Nissan Murano: Gebrauchtwagentest

Motor Nissan Murano Gebrauchter Nissan Murano

Nissan Murano: Gebrauchtwagentest

— 23.11.2010

Guter Wagen, fairer Preis

Kaum 10.000 Euro für den eleganten SUV Nissan Murano – das klingt fabelhaft, hält aber der Realität (noch) nicht Stand. Der Gebrauchtwagen-Checker findet ersatzweise ein seriöses Angebot, das insgesamt noch attraktiver ist.

Ein Nissan Murano für 9950 Euro ... gibt's doch nicht. Gibt's doch? Tatsächlich – zumindest in der Internetanzeige. Bis auf das sehr umfangreiche 2008er-Facelift, das nicht unbedingt ästhetischer geriet, ist das Modell noch immer hochmodern, sein Listenpreis liegt bei knapp 50.000 Euro. Und dieser hier (Baujahr '03, 83.000 Kilometer) soll bloß vierstellig kosten. Ein Superangebot. Doch schon die Betrachtung der Fotos weckt Misstrauen: Hier wurden welche von zwei Murano vermischt. Und mindestens einer davon stammt, wie die Kritzelei auf der Heckscheibe eindeutig belegt, von einer riesigen US-Gebrauchtwagenauktion.

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Frei von Abnutzungserscheinungen und Geschmackszweifeln: das gediegene Murano-Interieur.

Immerhin sei das Auto – welches auch immer – noch zu haben, erfahre ich am Telefon. Mehr ist nicht ermittelbar; der freie Händler gibt sich extrem unfreundlich und maulfaul. Einfach vorbeikommen, sagt er, morgen um elf – und legt auf. Als kultivierter Mensch rufe ich am nächsten Tag nochmals an, um dem Typ meine viertelstündige Verspätung anzukündigen. Keine Antwort. Sicherheitshalber will ich wissen, ob der Murano bereitstünde. "Nö, verkauft", lautet die gleichgültige Retour. Ist denn der andere, den er als Nullfünfer für elfneun anbietet, noch da? Ja, ist. Ich bohre weiter: verzollt, Wartungsheft, deutsche Papiere, TÜV – was ist dabei, was braucht das Auto noch? Vorbeikommen, ist die Pauschalantwort.

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Okay, ist denn eine Probefahrt möglich? Nein, das Fahrzeugscheinheft ist vollgeschrieben. Und bis ein neues blanko vorläge, höre ich nach drei weiteren Bohrungen, können zwei Wochen vergehen, doch dann sei der Murano bestimmt schon weg ... Weißt du was, Meister, denke ich genervt, dann bin ich mal weg. Weg von solch einem Widerling, dem Kunden einfach nur lästig zu sein scheinen. Und dessen Offerten zumindest als fragwürdig gelten dürften. Okay, Neustart. Mit diesem hier: Nissan Murano, 90.600 km gelaufen, 15.990 Euro. Das ist deutlich teurer, aber noch immer günstig. Dafür steckt hinter dieser Annonce ein seriöses Angebot, wie ich beim Ortstermin beruhigt feststelle. Er findet bei einem Nissan-Vertragshändler statt.

Keine Wehwehchen

Bei dem übrigens, der diesen Ersthand-Murano im Juni 2005 neu verkaufte und seitdem stets wartete. Rote Nummern sind bereits dran, der nette Verkäufer wünscht gute Fahrt. Die ich habe. Denn an diesem überaus gepflegten Auto stimmt alles. Auch der einzige potenzielle Schwachpunkt der ansonsten als sehr unproblematisch geltenden Modellreihe: die CVT-Gliederkettenautomatik. Die zeigt sich gerade im Gelände- und Anhängerbetrieb als nicht besonders langlebig; der Überhitzung folgt gern ein rupfendes Schließen der Magnetpulverkupplung und der wiederum eine gesalzene Werkstattrechnung. Aber wie gesagt: Dieser silberfarbene, hängerhakenlose Vertreter weist den kritischen Befund nicht auf, wie das sanfte Anfahren zeigt.

1001 Tage Garantie

Langes Leben vor sich: Bei dieser Laufleistung ist der Murano unkritisch – sofern er nicht als Zugwagen diente.

Ersatz für die arg abgefahrenen Vorderreifen ist im Preis mit drin, ebenfalls eine frische Wartung, TÜV neu sowieso. Und die 1000 und ein Tag Garantie, mit der Nissan derzeit wirbt. Deren märchenhafter Reiz muss natürlich relativiert werden, ist sie doch faktisch nicht mehr als eine zeitlich ausgedehnte Reparaturkostenversicherung mit degressivem Leistungsumfang. Aber immerhin. Unterm dicken Strich stellt dieser Murano ein durch und durch stimmiges Angebot zum attraktiven Preis dar. Den muss der Händler indes auch aufrufen, wie er weiß. Eine späte Erkenntnis. Denn das Auto setzt bei ihm seit über einem Jahr Moos an. Teure Inzahlungnahme, mutig für mehr als 20.000 Euro ausgepreist, nicht verkauft, irgendwann die drückende Zinslast – klar, die Kiste muss endlich weg. Gerade jetzt, da die Billigheimer aus den USA kommen, wie die Reizanzeigen im Netz zeigen. Wenn sie kommen ... Fazit von Wolfgang Blaube: Der Nissan Murano ist nur als Automatik-Benziner zu haben – keine perfekte Voraussetzung für schnelle Verkäufe. Aber dafür, viel Auto für wenig Geld zu schießen. Nur sollte die Herkunft stimmen. Und das CVT-Getriebe, das Offroad- und Trailerbetrieb übelnimmt. Ansonsten gilt das elegante SUV als sehr gutes Auto.

Autor: Wolfgang Blaube

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