Zwei Experten in Sachen Japan-Tuning wagen sich an den GT-R und treffen sich bei AUTO BILD SPORTSCARS zum Duell der Konzepte: Brömmler gegen Importracing.
Manuel Iglisch
Japan ist das Zentrum exzessiver Tuning-Gelüste – und der GT-R meist deren Hauptdarsteller. Man hat nur ein Ziel: den schnellsten Nissan noch schneller zu machen. Die Sache hat aber zwei Haken. Zum einen ist es seit Einführung des R35 gar nicht mehr so leicht, den rollenden Hochleistungsrechner noch schneller zu machen; zum anderen fallen die "japanischen" Methoden dabei nur selten unter das, was man hierzulande legal nennen könnte. Zwei Experten der automobilen Japanologie haben sich in Deutschland dennoch behauptet. Und treten nun an zum Duell der Konzepte: Brömmler gegen Importracing.
Krasser und vor allem schneller als Brömmler kann man einen GT-R kaum noch abstimmen.
Bild: Ronald Sassen
Brömmler 285er-Walzen sattelt Brömmler derzeit auf alle viere. Künftig sollen noch einige Millimeter dazukommen. Dahinter sitzt ein eigens abgeschmecktes KW-Fahrwerk, neue obere Tragarme winkeln die Räder auf drei Grad Negativsturz, stärkere Stabis schärfen Einlenkverhalten und Lenkpräzision. Längsdynamisch greift Brömmler einmal mehr auf das AMS-Alpha-9-Kit mit überarbeiteten Ladern, größerem Ladeluftkühler, optimiertem Ladungswechsel, neuen Einspritzdüsen und zusätzlichen Benzinpumpen zurück. Macht, wenn hochoktaniger Rennsprit die Zylinder flutet, summa summarum 900 PS, deren 780, wenn der TÜV segnen soll, und irgendetwas dazwischen, wenn man in alter GT-R-Tradition nicht die Zahlen, sondern deren Resultate sprechen lässt.
Auf 300 landet der Tuner mit 30,0 Sekunden dort, wo man die Grenze des mit Serienladern Machbaren vermutet.
Bild: Ronald Sassen
Importracing Getriebeseitig bleibt Importracing der Serie treu. Doch weshalb sollte er auch aufritzeln, wo er sich doch auf eine wesentlich mildere sowie ungleich günstigere Leistungsstufe beschränkt. 626 PS und 800 Newtonmeter tüftelt er via Elektronik, Luftfilter und Sportkats aus der Maschine. Deutlich mehr Aufwand investiert der Tuner dafür in die Bremse. Importracing verbaut eine Alcon-Komplettanlage mit Sechskolbensätteln rundum, 400-mm-Scheiben vorn, 385-mm-Scheiben hinten und Stahlflex-Leitungen. Der Unterbau wird hingegen auf ähnlichem Wege versorgt. Auch der blaue GT-R steht auf KW-Beinen, die mittels stärkerer Stabis auf Position gehalten werden (Sturz vorn: -2,2°; hinten: -1,45°) und über Michelin-Super-Sport-Pneus geerdet sind. Den kompletten Artikel gibt's auch im Online-Heftarchiv als PDF-Download.
Fazit
von Manuel Iglisch
Brömmler radikalisiert nach (fast) allen Regeln der Kunst und fährt längs- wie querdynamisch absolute Bestwerte heraus. Weshalb es dennoch nicht zum Sieg reicht? Weil Importracing mit vergleichsweise bescheidener Leistung dranbleibt, dabei das Alltagsauto bewahrt und obendrein noch wesentlich günstiger ist.