Nissan Pathfinder I (1995-2005)

Gebrauchtwagen Nissan Pathfinder I Gebrauchtwagen Nissan Pathfinder I

Nissan Pathfinder I (1995-2005)

— 08.03.2005

Viel Sprit, wenig Ärger

Der elegante Nissan Pathfinder blieb in Deutschland mangels Dieselmotor stets ein wenig verkaufter Exot. Aber er ist sehr zuverlässig und deshalb ein überlegenswerter Kandidat für den Gebrauchtkauf.

Fahrwerk und Motor

Nissan zögerte lange. So dauerte es zwei Jahre, bis der Pathfinder auch nach Europa kam. Ein Geländewagen im dieselverrückten Europa, der nur mit einen trinkfesten 3,3-Liter-V6-Benziner zu haben ist? Wird der wirklich gekauft?

Die Skeptiker sollten recht behalten, denn der Pathfinder V6 brachte es ungeachtet seiner vielen Qualitäten nie zu ansehnlichen Verkaufszahlen auf dem deutschen Markt. Wer ihn verschmäht hat, dem ist vor allem eines entgangen: Federungskomfort. Der Pathfinder bot schon Mitte der neunziger Jahre ein derart hervorragendes Fahrwerk, daß er es heute noch mit den besten der Zunft aufnehmen könnte. Der elegante Nissan ist nicht watteweich abgestimmt, sondern gekonnt, und absorbiert Unebenheiten aller Art sehr geschmeidig.

Der V6 als einzig verfügbare Motorisierung liefert zwar eine zackige Anfahrbeschleunigung, dann geht dem 150-PS-Motor aber schnell die Puste aus. Die erzielbaren Fahrleistungen stehen dabei in keinem Verhältnis zum Verbrauch. Selbst bei Lkw-Tempo auf der Autobahn schluckt er stolze elf Liter auf 100 Kilometer.

Qualität und Technik

Die frühen 3,3-Liter-Pathfinder sind auch deshalb nicht unbedingt empfehlenswert, weil die für Europa eingebaute Wegfahrsperre weniger für Diebe als für den Pathfinder- Besitzer selbst ein Hindernis darstellt. Die Ausfälle dieses elektronischen Bauteils sind nicht vorhersehbar, weshalb Gebrauchtkäufer lieber einen Bogen um die 98/99er Pathfinder machen sollten. Das ist schon deshalb schade, weil dieser Wagen ansonsten an Zuverlässigkeit und Problemlosigkeit kaum zu übertreffen ist.

Das gilt naturgemäß erst recht für die jüngeren Versionen mit funktionierender Wegfahrsperre. Auch hohe Kilometerstände erhöhen das Pannenrisiko offenbar kaum. Einige Leser haben bereits mehr als 250.000 Kilometer pannenfrei mit ihrem Pathfinder zurückgelegt. Kritik trifft dabei lediglich den hohen Verbrauch (49 Prozent der Leser).

Auch mit den Nissan-Werkstätten sind die Pathfinder-Besitzer überaus zufrieden. Nur sechs Prozent bemängeln die Arbeitsleistung der Nissan-Betriebe. Als Preis für eine große Inspektion werden durchschnittlich 370 Euro genannt. Einzige herausragende Wartungsarbeit ist der Wechsel des Zahnriemens beim 3,3-Liter-Motor. Der spätere 3,5-Liter mit 220 PS hat einen unproblematischen Kettenantrieb für die Nockenwellen.

Dieser stärkere und jüngere V6 verbraucht im übrigen bei gleicher Fahrweise rund einen Liter weniger als der ältere 3.3-V6. Allerdings soll es Superbenzin sein, während sich der 3.3 mit billigerem Normalbenzin begnügt. Doch egal welcher der beiden Motoren eingebaut ist, der Pathfinder erweist sich als höchst angenehmer Reisewagen mit bequemen Sitzen, guter Ausstattung und bester Rundumsicht. Ein echter Nachteil für passionierte Anhängerfahrer ist die vergleichsweise magere Anhängelast von maximal 2300 Kilo.

Pathfinder im Leserurteil

Pathfinder-Fahrer sind offenbar treue Seelen. Das zeigt sich auch bei der Wahl des Zweitwagens. 55 Prozent haben ein zweites Auto in der Garage, davon die Hälfte ebenfalls einen Nissan, meist einen Micra oder Almera. ´

Nicht einfach haben es die Besitzer bei der Wahl des nächsten Fahrzeugs. Da dieser Pathfinder jetzt nicht mehr gebaut wird, wollen nur 14 Prozent der Leser den gleichen Typ notfalls dann gebraucht kaufen. Immerhin weitere 32 Prozent warten auf den Pathfinder der nächsten Generation – teilweise mit gemischten Gefühlen: Die einen sind froh, daß es endlich einen Diesel gibt, die anderen bedauern, daß es beim Europa-Pathfinder nur noch einen Diesel geben wird und trauern dem komfortablen V6-Benziner nach.

Schon deshalb wollen weitere 18 Prozent auf einen anderen Nissan umsteigen, meist X-Trail oder Murano. Bleiben 36 Prozent Unentschlossene oder Markenaussteiger. Hier finden sich auffällig viele VWTouareg- Interessenten.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1995 Einführung des Pathfinder in Japan als Nachfolger des Terrano I; LxBxH 4,53x1,84x1,78 m 1996 Einführung des Pathfinder in den USA 1997 Einführung des Pathfinder in Deutschland; 3.3-V6-Benzinmotor mit 150 PS, zunächst nur 4-Gang-Automatikgetriebe 1998 Nun zusätzlich auch 5-Gang-Schaltgetriebe lieferbar 2001 Facelift: neue Motorhaube, Scheinwerfer, Kühlergrill, Stoßfänger, Heckleuchten, weiße Instrumente, zusätzlich Seiten-Airbags. 3.5-V6-Benziner (220 PS) statt 3.3-V6; nur noch Automatikgetriebe 2004 Neuer Pathfinder (USA Ende 2004/Europa 2005) als Nachfolger

Schwachstellen • das einzige größere Problem betrifft die elektronische Wegfahrsperre der 1998er und 1999er 3,3-Liter-Pathfinder. Die ist unzuverlässig, verhinderte bei einigen Autos dieser älteren Baujahre unvorhersehbar den Motorstart – und bringt damit die Besitzer zur Verzweiflung • die vorderen Bremsscheiben halten je nach Fahrweise zwischen 50.000 und 150.000 km • die Auspuffanlage hält dem Rost nur rund vier bis fünf Jahre stand • Ölverluste sind sehr selten. Wenn, dann trifft es das Verteilergetriebe • die Zuverlässigkeit ist sehr gut. Pannen auf freier Strecke sind extrem selten (weniger als zwei Prozent). Deutlich häufiger ist Startversagen (elf Prozent). Das trifft aber praktisch ausschließlich die Pathfinder 3.3 aus den Baujahren 1998 oder 1999. Schuld ist dabei so gut wie immer die unzuverlässige Wegfahrsperre.

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Pathfinder 3.3 Automatik, Baujahr 2000. Es gibt keine Austauschteile, deshalb sind alle wichtigen Aggregate sehr kostspielig. Zum Glück hält alles. Auch teuer: das Blech.

Fazit und Technik

Fazit "Der letztes Jahr eingestellte Pathfinder ist ein Exot auf dem deutschen Markt, aber ein überlegenswerter Dauerläufer. Mit einem Exemplar ab Baujahr 2000 umgeht man die Wegfahrsperren-Misere der früheren Modelle und bekommt viel Auto fürs Geld. Nachteile: Verbrauch, Ersatzteilpreise." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

TechnikAllradantrieb: zuschaltbarer Frontantrieb, während der Fahrt bis 80 km/h; (ab 2000: Allradantrieb permanent über elektrisch gesteuerte Lamellenkupplung, v:h 0:100 bis 50:50); Geländeuntersetzung; Differentialbremse (47 prozent) hinten • Aufbau: selbsttragende Stahlblech-Karosserie mit Unterzügen • Verbrauch: 3.3: 15,5 l/100 km Normalbenzin; 3.5: 14,5 l/100 km Super • Höchstgeschwindigkeit: 3.3 Schalt/3.3 Automatik/3.5: 170/163/176 km/h

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