Nissan Micra/Suzuki Swift/Skoda Fabia

— 18.03.2011

Wie gut ist der neue Nissan Micra?

Den Knuddel-Charme hat er abgelegt, doch dafür an Format gewonnen. Wie schlägt sich der neue Nissan Micra im Vergleich der Kleinwagen gegen die profilierten Klassenkameraden Suzuki Swift und Skoda Fabia?



Die Mädels trauerten. Ja, es gab vielleicht sogar einige Tränen, als der Knuddel-Micra im vergangenen Jahr aus dem Nissan-Programm verschwand. Auch unsere Kollegin Daniela Pemöller trauerte dem knuffigen Knackpo des kleinen Frauenverstehers im Vergleich mit dem Renault Twingo nach. Denn der Neue kommt mit viel weniger Charme daher – ein Weltauto eben, das überall gefallen soll und sich gerade deshalb keine Extravaganzen leisten darf. Doch Nissan wirbt mit guten Argumenten für den sachlicher auftretenden Nachfolger. Sechs Zentimeter mehr Länge bei knapp zwei Zentimeter mehr Radstand versprechen mehr Platz, ein neuer Dreizylindermotor weniger Durst – das passt in diese Zeit extremer Benzinpreise. Dazu kommen selbstverständlich Sicherheit und Komfort auf der Höhe der Zeit und als Zückerchen nette Technik-Details. Allesamt innere Werte. Und auf die kommt es ja an, wenn eine Beziehung lange glücklich machen soll.

Überblick: Alle News und Tests zum Nissan Micra

Niedlich war einmal: Der Nissan Micra hat als Weltauto deutlich an Charme eingebüßt.

Da Design zudem Geschmacksache ist, beschränken wir uns also auf die Überprüfung der objektiven Qualitäten des neuen Micra – und laden mit dem Skoda Fabia und dem Suzuki Swift zwei weitere Kleinkünstler zum Vergleich. War gerade von Kleinwagen die Rede? Stopp! Nissan nennt den 3,78 Meter langen Micra (Swift: 3,85 Meter, Fabia: 4,00 Meter) Stadtauto und hat für die Parkplatzsuche ein elektronisches Helferlein im Angebot: den "Parkguide" mit Einparksensoren hinten. In der getesteten Top-Version Tekna ist er serienmäßig, kostet in der mittleren Ausstattungslinie Acenta 500 Euro, wird aber für den Basis-Micra Visia First gar nicht erst an geboten. Der Parkguide wird per Tastendruck eingeschaltet und vermisst in der langsamen Vorbeifahrt die Parklücken rechts oder links vom Auto. Ist eine Lücke groß genug, gibt es eine Empfehlung im Multifunktionsdisplay des Tachos – und zwar in drei Stufen: "okay", "schwierig" oder "nicht ratsam". Je nach Übung kann man den Platzbedarf in drei Stufen vorwählen. Das war’s; denn passend am Lenkrad kurbeln muss man immer noch, dabei hilft Parkguide nicht. Nur die Parksensoren warnen bei zu geringem Abstand. Nicht so richtig hilfreich, zumal der Micra – genau wie seine nach vorn unübersichtlichen Konkurrenten – am Bug ebenfalls Parkpiepser gebrauchen könnte.

Überblick: Alle News und Tests zum Skoda Fabia

Ergonomisch top: Die Sitze im Skoda Fabia geben auch im Pylonenslalom genug Halt.

Mit mehr Erfolg hat Nissan jedenfalls über variable Rücksitze nachgedacht. Denn während im Fabia und im Swift beim Vergrößern des Kofferraums eine hohe Stufe entsteht, erfreut der Micra mit einer ebenen Ladefläche, wenn die Rücksitze – wie in manchen Vans – als Bündel senkrecht gestellt werden. Und mit seinem Laderaum hält der kleine Nissan ( 265 bis 1132 Liter) hier gut mit, der Suzuki bietet jedenfalls deutlich weniger (nur 211 bis 892 Liter). So eignet sich der Nissan auch gut für sperriges Gepäck. Dafür stoßen größere Fondpassagiere mit dem Kopf schnell an den Dachhimmel und mit den Beinen an die Vordersitze. Auch vorn ist der Micra nicht gerade  luftig geschnitten. Zudem bieten seine kleinen weichen Sitze ohne nennenswerte Kontur längst nicht so viel Komfort wie die straffen, mit reichlich Seitenhalt aufwartenden Vordersitze des Swift und des Fabia. Der Skoda hinterlässt auch ergonomisch den besten Eindruck. Man kann das Fabia-Cockpit langweilig nennen, doch es ist funktioneller gestaltet als die Arbeitsplätze der Konkurrenz, wo oft zu viele Funktionen auf engem Raum zu finden sind.

Weitere Details zum Vergleich der drei Kleinen gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen lesen Sie in AUTO BILD 11/2011, ab Freitag, 18. März, im Handel.
Autor:

Michael Harnischfeger

Fazit

Der Micra kann sich nicht als neue Größe etablieren: Er ist kürzer, sparsamer und bietet viel Auto fürs Geld. Aber mit seinen Mängeln beim Komfort und der Qualität lässt der Nissan kein Herz höher schlagen. Das gelingt eher dem Suzuki Swift, der mit seinem Sportgeist auf jugendlich macht, ohne dabei peinlich zu wirken – das kann nicht jeder. Verdienter Sieger wird der Skoda Fabia: Er überzeugt mit dem souveränsten Motor und dem besten Komfort. Ein Auto für alle Tage.



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