Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU)

Nummernschilder: Alte Kennzeichen

Nummernschilder: Alte Kennzeichen

— 30.12.2015

Fast 300 alte Kennzeichen wiederbelebt

Bilanz nach drei Jahren: Alte Kfz-Kennzeichen sind gefragt. Fast 300 der früher ausrangierten Regional-Nummernschilder wurden seit 2012 wiederbelebt.

(dpa/de/brü/mas) Retrokennzeichen sind hip: Bundesweit sind inzwischen 295 einst ausrangierte regionale Kürzel genehmigt worden. Das teilte das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage mit. Seit Ende 2012 können die Länder beim Bund wieder die alten Buchstabenkombinationen beantragen, die einst bei Gebietsreformen weggefallen waren. Drei Jahre später haben zwölf der 16 Länder davon Gebrauch gemacht. Mit einem Comeback vertrauter Kennzeichen wollen viele Kommunen die regionale Identität stärken – die Lokalpatrioten freut's.
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Allein in Bayern wurden 61 alte Kürzel reaktiviert, in Sachsen 45 und in Sachsen-Anhalt 38. In Schleswig-Holstein kehrten zwei ausrangierte Kombinationen zurück, in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz jeweils zehn. Zu den reaktivierten Kennzeichen gehören ANG für Angermünde in der brandenburgischen Uckermark wie ÖHR für Öhringen in Baden-Württemberg und ZR für Zeulenroda in Thüringen. In Deutschland steht beim sogenannten Unterscheidungszeichen der erste Buchstabe beziehungsweise die erste Buchstabengruppe (maximal drei) auf dem Nummernschild für den Verwaltungsbezirk, in dem das Fahrzeug zugelassen wurde. Insgesamt gibt es rund 800 solcher Regionalkürzel.

Keine neuen Anträge auf Altkennzeichen

Insgesamt hat sich die Renaissance der Altkennzeichen aber zuletzt verlangsamt und könnte möglicherweise abgeschlossen sein. Ende 2013 waren bereits 261 ausrangierte Kürzel wiederbelebt worden. Seitdem kamen noch 34 hinzu, und im vierten Quartal 2015 waren es nur noch zwei. Neue Anträge lagen dem Ministerium Stand Dezember 2015 nicht zum Entscheiden vor. Keine Wünsche meldeten weiterhin die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie das Saarland an.

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'Neue Kennzeichen-Kürzel für Lokalpatrioten?'

Für Autobesitzer sind die Alternativ-Kennzeichen freiwillig. Wer sein Nummernschild auswechseln will, muss die üblichen Gebühren bei der Zulassungsstelle zahlen. Das ist es vielen Autofahrern aber offenbar wert: Sie haben sich ihr Wunschkennzeichen mit neuem alten Kürzel bereits besorgt. Schon Ende 2013 gab es in den 38 Zulassungsbezirken in Bayern mit Nostalgie-Kennzeichen knapp 70.000 zugeteilte Altkennzeichen.
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Nicht jedes Kürzel wird genehmigt

CAS, GEL, LÜN: Lokalpatrioten freuen sich über ihre alten regionalen Kennzeichen. 

Das Bundesministerium genehmigt die Kürzel in der Regel, wenn sie nicht vergeben sind und nicht gegen gute Sitten verstoßen. Ohnehin tabu sind etwa Abkürzungen aus der Zeit des Nationalsozialismus wie SA, SS und HJ. Auch Kürzel aus DDR-Zeit werden nicht wiederbelebt. Am Kürzel-Comeback hatte es auch Kritik gegeben. Dies behindere das Zusammenwachsen in Landkreisen, die bei Gebietsreformen geschaffen wurden, hatte der Landkreistag zur Einführung moniert.
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