Nissan Micra (ab 2003)

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Nissan Micra (ab 2003)

— 31.05.2005

Der läuft rund

Nissans Micra ist das Rundstück unter den Kleinwagen. Knusprig im Design und technisch (meist) bekömmlich.

Karosserie und Fahrwerk

Da haben sich die Nissan-Leute sicher mächtig erschrocken: In der neuesten Pannenstatistik des ADAC ist der aktuelle Micra unzuverlässigster Kleinwagen des Baujahres 2004. Immerhin 13,9 von tausend Stück dieses Jahrgangs will der große deutsche Autoclub am Haken gehabt haben, vom Baujahr 2003 waren es exakt 9,9.

Allerdings korrespondieren die Zahlen des ADAC absolut nicht mit denen des AUTO BILD-Kummerkastens. Bei uns sind von allen Micra der aktuellen Baureihe K12 genau zwei gespeichert: Der eine ging mal während der Fahrt aus, der andere wurde mit schief angebautem Lenkrad ausgeliefert. Wobei der arme Kunde an einen starrsinnigen Händler geriet, der ihm unterstellte, gegen einen Bordstein gefahren zu sein. Was dem Micra vermutlich nichts ausgemacht hätte, seine Radaufhängungen sind außerordentlich stabil.

Die Spurstangen beispielsweise sind dafür ausgelegt, auch das schädliche, aber dank Servo mühelose Lenken im Stand auszuhalten. Über die Lebensdauer der Silentbuchsen an den vorderen Dreiecklenkern und der hinteren Verbundlenkerachse hingegen läßt sich noch nichts sagen, dafür ist die Baureihe K12 mit knapp zwei Jahren einfach noch zu jung.

Nicht aber für Kantenrost. Obwohl Nissan im englischen Sunderland, wo die Micras für Europa gebaut werden, nicht mit Unterbodenschutz spart, sind schon einige Schnittkanten und Haltebleche angerostet. Dabei ist der Micra auf diesen Fotos erst 20 Monate alt, hat lediglich zwei Winter mitgemacht. Bleibt für Nissan-Kunden zu hoffen, daß der neue Micra in Sachen Rost nicht in die Fußstapfen seines Vorgängers tritt – die Rost-Statistik des TÜV für den K11 zeigt rote Zahlen.

Motoren und Wartung

Weniger Sorgenfalten verursacht die Mechanik des kleinen Japaners. Die Motoren sind grundsolide, und zumindest die Benziner besitzen keinen langfristig wartungsintensiven Zahnriemen. Den Antrieb der beiden Nockenwellen besorgt eine Kette. Wenn trotzdem mal von durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen die Rede ist, so liegt dies an Kühlwassermangel – manchmal wegen lockerer Schlauchschellen, öfter jedoch wegen Marderbissen in die Gummischläuche. Und ein Wasserthermometer, das drohende Überhitzung anzeigen könnte, besitzt der Micra wie andere Modell leider nicht mehr.

Auch die Diesel könnten es gut gebrauchen, sind Schäden bei ihnen doch gleich viel teurer. Außerdem vertrauen die von Renault zugelieferten Ölbrenner auf einen Zahnriemen – manchmal vergeblich. Weiter auf der Schaden-Hitliste: Undichte Common-Rail-Einspritzungen, Kraftstoffleitungen, defekte Turbolader und vereinzelt auch das Getriebe. Dafür müssen beide Diesel seltener zur Wartung: nur alle 30.000 Kilometer oder zwei Jahre.

Die Benziner hingegen benötigen jährlich oder nach 15.000 Kilometern einen zusätzlichen Ölwechsel, sind zum Ausgleich aber mit preiswerterem Schmierstoff zufrieden. So erscheint der kleine Benziner unterm Strich als echte Empfehlung. Und um seine Zuverlässigkeit sollten sich weder Nissan noch seine Fahrer zuviel Sorgen machen.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1/93 Einführung der zweiten Modellgeneration (K11).Zwei Benzinmotoren mit 55 und 75 PS 3/95 Fahrerairbag serienmäßig 1/96 Facelift 3/98 Modellpflege, Beifahrerairbag und Gurtstraffer serienmäßig 2/03 Einführung der aktuellen Generation K12. 1,2-l-Benziner mit 65 und 80 PS, 1,4-Liter mit 88 PS und ein 1,5-l-Diesel mit 65 PS 9/03 zusätzlicher 1,5-l-Diesel mit 82 PS, ESP für 80- und 88-PS-Benziner und 82-PS-Diesel gegen Aufpreis lieferbar

Schwachstellen • Kantenrost ist auch beim neuen Micra erneut ein Problem, bereits nach zwei Wintern zeigen frühe Modell schon wieder leicht angenagte Blechkanten an der Unterseite • Dieselmotor zeigt in Einzelfällen Undichtigkeiten der Common-Rail-Einspritzung, auch defekte Turbolader sind schon vorgekommen • relativ häufig quietschen die Keilriemen, machen Probleme beim Spannen • Wasserverlust und damit verbundene Überhitzungen des Motors werden von lockeren Schlauchschellen und Marderbissen verursacht • Verarbeitungsqualität ist grundsätzlich gut, die Stoffe der Sitzbezüge verschleißen allerdings recht früh, und die Rückbank klappert öfter

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Nissan Micra 1.2, 48 kW/65 PS, Baujahr 2003. Die Lichtmaschine stammt wohl aus der Apotheke, auch Blechteile sind Japan-typisch recht teuer. Bei den Verschleißartikeln hingegen hält Nissan sich zurück.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Sein kindliches Erscheinungsbild spricht eher den weiblichen Teil der Bevölkerung an. Deshalb werden viele Männer nie erfahren, was ihnen mit dem Nissan Micra entgeht: Ein Kleinwagen mit erwachsenen Manieren, der mit seinem handlichen Fahrwerk sogar Spaß machen kann. Erst recht mit einem der beiden spritzigen Diesel, die allerdings im Alltag auch mal Ärger bereiten können. Daher und wegen der geringeren Gesamtkosten raten wir eher zum kleinen Benziner, der immerhin auch Tempo 154 schafft." Hendrik Dieckmann AUTO BILD-Autor und Kfz-Mechaniker

Modellempfehlung Nissan Micra 1.2 visia (48 kW/65 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: ab Ende Steuerbefreiung 87 Euro im Jahr/EU4 Testverbrauch: 6,8 Liter. Werksangabe: 5,9 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (17/500 Euro SB): 558 Euro. Teilkasko (15/150 Euro SB): 86 Euro. Haftpflicht (13): 510 Euro (Basis: R&V-Jahrestarife für Regionalklasse Hamburg, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 150 bis 350 Euro Wertverlust: Zweijährige verlieren rund 35 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 700 Euro Verlust

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