Nissan Almera Tino (ab 2000)

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Nissan Almera Tino (ab 2000)

— 12.03.2004

Nissans Mauerblümchen

Der Almera Tino ist zwar zuverlässig, aber nicht frei von Fehlern.

Karosserie und Qualität

Mauerblümchen, so lehrt uns das Lexikon, stehen im Abseits, werden wenig beachtet – wie der Nissan Almera Tino, der zwischen den strahlenden – weil marktbeherrschenden – Renault Scénic, Opel Zafira oder neuerdings VW Touran nur wenig Zuspruch findet. Woran das liegt?

An der Variabilität der Sitzlandschaft sicher nicht, denn auch im Tino lassen sich die drei hinteren Einzelsitze herausnehmen oder umgruppieren. Eher schon am knapperen Raumangebot, denn die zahlreichen Verstellmöglichkeiten der Lehnen nützen nichts, wenn es an Knieraum mangelt. Wer hinten Erwachsene einladen möchte, wird zwangsweise den Mittelsitz entfernen und die Außenstühle nach innen versetzen müssen, um den maximalen Verstellbereich und die klassenübliche Bewegungsfreiheit zu bekommen.

Immerhin sitzt es sich vorn tadellos auf bequemen Sesseln, und auch die eigenwillige Instrumentierung gibt keine Rätsel auf. Die Verarbeitung des Interieurs befriedigt hingegen nicht, intensive Klappergeräusche von den zahlreichen Ablagen-Deckeln und den hinteren Sitzen kennen wir sonst nicht von Nissan. Auch die Rostvorsorge ist erschreckend dürftig und sicher nicht allein auf den Produktionsstandort im spanischen Barcelona zurückzuführen.

Motor und Getriebe

Immerhin bescheinigt der ADAC dem Tino überragende Zuverlässigkeit. Auch wenn der AUTO BILD-Kummerkasten dies nicht in allen Punkten bestätigt: Dort sind eine Hand voll Diesel-Tino verzeichnet, die entweder Zylinderkopf- oder Getriebeschäden haben oder beides – einer bereits nach 42.000 Kilometern. Betroffen von den gerissenen Zylinderköpfen sind jedoch nur Diesel der ersten Generation mit Verteilereinspritzpumpe bis April 2003.

Und auch Getriebeschäden scheinen ab diesem Zeitpunkt kein Thema mehr zu sein, wobei der 136-PS-Diesel ohnehin über eine komplett neu konstruierte Sechsgangschaltbox verfügt. Von den Benzinern sind übrigens kaum Störungen bekannt, außer gelegentlichem Versagen der Motorelektronik. Aber davor ist derzeit kein Autohersteller gefeit. Positiv: Alle Motoren im Almera Tino verfügen über einen wartungsfreien Kettenantrieb der Nockenwellen, verzichten auf den generell schmutz- und spannungssensiblen Zahnriemen.

Der dritte Problempunkt im Kummerkasten betrifft die Klimaanlage: Geräusche, Gerüche und gelegentlicher Verlust des Kältemittels werden von einigen Lesern beanstandet, außerdem in seltenen Fällen der Ausfall des Klima-Kompressors. Probleme, die das wahlweise lieferbare Schiebedach nicht kennt. Trotzdem raten wir stets zum Kühlapparat damit der Tino beim späteren Wiederverkauf nicht erneut als Mauerblümchen dasteht.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 7/00 Vorstellung des fünfsitzigen Minivans auf Basis der Almera-Limousine. ABS, Front- und Seitenairbags serienmäßig. 1,8-Liter, 114 PS, und 2,0-Liter, 136 PS, mit CVT-Getriebe; 2,2-l-Diesel, 114 PS. Drei Ausstattungslinien: Basis, Comfort und Elegance, manuelle Klimaanlage ab Comfort serienmäßig 4/03 Modellüberarbeitung: Neue Ausstattungslinien visia, acenta und tekna, Klimaautomatik ab acenta Serie. Leistung des 1,8-l-Benziners auf 112 PS gesenkt, neue Common-Rail-Diesel nun mit 112 oder 136 PS im Angebot

Schwachstellen • Elektrik ist die Achillesferse des grundsätzlich sehr zuverlässigen Almera; außer am Generator und an der Batterie kann es auch zu Störungen in der Motorsteuerung kommen, wovon Diesel und Benziner gleichermaßen betroffen sind • Zylinderkopf der Dieselmotoren gilt als typische Schwachstelle, je nach Beanspruchung muss das Teil schon nach 40.000 Kilometern wegen Rissbildung und Wasserverlust ersetzt werden • Getriebe scheinen für das hohe Drehmoment der Diesel nicht ausreichend standfest zu sein, beginnen frühzeitig zu heulen • Bremsanlage ist für den recht schweren Almera Tino etwas knapp dimensioniert, zeigt hohen Verschleiß an Scheiben und Belägen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Nissan Almera Tino Comfort 1.8, 84 kW/ 114 PS, Baujahr 2001. Wie bei vielen Japanern sind die Blechteile recht teuer, auch der Preis für die Bremsscheiben ist ziemlich happig.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Nissan Almera Tino gehört zwar zu den zuverlässigsten Fahrzeugen auf dem Markt, doch gerade bei den Dieseln heißt es aufpassen, sollen nicht teure Zylinderkopf- und Getriebeschäden die Bilanz verhageln. Wenn also die Zahnräder jaulen und der Kühlwasserstand nicht stimmt – Finger weg. Von den beiden Benzinern hingegen sind – von gelegentlichen Marderbissen und spinnender Zündelektronik mal abgesehen – kaum Probleme bekannt geworden, sodass diese im Zweifel die bessere Wahl sind." Hendrik Dieckmann, AUTO BILD-Mitarbeiter und Kfz-Mechaniker

Modellempfehlung Comfort 1.8 (84 kW/114 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 122 Euro im Jahr/Euro 4 Testverbrauch: Werksangabe 7,7 Liter, gemessen 9,0 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (17/300 Euro SB): 865 Euro. Teilkasko (25/151 Euro SB): 163 Euro. Haftpflicht (13): 630 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 200 bis 400 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 37 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1200 Euro Verlust





Gestörte Ströme: In Einzelfällen wurden leere Batterien beobachtet

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