Nissan Michelangelo im Test

Nissan Michelangelo: Wohnmobil-Test

Klappt richtig gut

Nissan hat mit Westfalia geflirtet, herausgekommen ist: ein Michelangelo! Wir durften den neuen Campingbus schon mal fahren und, viel wichtiger, ein bisschen in ihm Probe wohnen.
Nissan und Westfalia vertrauen ihrem gemeinsamen Produkt so weit, dass sie ihm eine Fünfjahresgarantie für Fahrzeug und Ausbau mitgeben. Nur alle zwei Jahre oder 40.000 Kilometer muss der Nissan Michelangelo zum Service. Klingt nach einem ziemlich sorgenfreien Einstieg ins Campingbusseln, oder? Fanden wir auch – und haben uns ein Vorserienmodell des Michelangelo an unsere Teststrecke in Speyer liefern lassen. In strahlendem Sonnenschein weckt er hier schon fast Sommerferienfeeling und zeigt, was Kluges in ihm steckt.

Michelangelo hat 'ne große Klappe, finden Sie? Stimmt nicht, es sind zwei. Er hat auch noch eine große Heckklappe. 

Das ist er: Ein sehr automotives Wohnmobil. Das fängt ganz vorn unter der Haube schon an: Hier muss sich niemand verrenken, wenn mal der Kühlflüssigkeitsstand kontrolliert oder Scheibenwaschwasser nachgefüllt werden muss. Nissan hat sogar den Öleinfüllstutzen verlängert und einen zweiten Bremsflüssigkeitsbehälter montiert, damit alles leicht erreichbar ist. Spitze! Im Cockpit geht es ähnlich weiter. Die Bedienelemente erklären sich selbst, die drehbaren Fahrerhaussitze sind vielfach verstellbar und bieten guten Seitenhalt, das Smartphone ist ruck, zuck mit dem optionalen Nissan-Connect-Multimediasystem verbunden. Dessen Sieben-Zoll-Touchscreen zeigt auch Naviinformationen an.
Klar, Nissan hat nicht die Nacktausgabe seines mittelgroßen Transporters als Basis für den Michelangelo ausgewählt, sondern die High-End-Bus-Variante Premium. Die glänzt beispielsweise mit Licht- und Regensensor, Einparkhilfe, Rückfahrkamera, Zweizonen-Klimaanlage, Tempomat, Lederlenkrad sowie Fahrer-, Beifahrer-, Seiten- und Window-Airbags vorne. Preis: ab 40.395 Euro. Hinzu kommt das durchdachte Michelangelo-Ausbaupaket von Westfalia für 17.600 Euro. Damit wird der NV300 zum vollwertigen Campingbus. Weil Westfalia aber Westfalia ist, muss er das nicht immer sein. Das Ausbaukonzept ist sehr variabel: Sitze, Bett und Tisch sind herausnehmbar. Alternativ kann man auch zwei weitere Sitze (je 1150 Euro) einbauen, wodurch der Michelangelo zum Sechssitzer wird. Ein alltagstauglicher Allrounder also, der mit zwei Meter Höhe sogar in viele Garagen passt. 
Das hat er: Ein schickes, leicht bedienbares GFK-Aufstelldach, das Westfalia extra entwickelt hat.

Im Dachbett liegt es sich bequem und luftig. Mit 2 x 1,35 Metern ist es allerdings nicht riesig.

Darin schläft es sich auf der Kaltschaummatratze mit Tellerfederung echt bequem, LED-Leuchten sind auch da. Im Wohnbereich warten ein weiteres Klappbett (zwei Meter lang, aber nur 1,25 Meter schmal) und eine komplett ausgestattete Küche. Die Wassertanks liegen im Geschränk, was sie vor Frost schützt, wenn's die timergesteuerte Eberspächer-Dieselheizung innen mollig warm macht. Der Clou ist natürlich das stabile Bodenschienensystem, in dem bis zu vier Einzelsitze (mit Isofix und Top-Tether-Ankerpunkten) variabel platziert werden können. Mit passenden Zurrösen dient es zur Ladungssicherung. Insgesamt beeindruckt der Michelangelo mit gediegener Verarbeitung und angenehmer Materialauswahl. Optional gibt es etwa die Markise (890 Euro) oder ein Außenduschset (65 Euro) für Unerschrockene. Verschiedene Fahrrad- und Surfbrett-Träger sind in Vorbereitung.

Angenehme Atmosphäre, solide Materialien und routinierte Verarbeitung machen Spaß.

So fährt er: Leichtfüßig, agil, fast spielerisch. Der Michelangelo macht Spaß! Sein 145 PS starker Euro-6-Diesel mit SCR-Kat stemmt dank Bi-Turbo-Aufladung schon bei 1500 Umdrehungen 340 Nm. Das erleichtert das lockere Mitschwimmen im Stadtverkehr, wo die Start-Stopp-Automatik beim Spritsparen hilft, und entspannt auf der Autobahn. Serienmäßig gibt's einen Tempomat, aber auch gegen Mehrpreis kein Automatikgetriebe. Leider! Viel wichtiger: Der kleine Camper bleibt in allen Fahrdynamik-Tests stabil und sicher. Sein ESP regelt allerdings an der Vorderachse recht stark, wodurch deutliches Untersteuern auftritt. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt – klar, es muss ja auch knapp 2,9 Tonnen Maximalgewicht tragen. Trotzdem bleibt es ausreichend komfortabel.

Nissan Michelangelo im Test

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Alexander Failing

Fazit

Glückwunsch, Nissan: Mit dem Michelangelo ist euch die Rückkehr zu den Reisemobilen gelungen! Der NV300 ist ein wendiges und komfortables Basisfahrzeug, mit dem der gelungene Westfalia-Ausbau prima harmoniert. Nur am Preis könntet ihr noch was drehen. Also abwärts, natürlich.

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