Nissan Pulsar: Fahrbericht

Nissan Pulsar (Autosalon Paris 2014): Fahrbericht Nissan Pulsar (Autosalon Paris 2014): Fahrbericht Nissan Pulsar (Autosalon Paris 2014): Fahrbericht

Nissan Pulsar (Autosalon Paris 2014): Fahrbericht

— 10.09.2014

Mit neuer Größe gegen den Golf

Nissan möchte mit dem Pulsar nach acht Jahren wieder im Kompaktsegment punkten. Hat der Japaner eine Chance gegen den Golf? Wir haben ihn schon ausprobiert.

Marktstart des kompakten Pulsar ist am 10. Oktober 2014.

Der Tiida war nur ein eilig importierter Lückenfüller, weil die Händler nicht allein auf die Crossover vertrauen wollten. Doch mittlerweile bekennt sich Nissan wieder konsequent zur Kompaktklasse. Zwar sind die Japaner mit ihrem Trio aus Juke, Qashqai und X-Trail im Boomsegment der aufgebockten Lifestyle-Mixturen zwischen Kombi, Geländewagen und Van bestens aufgestellt. Doch wenn man zur Nummer Eins unter den Asien-Importeuren in Europa aufsteigen will, darf man die wichtigste Fahrzeugklasse nicht auslassen, sagen sich Strategen in der Zentrale und schicken gegen Golf & Co deshalb jetzt den Pulsar ins Rennen. Der Herausforderer aus Japan startet am 10. Oktober 2014 und kostet in der sogenannten Launch-Edition mindestens 15.990 Euro. Wenn die zum Jahresende ausläuft, soll der Preis auf 17.940 Euro steigen.

Der Pulsar baut deutlich flacher als der Qashqai

War der Tiida als Weltmodell konzipiert und aus Mexiko importiert, ist der Pulsar für Europa gedacht und in Europa gemacht. Denn gebaut wird der Fünftürer mit dem bei Golfern so beliebten Schrägheck in der Tradition von Erfolgsmodellen wie dem Sunny oder dem Almera in Barcelona.

Zwar baut er deutlich flacher als der Qashqai und verkneift sich alle Allrad-Allüren, doch die Familienähnlichkeit ist trotzdem nicht zu übersehen. Immerhin hat auch der Pulsar einen wuchtigen Kühler mit dem prägnanten V aus Chrom, das in der stark konturierten Motorhaube ausläuft. Außerdem sind die Flanken wunderbar wellig aufgeworfen und das Heck lebt von den großen Rückleuchten, die wie Modeschmuck in Form eines Faustkeils aufs Blech gesetzt wurden.

Nissan Pulsar (2014): Sitzprobe

Nett, aber nicht mehr: Im Vergleich zum Golf fehlt die Prise Premium.

Innen dagegen geht es eher schlicht zu. Das Armaturenbrett mit dem eleganten Schwung und der nach innen gekehrten Konsole sieht noch ganz nett aus. Aber viele dunkle Kunststoffe, ein allzu großzügiger Materialmix und die weit verteilten Schalter lassen den Pulsar im Vergleich mit der Konkurrenz ein Stück zurück fallen: Für ein Modemobil ist er nicht peppig genug, und im Vergleich zum Golf fehlt ihm eine Prise Premium. Das gilt auch für die technische Ausstattung, die allerdings für ein Importmodell ganz stattlich ist. Immerhin bauen die Japaner ihren viel gelobten Around-View-Monitor  und ihr Safety-Shield ein, so dass der Pulsar automatisch bremst, beim Spurwechsel aufpasst, in den Rückspiegel schaut und beim Rangieren vor Querverkehr warnt. Außerdem spricht das Navi mit Google und auf dem Touchscreen laufen eine handvoll hilfreicher Apps. Und weil er auch noch mit LED-Scheinwerfern ausgestattet werden kann, ist er selbst nachts eine buchstäblich strahlende Erscheinung.

2,70 Meter Radstand sind in dieser Klasse die Bestmarke

Die Karosserie ist mit 4,39 Metern knapp 15 Zentimeter länger als beim Klassenprimus aus Wolfsburg.

Sein größtes Plus im Kampf gegen den Golf ist allerdings sein Format. Denn nicht nur die Karosserie ist mit 4,39 Metern knapp 15 Zentimeter länger als beim Klassenprimus aus Wolfsburg. Auch beim Radstand hat Nissan die Nase vorn: 2,70 Meter sind unerreicht in dieser Klasse und machen den Pulsar zum Helden der Hinterbänkler. "Der taugt auch noch als Familienauto, wenn die Kinder mal groß sind", schwärmen die Marketing-Manager und die Sitzprobe gibt ihnen recht: Selbst wenn es sich vorne ein Zwei-Meter-Mann bequem macht, kann man hinten seine 1,90 Metern noch bequem einsortieren. Kleinere Mitfahrer können in diesem Fußraum wahrscheinlich sogar Tango tanzen. Dieser Gewinn an Kniefreiheit geht übrigens nicht zu Lasten der Koffer: Auch das Gepäckabteil ist mit seinen 385 Litern absolut konkurrenzfähig.

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So großzügig sich die Japaner bei Format und Technik geben, so sehr knausern sie beim Antrieb. Downsizing ist angesagt, wenn der Pulsar zunächst mit einem 115 PS starken 1,2-Liter-Turbo-Benziner und einem Diesel mit 1,5 Litern Hubraum und 110 PS startet. Dafür schrumpft mit dem Hubraum auch der Verbrauch. Beim Benziner auf bestenfalls 5,0 und beim Diesel auf 3,6 Liter.

Von 0 auf 100 geht es in 10,7 Sekunden

Von 0 auf 100 in 10,7 Sekunden und maximal 190 km/h sind schon in Ordnung.

Fahrspaß schreibt man zwar anders, aber als Pulsbeschleuniger ist der Pulsar auch nicht gedacht. Also wechselt man mit dem kleinen Benziner halt ein bisschen öfter die sechs soft abgestufen Gänge, dreht den Motor etwas weiter aus und steigt ein bisschen fester aufs Gas, dann geht auch mit dem Mini-Maschinchen ein bisschen was voran: Von 0 auf 100 in 10,7 Sekunden und maximal 190 km/h sind schon in Ordnung, und für die wilde Kurvenhatz auf der Landstraße ist der Japaner ohnehin zu gutmütig und zu komfortabel abgestimmt. Nicht umsonst meldet sich schon beim ersten Hauch von Querbeschleunigung das ESP zu Wort.

Außerdem ist mit diesen beiden Motoren ja noch nicht aller Tage Abend: Weil es selbst in der braven Golf-Klasse nicht ganz ohne Elan und Emotionen geht, haben die Japaner noch ein bisschen was in petto. Cross-Modelle verbieten sich mit Blick auf Qashqai & Co zwar von selbst. Aber dafür lässt der Pulsar bald die Muskeln spielen: Ein 1,6-Liter-Turbo mit 190 PS ist fest versprochen, und angeblich hat auch der Werkstuner Nismo schon seine Finger im Spiel. Spätestens dann könnte der Pulsar doch noch zum Pulsbeschleuniger werden.

Technische Daten Nissan Pulsar 1.2 DIG-T 115 Hubraum 1197 cm3 • Leistung 115 PS • max. Drehmoment 190 Nm bei 2000/min • Getriebe Sechsgang, manuell • Leergewicht 1265 kg • L/B/H 4385/1768/1520 mm • Radstand 2700 mm • Verbrauch 5,1 Liter • CO2-Emission 117 g/km • 0-100 km/h 10,7 s • Vmax 190 km/h • Preis 17.940 Euro (Launch-Edition 15.990 Euro)

Nissan Pulsar: Fahrbericht

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Autor: Thomas Geiger

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