 46.000 Kilometern durchaus tolerierbar ist. Der optische Zustand lässt vermuten, dass der Erstbesitzer sein Auto regelmäßig in der Garage parkte. Vorsorge kann nie schaden: Wer seinen Almera noch lange Zeit ohne Rost am Blech fahren will, lässt den Wagen kräftig mit Hohlraumschutz fluten und dick Unterbodenschutz auftragen. Damit steht einer rostfreien Zukunft nichts im Weg.

Der TÜV stellte in den letzten fünf Jahren für den Almera keine nennenswerte Hürde dar, auch der Vorgänger (Typ N15) unseres Testwagens hat keinen einzigen roten Balken, der auf Schwachstellen hinweist. Achsen, Lenkung, Auspuff – wenn hier etwas kaputt ist, liegt es selten am Fahrzeug. Meist war es der Besitzer, der den Kompakten beschädigte.

Qualität und Marktlage

Auch bei den Zuschriften an den Kummerkasten sieht es nicht anders aus: Probleme sind meistens das Resultat fehlender Wartung. Ein komplettes Serviceheft ist Pflicht für so einen jungen Gebrauchtwagen, niemand sollte darauf verzichten. Wenn es nicht vorhanden ist, besser ein anderes Angebot wählen. Was allerdings gar nicht so leicht ist, denn es fehlt dem Markt momentan vor allem an jungen Fahrzeugen, also älter als Vorführwagen und jünger als drei Jahre. Wer so einen Gebrauchten gefunden hat, darf sich das Feilschen sparen.

Diese Autos suchen nicht lange nach ihrem neuen Besitzer. Trotz aller Qualität ist ein kritischer Blick immer angebracht. Reflektiert der Lack gleichmäßig, stimmen alle Spaltmaße? Die Probefahrt führt stets über eine schlechte Straße, auf der sich Verarbeitungsmängel hörbar machen. Und wie bei den meisten Nissan haben wir auch bei mehreren Almera hakelige Getriebe bemerkt. Flutschen die Gänge nicht wie geschmiert, ist ein Getriebeöl-Wechsel ratsam.

Quietschende Bremsen lassen sich ebenso einfach beseitigen. Klötze ausbauen, Ablagerungen abklopfen, Bremssattel reinigen – und wieder zusammenbauen. Bleibt noch die Sache mit dem Wertverlust. 36,6 Prozent verlor unser Gebrauchter in drei Jahren. Der alte N15 ist nicht weniger wertstabil, innerhalb von fünf Jahren verliert ein 90-PS-Almera 54 Prozent. Und dank der Nachfrage sollte der Verkauf kein großes Problem bereiten.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/95 Neueinführung des Nissan Almera N15 in Deutschland, er löst den Nissan Sunny ab 9/96 neuer 2.0 Diesel (75 PS) und 2.0 GTi mit 143 PS 3/00 Präsentation des Almera N16. Motoren: 1.5 (90 PS), 1.8 (114 PS), 2.2 Di mit 110 PS 6/00 Der Almera Tino, ein Van mit Almera-Basis, vergrößert das Angebot und ist mit einer stufenlosen CVT-Automatik erhältlich 10/02 leichtes optisches Facelift

Schwachstellen Bremsscheiben und -klötze gelten zwar als sehr haltbar, allerdings beobachteten wir schon bei mehreren Fahrzeugen starken Abrieb am Bremssattel, dieser bewirkt lautes und lästiges Quietschen • Rost an tragenden Teilen war bereits am alten Almera N15 häufig zu bemerken, nachträglicher Hohlraum- und Unterbodenschutz kann schlimmere Schäden verhindern • der Nockenwellensensor gilt als anfällig und wurde von Nissan im Rahmen einer Rückrufaktion ausgetauscht • ein defektes Abgasrückführungssteuerventil sorgte nicht nur bei unserem Dauertest-Wagen für Vibrationen im Leerlauf und Leistungsverlust, auch von unseren Lesern wurde uns dieses Problem schon mehrmals geschildert

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Nissan Almera, 84 kW/114 PS, Baujahr 2000. Verschleißteile liefert der Fachmarkt, Original-Teile sind auffallend teuer. Für Gebrauchtteile gibt es bei diesem jungen Auto noch keinen Markt.

Fazit und Modellempfehlung

"Der gebrauchte Nissan Almera ist eine sichere Bank, kaum ein Fahrzeug dieser Klasse kann mit vergleichbarer Verarbeitung und Gebrauchtwagen-Qualität überzeugen. Nachdenklich stimmen jedoch der Rost am Dauertestwagen und die negative TÜV-Beurteilung im Kapitel "Korrosion an Rahmen und tragenden Teilen" des Vorgängers. Hier zeigt der kompakte Japaner Schwächen. Doch wer hier nachträglich Hohlraumschutz aufbringt, gewinnt mit dem Almera einen zuverlässigen Alltags-Wagen für viele Jahre." Nikolaus Eickmann, Kfz-Mechaniker und AUTO BILD-Redakteur

Modellempfehlung Nissan Almera 1.8 (84 kW/114 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 90 Euro im Jahr/D4 Testverbrauch: Werksangabe 7,5 Liter, gemessen 8,8 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (18/504 Euro SB): 935 Euro. Teilkasko (24/151 Euro SB): 156 Euro. Haftpflicht (15): 856 Euro (Basis: Ontos-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 100 bis 200 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 37 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis)

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.