North American International Auto Show, Teil II

VW Concept T VW Concept T

North American International Auto Show, Teil II

— 06.01.2004

VWs Buggy für Detroit

SUV plus Sportwagen gleich Offroad-Coupé! Mit dieser Formel stellt VW in Detroit eine völlig neue Fahrzeug-Gattung vor. Oder?

"Hochtalentiert, kompromisslos, progressiv"

Neue Messe, neues Concept: Nach dem "R" (IAA 2003) präsentiert Volkswagen auf der Auto Show Detroit den Concept T. Die seriennahe Allrad-Studie erinnert an den legendären Beach-Buggy – eine Mischung aus "hochtalentiertem Offroader und kompromisslos progressivem Sportwagen". Damit haben die Wolfsburger wieder ein überraschendes Konzept im US-Gepäck. In den vergangenen Jahren debütierten in Detroit bereits Concept 1 (alias New Beetle), AAC (Touareg) und der avangardistische Microbus.

Das neue "Offroad-Coupé" werde "völlig neue Lifestyle- und Freizeitwerte erschließen", verspricht VW. Damit fährt der schnelle Gelände-Buggy eindeutig in die Nische der Fun-Cars – und das mit 241 PS alles andere als untermotorsiert. Der V6-Motor beschleunigt die Studie in 6,9 Sekunden auf Tempo 100, erst bei elektronisch begrenzten 230 km/h setzt die Spaßbremse ein. Anfangs waren sogar 247 km/h angedacht.

Als stilistisches Highlight öffnen die Türen unkonventionell. Sie schwenken gleichzeitig leicht nach außen und steil nach oben, um den Einstieg zu erleichtern. Die zwei vorderen Dachhälften können mit wenigen Handgriffen herausgenommen werden, und wer's ganz oben ohne mag, nimmt das komplette hintere Dachmodul inklusive Heckklappe heraus. Variabilität steht an erster Stelle: Unter der kombiartigen Heckpartie ist Platz für Gepäck oder eine zweite Sitzreihe.

Erst Dakar, dann Concept, dann Serie?

Wer meint, den Concept T bereits vor der Detroit Motor Show gesehen zu haben, erinnert sich vermutlich an die Rallye Dakar 2003: Dort fuhr Jutta Kleinschmidt den Gelände-Buggy Tarek, der von VW in Zusammenarbeit mit der Italdesign-Giugiaro-Gruppe aus Italien entwickelt wurde. Der rote Dienstwagen wurde für die aktuelle Wüsten-Rallye vom neuen Race-Touareg abgelöst.

Mit mehr als 70 neuen Modellen will die Branche auf der Autoshow in Detroit nach drei flauen Jahren endlich die Kehrtwende einleiten. Dabei klingen mit GT, Mustang, Corvette und A8 viele der gezeigten "Weltpremieren" durchaus bekannt: Die Hersteller setzen auf vertraute Namen in sportlichem Gewand. Nach aktuellen Schätzungen soll der US-Markt in diesem Jahr auf 17,1 Millionen Fahrzeuge anwachsen – im vergangenen Jahr wurden auf dem wichtigsten Absatzmarkt der Welt 16,5 Millionen Autos verkauft.

Von den deutschen Autobauern gibt es zum Auftakt der Detroiter Messe nicht nur frohe Botschaften. So hat Volkswagen das vergangene Jahr mit einem drastischen Gewinneinbruch abgeschlossen. "Wir haben erwartet, dass wir beim operativen Ergebnis die Hälfte des Vorjahres nicht erreichen werden, und so ist es auch eingetroffen", sagt VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. 2002 hatte VW noch einen Gewinn vor Steuern von 4,76 Milliarden Euro erzielt. In Nordamerika rutschte VW ohne die Sparte Finanzdienstleistungen sogar in die roten Zahlen.

Neuanläufe für neue Rekorde im neuen Jahr

Auch DaimlerChrysler meldet für das vergangene Jahr einen Absatzrückgang von 3,9 Prozent auf 3,82 Millionen Pkw. Dafür sorgte vor allem die angeschlagene Chrysler Group mit einem Rückgang von fünf Prozent. Mercedes-Benz verzeichnet für den heimischen deutschen Markt einem Absatzrückgang von 1,4 Prozent.

Erfolge melden BMW, Audi und Porsche. Die Bayern verbuchen 2003 mit 1,103 Millionen verkauften Fahrzeugen (plus 4,3 Prozent) den zehnten Absatzrekord in Folge, und Porsche freut sich über einen Zuwachs von 33 Prozent auf 30.028 Einheiten – vor allem mit dem erfolgreichen Cayenne. Audi steigert die Verkaufszahlen seiner Kernmarke weltweit um 3,4 Prozent auf 767.000 Einheiten – ebenfalls ein weiterer Rekord. Den könnte es auch 2004 wieder geben – dank der Neuanläufe von Audi A6 und A3-Fünftürer.

Hoffnung herrscht auch bei Ford vor: Die Premier Automotive Group (PAG) hat mit ihren Töchtern Aston Martin, Volvo, Jaguar und Land Rover das 2002er-Ergebniss um eine Milliarde Dollar verbessert. Damit fährt die Luxus-Sparte erstmals einen Gewinn ein – von immerhin rund 100 Millionen Dollar.

Mehr über die Neuheiten von Detroit gibt es hier. Und bei "Abenteuer Auto" – immer samstags um 17.05 Uhr auf Kabel 1.

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