North American International Auto Show, Teil I

Land Rover Range Stormer Land Rover Range Stormer

North American International Auto Show, Teil I

— 05.01.2004

Ein stürmischer Start

Opulente Offroader, starke Sportwagen, vielseitige Vans: Das neue Auto-Jahr startet furios. Über 70 Neuheiten werden auf dem ersten Salon in Detroit enthüllt.

Heiße Studien bei eisigen Temperaturen

Das neue Jahr fängt ja gut an – mit visionären Konzepten, innovativen Studien und Aufsehen erregenden Serienmodellen. Trotz der für Anfang Januar typischen Eiszeit-Temperaturen geht es in den Messehallen am Detroit River auch diesmal wieder heiß her: Über 70 Neuheiten sind ein Indiz dafür, dass endlich das Ende der Talfahrt in Sicht ist.

Aus deutscher Sicht ist wenig wirklich Überraschendes dabei. Einzig VW präsentiert eine hochinteressante Studie – mehr dazu später. Mercedes-Benz zeigt den für Amerika frischen SLR und einen weiteren Schritt der Studie GST auf dem Weg zur Serie. BMW präsentiert neben dem Sport-SUV X3 den 645 Ci als Cabrio, und Audi setzt ganz auf den langen A8 mit Zwölfzylindermotor. Bleibt Porsche. Die Zuffenhausener Sportwagenexperten stellen neben diversen 911-Varianten (u. a. Turbo Cabrio) den Carrera GT und das Boxster-Sondermodell 550 Spyder ins Rampenlicht.

So konzentrieren wir uns heute auf die Stars aus USA, Fernost und Großbritannien. Eines der Highlights ist ganz klar der Range Stormer von Land Rover. Der Viersitzer vereint die drei aktuellen Mega-Trends: Er ist als Crossover eine Mischung aus Sportcoupé und Geländewagen, er schlägt einen glaubhaften Bogen vom alltagstauglichen Vernunftauto zum imageträchtigen Lifestylemobil, und er hat mit 370 Kompressor-PS ausreichend Kraft unter der Haube. Hinter dem Flügeltürer mit dem futuristischen Cockpit und den raffinierten Details verbirgt sich das fertige Serienmodell, das 2005 auf den Markt kommt – dann allerdings mit vier Türen, einem auf drei Meter gestreckten Radstand und einer deutlich angehobenen Dachpartie.

Trend 1: die Crossover-Alleskönner

Dieser intern "Baby Range" genannte Neuzugang übernimmt vom Showcar das so genannte "Terrain Response"-Fahrwerkmanagement. Über einen Drehschalter kann der Fahrer sechs verschiedene Programme anwählen: normal, sportlich, rutschig, sandig, felsig oder steil. Den Einsatzbedingungen entsprechend, erfolgt automatisch die passende Abstimmung von Motor, Getriebe, Luftfederung, ESP, Differenzial, Bremsen und Bergabfahrhilfe. Neben dem aufgeladenen Achtzylinder sind für den kleinen Range auch ein 4,2-Liter-V8-Sauger, ein V6-Diesel und mittelfristig ein V8-Diesel vorgesehen.

Insgesamt präsentiert die Ford-Gruppe in Detroit neun neue Serien- und Konzeptfahrzeuge. Eine der spannendsten Studien ist die Wiedergeburt des kantigen und knuffigen Bronco-Geländewagens, der in den 70er Jahren zum Kultauto avancierte, später aber in der Versenkung verschwand. Bei den Vans ersetzt der Freestar den Windstar und erhält ein Schwestermodell namens Mercury Monterey. Im Pkw-Bereich hat Ford drei neue Mittelklassemodelle auf die Räder gestellt, die Elemente aus dem Technik-Baukasten des Volvo S60/V70/S80 verwenden. Der Five Hundred und der weitgehend baugleiche Mercury Montego sind geräumige Hochdach-Stufenhecklimousinen, der Freestyle ist ein Crossover-Kombi im Stil des allroad quattro.

Der Erzrivale General Motors beginnt das neue Jahr mit einem Van-Feuerwerk. In Detroit stehen mit dem Buick Terraza und dem Saturn Relay die ersten beiden Crossover-Sport-Vans, auf dem Salon von Chicago folgen dann wenige Wochen später der Chevrolet Uplander und der Pontiac Montana SV6.

Trend 2: das große Comeback der Vans

Auch bei den Personenwagen hat der Marktführer unter Bob Lutz einen Gang zugelegt. Das beweist nicht zuletzt die sechste Generation der amerikanischen Sportwagen-Ikone Corvette, die noch mehr Leistung und Fahrspaß verspricht. Erstmals gezeigt werden darüber hinaus der Nachfolger des Pontiac Grand Am auf Opel-Vectra-Basis, die baugleichen Heckantrieb-Roadster Pontiac Solstice und Saturn Curve, der Chevrolet Cobalt als Wachablöse für den Cavalier und der Chevy Nomad, ein Retro-Crossover-Fahrzeug mit Hinterradantrieb.

Der Hummer H3T ist der Vorläufer der dritten Modellreihe, die auf dem Chevy Colorado basiert und Mitte 2005 in Produktion geht. Selbst das Segment der Pickups und Geländewagen, die letzte Bastion der US-Hersteller, gerät durch die Japaner immer stärker unter Druck. Lexus zeigt den RX400H Hybrid, Toyota präsentiert den als Studie getarnten Nachfolger des Pickups Tundra, Suzuki enthüllt die nächste Vitara-Generation, und auch Honda überrascht mit einem seriennahen Pickup auf Basis des Pilot 4x4. Nissan hat sogar vier neue Modelle nach Michigan verschifft: den Pathfinder III, die zweite Auflage des Frontier-Pickups, den Infiniti QX56 im XXL-Format und ein fünfsitziges Crossover-Konzept namens Decabus für 2005.

In der Oberklasse geht der Dreikampf zwischen Acura, Infiniti und Lexus in die nächste Runde. Die Honda-Nobelmarke überrascht beim neuen Acura RL mit dem Wechsel vom Front- zum Heckantrieb. Infiniti hat dem Nachfolger des M45 ein todschickes Blechkleid auf den Leib geschneidert. Und Lexus präsentiert die Neuauflage der GS-Limousine, eine Evolution der auf der Tokyo Motor Show gezeigten LF-S-Studie. Am anderen Ende der fernöstlichen Preis-und-Prestige-Skala rangiert der Scion tC, ein sportlicher Zweitürer, der für wenig Geld viel Fahrvergnügen verspricht.

Trend 3: Funcars in allen Klassen

Mitsubishi lässt in Detroit das mit Konzern-Schützenhilfe entwickelte neue Eclipse-Coupé von der Leine, dem spätestens 2005 ein viersitziges Cabriolet folgen soll. Auch Chrysler will wieder groß auftrumpfen. Die von Toyota immer stärker bedrängte amerikanische Nummer drei hat 400 Millionen Dollar in die optische und technische Runderneuerung seiner Vans investiert. Neben der Serienversion des PT Cruiser Cabriolet parkt eine Open-Air-Version des Crossfire, der als SRT-6 künftig auch mit einem 330 PS starken Kompressormotor zu haben sein wird. Dodge testet mit dem Slingshot, ob die Zeit reif ist für ein preiswertes Coupé mit Klappdach, nachgiebiger Außenhaut und Dreizylinder-Sparturbo von Smart.

Auch Jeep will in der US-Autometropole von sich reden machen. Keinen Tag zu früh kommt Ende des Jahres der geräumige Wrangler Unlimited auf den Markt, der 38 Zentimeter länger ist als das Grundmodell. Als Traumauto für Hardcore-Offroader empfiehlt sich der Jeep Rescue, ein über zwei Meter breites Ungetüm im Daktari-Look, das mit der Technik des Dodge Ram ab Herbst 2005 bei den Händlern stehen soll.

Der absolute Überflieger auf dem Chrysler-Stand ist jedoch ein Mittelmotor-Coupé mit vier Turboladern und 850 PS, das ab 2006 dem Bugatti Veyron zeigen soll, wo der Hammer hängt. Mehr dazu in Teil zwei vom großen Detroit-Show-Report. Und bei "Abenteuer Auto" – immer samstags um 17.05 Uhr auf Kabel 1.

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