Nissan Murano

Nissan Murano Nissan Murano

Nissan Murano

— 13.02.2003

Japans Musterknabe

Die Nase eines Sportwagens, der Komfort einer Limousine – ist das noch ein SUV? Der Nissan Murano wagt in den USA den Spagat zwischen Dreck und Track, zwischen Moos und Mode. Ein Gegner für den kommenden BMW X3.

Konkurrenz für den neuen BMW X3?

Ein Star der Detroit Motor Show stand bei BMW: Der neue X3, kleiner Bruder des X5, wird ab 2004 garantiert ein Erfolg. Denn für das kleine Edel-SUV sieht man bei BMW zunächst keine Gegner. Wir doch! Zumindest in den USA. Dort kreuzt seit Dezember 2002 einer über US-Highways, den wir jetzt erstmals fahren konnten: der neue Nissan Murano.

In keinem anderen aktuellen SUV fließt so viel Pkw-Blut wie im Murano: Da steht ein stämmiger, glatter Kombi, bullig wie ein Sportwagen und mit Heckleuchten wie ein Show-Car. Der Blick über das luxuriöse Interieur verscheucht endgültig jede Blockhütten-Romantik. Es fehlt nichts, von den elektrisch verstellbaren Fernsehsesseln vorn bis zur Zweizonen-Klimaautomatik, dazu die schicke Leder-Einrichtung und Aludekor – genau richtig für Umsteiger von der Limousine.

Was sie gewinnen, das steckt im breiten Heck: wahlweise ein geräumiger Fond (mit verstellbaren Lehnen) und 922 Liter Kofferraum (dachhoch) oder bei umgelegten Sitzen gewaltige 2309 Liter Platz für alles, was der moderne Freizeit- und Familienmensch so bewegen muss. Ein VW Touareg oder ein X5 (1550 Liter) schrumpfen zu Klein-Kombis.

Stufenlos schaltende Automatik an Bord

Noch mehr verblüfft, wie sehr der Murano sich nach Pkw anfühlt. Audi-Ingenieure, die gerade den künftigen A3-Geländewagen entwickeln, waren nach ersten Tests vom Fahrverhalten beeindruckt. Satt und angenehm straff liegt der 1,8-Tonner auf der Straße, die Lenkung fest und zielgenau in der Hand. Steckt halt eine Limousine dahinter – der Nissan steht auf der Plattform des neuen Maxima, der gerade in USA Debüt feierte; nur der Allrad-Antrieb stammt vom X-Trail.

Das heißt: Im Alltag ein Fronttriebler, schickt der Murano erst bei drohendem Schlupf über eine Lamellen-Kupplung Kraft an den Hinterradantrieb. In der Mittelkonsole steckt kein Hebel für die Geländeuntersetzung (hat er nicht), sondern der Knüppel einer stufenlos schaltenden Automatik! CVT – das gibt es in dieser PS-Klasse bislang nur im Audi A6.

Mit dem CVT-Getriebe schleicht der Murano bei entspannten 2000 Touren durch die Stadt, ein Tritt aufs Gas weckt die 248 PS des 3,5-Liter-V6. Subjektiv lässt die Automatik mehr Schlupf zu als im Audi. Aber allein das Vergnügen, ganz ohne Schaltrucke zu beschleunigen, steigert nochmals den Komfort.

Preis und Technische Daten im Überblick

Der Murano kostet in den USA ab 28.739 Dollar. Unser voll ausgestatteter Testwagen kommt auf 36.885 Dollar. Ein Import nach Europa ist bislang nicht geplant. Warum zögert Nissan? Der Pathfinder kam auch viel zu spät aus den USA – und der hatte längst nicht das Potenzial des Murano.

Technische Daten Nissan Murano 3.5 V-6-Benziner • Hubraum 3498 cm3 • Leistung 248 PS bei 5800/min • maximales Drehmoment 333 Nm bei 4400/min • stufenloses Automatikgetriebe • Einzelradaufhängung vorn und hinten • Radstand 2824 mm • LxBxH 4765x1879x1689 mm • Leergewicht 1795 kg (US-Norm) • Tankinhalt 82l • Verbrauch 11,7l Super (USA) • Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h • Preis 36.885 Dollar

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