Nissan NV200 Alpincamper: Wohnmobil-Test

Nissan NV200 Alpincamper: Wohnmobil-Test

— 27.06.2017

Ein superkompakter Kumpel für zwei

Das Ziel: ein günstiges und vollwertiges Wohnmobil, simpel und langlebig ausgebaut. Auf Basis des Nissan NV200 ist das gelungen.

Das ist er: Ein Wohnmobil der Superkompaktklasse. Mit 4,40 Meter Länge und 1,69 Meter Breite passt der rote Flitzer auf Innenstadtparkplätze ebenso perfekt wie in enge Felsnischen unter Kletterwänden. Alpincamper heißt er nicht nur, weil er aus dem schönen Bad Tölz kommt. Sondern weil er für jeden Trip in die Berge der Richtige sein will. Okay. Doch kann das klappen? So wenig Auto für so viel Anspruch? Wohnen braucht schließlich Raum. Doch genau damit überrascht der Kleine, den  Michael Zaiser und Roman Wasilewski bauen: Innen bietet er viel mehr, als beim Blick von außen zu erwarten wäre. Warum kein Caddy? "Der ist viel enger", sagt Michael: "Du sitzt weiter hinten, und oben läuft er schmaler zu." Der Nissan dagegen gibt sich weniger als Hochdachkombi, sondern mehr als kleiner Transporter. Und noch etwas war Michael und Roman enorm wichtig: der Preis. Für schmale 25.990 Euro rollt ein neuer Nissan NV200 Alpincamper zum Kunden, unter der kurzen Haube sitzt dann ein 110-PS-Benziner. Der von uns gefahrene, gleich starke Diesel liegt 2800 Euro darüber beide profitieren von fünf Jahren Garantie und einer Menge Ausstattung. Noch günstiger geht's auch: Dann sucht Michael einen gebrauchten NV200 mit unter 50.000 Kilometern auf dem Tacho. "Fertig ausgebaut kostet er ab etwa 17.000 Euro", sagt er. Das ist ein Wort.

Der Alpincamper ist schlau konstruiert und bietet viel Wohnraum

So super wie simple: Diese Lösung ist genial einfach: Wie eine Schublade lässt sich der Unterbau des Sofas herausziehen, schon steht das Bett.

Das hat er: Eine Menge. Zum Beispiel ein langes Sofa, das sich blitzschnell in ein recht bequemes Doppelbett verwandelt, auf dem eine zehn Zentimeter starke Kaltschaummatratze viel Komfort auf 210 mal 113 Zentimeter bietet. Darunter finden sich Stauraum und eine 20 Liter fassende Kompressor-Kühlschublade von Waeco. Clever geht es gegenüber weiter: Die kleine Küchenzeile hält Spüle samt Spirituskocher bereit – praktisch schon deshalb, weil keine Gasprüfung anfällt. Wer mag, nimmt ihn zum Kochen mit ins Freie, doch innen geht das auch gut, direkt vom Sofa aus. Ein ausklappbarer Tisch vor der Schiebetür schafft Extra-Arbeitsfläche. Toll am kleinen Alpincamper sind drei Dinge: Nicht nur, dass er überraschend viel Raum zum Wohnen bietet, er ist auch herrlich unkompliziert, weil schlau konstruiert. Und selbst am Handwerk gibt es nichts zu meckern: Der Ausbau ist überzeugend. Roman Wasilewski, der die Werkstatt in Bad Tölz leitet, isoliert die komplette Karosserie und baut die Möbel nicht aus leichtem Pappel-, sondern stabilerem Birkensperrholz, dessen Beschichtung von Abet stammt. Eine Webasto-Luftheizung, eine zweite Batterie mit 45 Ah, dimmbares LED-Licht sowie je eine USB- und 12-Volt-Steckdose kommen immer mit an Bord. Anderes fehlt: Stehhöhe zum Beispiel, eine Toilette. Doch das findet sich auch in vielen VW-Bussen nicht – wer Bedarf hat, nimmt eben ein Vorzelt mit.

Der NV200 macht einem das Leben angenehm

Mit 110 Diesel-PS fährt sich der NV200 leichtfüßig und problemlos, hinterlässt aber keinen nachhaltigen Eindruck.

So fährt er: Handlich, beinahe wie ein kleines SUV. Der Fahrer sitzt ziemlich hoch, der Einstieg dagegen ist angenehm niedrig. Mit 110 Diesel-PS zeigt sich der NV200 leichtfüßig und problemlos, ohne allerdings wegen überbordender Charakterschwere einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. So was wie Charisma darf man von ihm nicht erwarten. Dafür macht einem Nissans Weltauto das Leben angenehm, mit vielen Ablagen, Klima, Bluetooth-Freisprecher, Radio, CD – alles vom Lenkrad aus bedienbar. Und mit einem Wendekreis von nur 10,6 Metern eckt ein NV200 nirgendwo an. Dass er sich wie ein Pkw anfühlt, beweist auch seine Höhe. Mit nur 1,86 Metern fährt er in jede Tiefgarage, zudem sperren ihn nirgendwo fiese Höhenschranken von Parkplätzen aus: Im Süden liegen sie oft auf 1,90 Meter – der Alpincamper schlüpft einfach frech drunter durch.
Technische Daten: Nissan NV200 Alpincamper: Wohnwagen-Test
Motorisierung Nissan NV200 dCi 110
Leistung 81 kW (110 PS) bei 4000/min
Hubraum 1461 cm3
Drehmoment 240 Nm bei 2000/min
Höchstgeschwindigkeit 169 km/h
Getriebe/Antrieb Sechsgang manuell/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 55 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 4400/1695/1860 mm
Radstand/Bereifung 2725 mm/175/70 R 14 C
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testmobil) 1460/540 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 1100/640 kg
Material Wand/Dach/Boden Stahlblech
Stärke Wand/Dach/Boden 29/31/15 mm
Isolierung Wand/Dach/Boden flexibler Elastomerschaum, Holz, Filz/flexibler Elastomerschaum, Holz, Filz/Holz, PVC
Liegefläche Heck L x B 2100 x 1130 mm
Kühlschrankvolumen/Froste 20 l/–
Herd 1 Flamme
Bordbatterie 45 Ah
Frisch-/Abwassertank 12/12 l
Gasvorrat/Heizung –/Luftheizung Webasto (Diesel)
Neuwagen-/Testwagenpreis ab 25.990 Euro/28.790 Euro

Nissan NV200 Alpincamper: Wohnmobil-Test

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Autor:

Thomas Wirth

Fazit

Nein, der Erste ist er nicht: Vor dem Alpincamper starteten bereits der Zooom Stadtindianer und der Cristall Camper Car auf Basis des robusten NissanNV200. Doch der Kleine aus Bad Tölz ist völlig anders: radikal einfach, langlebig, nutzbar. Und günstig dazu.

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