Novitec Punto

Tuning-Test Fiat Punto Novitec Tuning-Test Fiat Punto Novitec

Novitec Punto

— 28.02.2003

Heizöl, bitte!

Mit Birkenstock-Sandalen zum Tuner? Gemach, gemach. Novitec beweist lediglich, dass viel Fahrspaß durchaus ökologisch vertretbar ist.

Günstiger Fahrspaß

Wir hatten in der November-Ausgabe 2002 den überpotenten Mikro-Flitzer namens "SeiBi" von Novitec vorgestellt: eine auf dem Fiat Seicento basierende Bonsai-Bombe mit 190 PS. Ursache der irrwitzigen Kraftkur ist die Biturbo-Aufladung des Kleinen, daher auch das "Bi" im Namen.

Novitec hat also hinsichtlich realisierter Automobil-Phantasien in der Szene niemanden mehr etwas zu beweisen. Das bedeutet allerdings keinesfalls entwicklungsmäßigen Stillstand in den Hallen des etablierten Fiat-Tuners. Dieser hat die Zeichen der – zugegeben harten – Zeit erkannt und bedient seine leistungshungrige Klientel gemäß dem aktuellen Motto: viel Spaß haben, ohne den Geldbeutel gleichzeitig auf links wenden zu müssen.

Als besonders geeignetes Beweismittel erscheint Novitec der Punto, unter dessen knuffiger Haube ein Selbstzünder mit 1,9 Litern Hubraum für ansprechenden Vortrieb sorgt. Novitec hat dem italienischen Fronttriebler durch den Verbau eines "Powerrail"-Zusatzsteuergerätes 112 PS entlockt.

Diesel mit Dampf

Während die Basis es mit 85 Pferdestärken und einer Höchstgeschwindigkeit von 173 km/h bewenden lässt, enteilt das Tuning-Derivat aus Stetten mit 23 km/h mehr Topspeed aus dem Blickfeld des Serien-Bruders. Warum sich der Italo-Briefkasten so nachhaltig dem Fahrtwind entgegen zu stemmen weiß, verrät ein Blick auf die Drehmomentkurve des Vierzylinders.

Statt der serienmäßigen 195 liegen nun 244 Newtonmeter an, die die Antriebswellen weichzukneten versuchen. Das entspricht, in nackten Zahlen ausgedrückt, einer Steigerung von über 25 Prozent gegenüber dem Serienmodell.

In freier Wildbahn kommt dieses Plus an Leistung aber noch beeindruckender herüber, als es die reine Papierform vermuten lässt. Denn die motorischen Qualitäten werden durch den unerwartet gefälligen Sound untermauert – was bei Dieselmotoren nun wirklich keine Selbstverständlichkeit ist. Beim Tritt aufs Gaspedal wird also auch den Ohren geschmeichelt.

Kontaktadresse: Novitec Automobile GmbH, Telefon 0 82 61-2 06 60, www.novitec.net.

Technische Daten

Fazit Dieser Diesel macht auf der ganzen Linie Freude. Besonders deshalb, weil weder das Plus an Fahrspaß noch der Genuss der Fahrleistungen durch den dicken Hals an der Tankstelle getrübt werden. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei angenehm niedrigen 6,6 Litern "Heizöl" für hundert Kilometer Fahrstrecke, die Distanz Hamburg-München ist mit dem 49-Liter-Tank also zu schaffen. Motivation dafür gibt es im Rückspiegel: Die genervten Blicke jener abgehängten Fahrer, die womöglich mehr Geld, aber nicht so viel Spaß am Sparen haben.

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