Nissan Pulsar (2014): Sitzprobe

Nissan Pulsar (Autosalon Paris 2014): Sitzprobe

— 11.07.2014

So sitzt es sich im Nissan Pulsar

Mit üppigem Platzangebot soll sich der Nissan Pulsar im Kompaktsegment etablieren. Erste Sitzprobe im neuen Konkurrenten von VW Golf und Kia cee'd!

Der Nissan Pulsar erinnert stark an seinen SUV-Bruder Qashqai.

Mit dem Pulsar kehrt Nissan auf dem deutschen Markt wieder ins Kompaktsegment zurück – acht Jahre nach dem Bestseller Almera und drei Jahre nach dem Auslaufen seines erfolglosen Nachfolgers Tiida. Optisch erinnert der Nissan Pulsar (Messepremiere auf dem Autosalon Paris 2014) stark an seinen SUV-Bruder Qashqai, von der Bumerang-Form am Heck über die markanten Heckleuchten bis hin zur markanten Front mit dem derzeit markentypischen Nissan-Grill. Mit seinem gefälligen, aber auch unspektakulären Auftritt fährt er klar gegen Brot-und-Butter-Konkurrenten wie VW Golf, Kia cee'd und Toyota Auris.

Nissan Pulsar: 15 Zentimeter länger als ein VW Golf

Vorn lässt es sich im hübsch gestylten Pulsar gut aushalten. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet.

Besonders mit dem Raumangebot will Nissan punkten: 4,39 Meter ist der Pulsar lang (gute 15 Zentimeter mehr als ein Golf), der Radstand beträgt 2,70 Meter. Das macht ihn zum Riesen unter den Kompakten – und es verspricht jede Menge Platz für die Passagiere. Selbst zwei 1,90-Meter-Menschen können locker hintereinander sitzen, ohne dass es dem Hintermann an den Knien drückt. Laut Nissan ist damit hinten mehr Platz als im großen SUV X-Trail.

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Infotainmentsystem aus dem Nissan Qashqai

Zwischen Tacho und Drehzahlmesser thront ein fünf Zoll großes Multifunktionsdisplay.

Vorn lässt es sich im hübsch gestylten Pulsar gut aushalten, das Cockpit ist übersichtlich gestaltet. Das Lenkrad lässt sich in Höhe und Tiefe verstellen, alle Schalter und Knöpfe sind leicht zu bedienen. Zwischen Tacho und Drehzahlmesser thront ein fünf Zoll großes Multifunktionsdisplay, das eine gute Auflösung bietet und wichtige Fahrzeugdaten und Infos vom Navi liefert. Das optionale Inotainmentsystem über der Mittelkonsole (serienmäßig in der höchsten Ausstattung Tekna) kennen wir schon aus dem Qashqai – es bietet gute Vernetzungsmöglichkeiten, das Display ist mit 5,8 Zoll aber recht klein und grobkörnig. Ebenso unpraktisch: Der weit hinten liegende USB-Anschluss in der serienmäßigen Mittelarmlehne.

Chromteile machen Plastikwüste nicht hübscher

Das optionale Inotainmentsystem über der Mittelkonsole kennen wir aus dem Qashqai.

Qualitativ ist der Innenraum ein Wechselbad der Gefühle: Lediglich der obere Teil des Armaturenbretts und die Flächen der Vordertüren sind komplett aufgeschäumt. Zierleisten und Chromumrandungen können nicht über die Hartplastik-Landschaft hinwegtäuschen. Insgesamt scheint alles sauber verarbeitet und gut zusammengefügt – in dem von uns getesteten Vorserienmodell wackelte allerdings die Mittelkonsole mit ihrem sehr tiefen und dunklen Handyfach. Das dürfte aber beim Marktstart im September behoben sein.

Mehr Kofferraum als in Golf und Co

385 Liter passen ins Pulsar-Heck, fünf mehr als im VW Golf und im Kia cee'd.

Die Sitze sind ausreichend bequem, lassen ein wenig an Seitenhalt vermissen und haben recht kurze Flächen. Hinten – und das ist die große Stärke des Nissan Pulsar – sitzt man auch zu dritt bequem auf der Rückbank mit Isofix-Halterungen. Von den großzügigen Abmessungen profitiert auch der Kofferraum: 385 Liter passen hinein, fünf mehr als im Golf und im cee'd. Schade nur, dass beim Umklappen der im Verhältnis 60:40 teilbaren Rückbank eine Stufe zurückbleibt. Ein verstellbarer Ladeboden würde das zumindest lindern.

Nissan Pulsar (2014): Sitzprobe

Im Topmodell des Nissan Pulsar vermisst man nichts

Die Sicherheit kommt im Nissan Pulsar nicht zu kurz: Eine 360-Grad Kamera mit Rundumblick auf das Geschehen außerhalb des Autos (kennen wir aus dem Qashqai), ein Notbremsassistent mit Frontkamera und einen Spurhalteassistenten ist je nach Ausstattung Serie oder gegen Aufpreis zu haben. Weitere Ausstattungsdetails: Zweizonen-Klimaautomatik, elektrisch verstellbare Spiegel, elektrische Fensterheber (Serie), zweistufige Sitzheizung vorne; schlüsselloses Starten beim Topmodell. Der Nissan Pulsar kommt zum Marktstart im Oktober 2014 in drei Ausstattungslinien: Visia, Acenta und Tekna. Das Einstiegsmodell kommt mit Klimaanlage und Radio, im Topmodell vermisst man so gut wie nichts – auch Ledersitze sind dann mit an Bord.

Der Preis entscheidet über die Zukunft des Pulsar

Zum Marktstart gibt es einen 1,2-Liter-Turbobenziner mit 115 PS und einen 110 PS starken 1,5-Liter-Turbodiesel.

Zu Beginn stehen zwei Motorvarianten in der Preisliste: ein 1,2-Liter-Turbobenziner mit 115 PS und ein 110 PS starker 1,5-Liter-Turbodiesel aus dem Hause Renault. Einige Monate später soll auch ein 1,6-Liter-Turbobenziner mit 190 PS folgen. Einen genauen Preis nennt Nissan noch nicht, er soll aber gut zehn Prozent unter dem des Qashqai (ab 19.990 Euro) liegen. Macht also rund 18.000 Euro Startpreis. Zum Vergleich: Ein Kia cee'd liegt bei 14.990 Euro Einstiegspreis, das Topmodell in der Spirit-Ausstattung kostet 22.890 Euro – ein Golf startet in der kargen Einstiegsversion Trendline bei etwa 18.000 Euro. Der Nissan Pulsar ist damit im Vergleich nicht wirklich günstig – der Preis könnte zum Killerkriterium werden.
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Fazit

Der Nissan Pulsar ist ein sympathisches Auto mit extrem viel Platz – toll für Familien. Ein Pragmatiker mit gutem Sicherheitskonzept, ohne große Schwächen – aber auch ohne große Stärken. Bei dem bislang grob angekündigten Einstiegspreis droht die Gefahr, dass er keinen Mehrwert zu seinen Konkurrenten bietet.

Stichworte:

Kompaktklasse

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