Nürburgring VLN 2009

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Nürburgring VLN-Saison 2009

— 16.04.2009

Meine Ring-Sicht

Mit einem fünften Platz beendete der Porsche des Frikadelli Racing Teams das VLN Auftaktrennen. Mit an Bord: Sabine Schmitz. In AUTO BILD MOTORSPORT erklärt die Speedbee die Besonderheiten der Grünen Hölle.

Die "schnellste Frikadelle der Welt", der Porsche 997 Supercup des Teams Frikadelli Racing, wird in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring um den Ring gejagt. Das erste Rennen der VLN-Saison 2009 beendete der rasende Fleischklops auf dem fünften Platz. Zur Besatzung gehört neben Klaus Abbelen (Barweiler) und Dr. Edgar Althoff (Dülken) auch "Speedbee" Sabine Schmitz. Schon bevor die passionierte Reiterin und Hobby-Pilotin eine Rennlizenz hatte, war sie auf der Nordschleife unterwegs – heimlich mit Mamas Auto. Mit 19 Jahren begann sie ihre motorsportliche Karriere. Zunächst mit Leistungsprüfungen, dann im Langstreckenpokal. Bis heute hat sie über 24.000 Runden auf der Nordschleife absolviert. Sabine Schmitz fährt in der Langstreckenmeisterschaft im Frikadelli-Porsche 997 und kennt jeden Grashalm der Grünen Hölle persönlich. 21 Jahre Motorsport auf dem Ring machen es möglich. Wer könnte also besser die Nürburgring-Nordschleife erklären, als eine, die direkt neben ihr, in Adenau, zur Welt kam

Hatzbach/Hocheichen

Hatzenbach: Im dritten Gang durch die Kurve und dann voll in die Eisen.

Die VLN fährt zwar auch auf der Kurzanbindung der Grand-Prix-Strecke, aber mal ehrlich, da kann ja jeder fahren. Das erste knifflige Stück ist dieses Geschlängel kurz nach der Einfahrt auf die Nordschleife. In meinem Porsche komme ich im dritten Gang durch die Hatzenbach-Kurven und muss vor der ersten Rechtskurve von Hocheichen voll in die Eisen steigen. Den Kerb rechts auf keinen Fall mitnehmen. Im Regen gilt für die komplette Nordschleife: Bleibt von den Randsteinen weg. Nach der ersten Linkskurve fahre ich möglichst sauber durch die kleine Schikane, bleibe am Ende weit rechts. Die letzte Kurve fällt nach innen ab und lädt ein, zu früh einzulenken. Lange rechts bleiben und dann erst spät linksrum.

Adenauer Forst

Adenauer Forst: Auf zwei Linien durch den Wald, eine Für Touris, eine für Profis.

Im Adenauer Forst gibt es zwei Linien: die für Touristen und die für Profis. Eigentlich geht dieser Streckenabschnitt schon in der Fuchsröhre los. Wenn ich dort rauskomme, sollte ich den Kerb links nicht mitnehmen. Die Schikane im Adenauer Forst fahre ich mittig an. Das sieht zwar komisch aus, bringt aber den meisten Speed. Nach der ersten Rechtskurve muss das Auto wieder schnell gerade stehen, weil dann die größte Bremswirkung da ist. Ich bleibe links am Kerb, ziele geradeaus auf die Leitplanke und fahre dann durch die enge Linkskurve. Überholen ist in der Kurve unmöglich, erst am Ausgang der Schikane kann man, wenn nötig, rechts am Gegner vorbei. Ist alles frei, am Ende unbedingt links bleiben, da das Auto hier mehr Speed aufbauen kann.

Karussell

Das Karussell ist wohl der berühmteste Streckenabschnitt und zugleich von außen einer der spektakulärsten. Fahrerisch ist es gar nicht so schwer, hier gut durchzukommen. Für alle Fahrer gilt: Wer zuerst da ist, fährt auch zuerst ins Karussell. Angriffe enden hier meist in der Leitplanke. Bevor ich ins Karussell reinfahre, bremse ich auf etwa 85 Stundenkilometer ab und bleibe ganz lang im oberen Bereich. Wenn links von mir die Betonplatten anfangen, lasse ich mich langsam in die Steilkurve fallen. Manch einer fährt sogar bis runter auf den flachen Bereich. Macht das bloß nicht! Stoßdämpfer und Radaufhängung werden es euch danken. Trotzdem wird das Auto auf den Betonplatten extrem durchgeschüttelt. Da ist der Sport-BH für mich Pflicht. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen ich das Lenkrad ganz fest mit beiden Händen festhalte. Beschleunigen sollte man im Karussell nicht. Wer schneller, als die besagten 85 km/h fährt, fliegt raus. Erst wenn der Beton wieder flacher wird und die Schräge endet, kann man Gas geben und das Karussell mittig verlassen. Vor ein paar Jahren bin ich hier mal auf allen vieren aus dem Karussell gekrabbelt. Beim Anbremsen ist mir ein Reifen geplatzt, das Auto überschlug sich und blieb auf dem Dach in der Schräge liegen. Ich konnte nicht einmal die Türen öffnen. Erst die Streckenposten haben mich befreit.

Sehen Sie in unserer Bildergalerie weitere interessante Stellen der Grünen Hölle, und lassen Sie sich von Speedbee Sabine Schmitz die Boliden der VLN-Saison 2009 vorstellen. Die ausführliche Analyse der Nordschleife des Nürburgringes lesen Sie auch in der aktuellen Ausgabe von AUTO BILD MOTORSPORT.

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