NRW will nach Unfällen Handys sicherstellen

NRW will nach Unfällen Handys sicherstellen

— 09.02.2015

"Eine SMS wie 1,1 Promille"

In Nordrhein-Westfalen ist die zahl der Verkehrstoten wieder gestiegen. Die Polizei will nach Unfällen künftig Mobiltelefone auswerten.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) will stärker gegen das Telefonieren am Steuer vorgehen.

Als Reaktion auf die gestiegene Zahl der Verkehrstoten in Nordrhein-Westfalen wird die Polizei stärker gegen das Telefonieren am Steuer vorgehen und Handys häufiger sicherstellen. Die Zahl der Unfalltoten stieg 2014 gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent oder 41 Todesopfer auf 520 Menschen, berichtete NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am 9. Februar 2015 in Düsseldorf.

Zunehmende Smartphone-Nutzung beim Fahren

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'Sollen nach einem Unfall Handydaten ausgelesen werden?'

Zwar sei das Telefonieren mit dem Handy in der Hand am Steuer verboten, sobald der Motor läuft – es koste 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Die Polizei beobachte dennoch eine zunehmende Nutzung von Smartphones beim Fahren. Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage sei genauso gefährlich wie 0,8 Promille Alkohol im Blut. Wer eine SMS am Steuer schreibe, reagiere wie ein Fahrer mit 1,1 Promille. Beim Verdacht des Unerlaubten Telefonierens am Steuer werde die Polizei bei einem Unfall mit Verletzten das Handy sicherstellen und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft die Kommunikationsdaten auswerten.
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Tödliche Verkehrsunfälle in Nordrhein-Westfalen
Im Jahr 2014 nahm in Nordrhein-Westfalen besonders die Zahl der getöteten Radfahrer zu: um 21,4 Prozent auf 68 Tote. Die Zahl der Schwerverletzten stieg um 11 Prozent auf 13.490. Auch bei den Fußgängern (115 Tote/plus 5,5 Prozent) und den Pkw-Insassen (214 Tote/plus 5,5 Prozent) gab es mehr Todesopfer. Nahezu unverändert blieb nur die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer (70/plus 1,4 Prozent). Im Jahr 2013 war die Zahl der Verkehrstoten in NRW auf ein neues Rekordtief gesunken. Damals starben 479 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Das Jahr 2014 weise laut Innenmininster Ralf Jäger den zweitniedrigsten Wert auf.
Zwar sei die Zahl der registrierten Fälle, bei denen das Handy beim Unfall eine Rolle spielt, eher gering. Man gehe aber von einem großen Dunkelfeld aus. Es brauche klarere rechtliche Vorschriften, die das Nutzen von Mobiltelefonen im Straßenverkehr deutlich einschränken. So sei das Tippen einer SMS auf einem Smartphone in einer Halterung nicht vom Verbot abgedeckt. Und der Motor laufe bei Hybrid-Fahrzeugen nicht immer, auch wenn das Auto fahre.

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Handy am Steuer

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