Ökosteuer, Maut, Versicherung

Das ändert sich 2003 Das ändert sich 2003

Ökosteuer, Maut, Versicherung

— 19.12.2002

Das ändert sich 2003

Teures neues Jahr: Die Ökosteuer steigt und der Fiskus nimmt Dienstwagenfahrer voll ins Visier.

Beim Tanken kassiert der Staat 76 Prozent

Rot-Grün will auch im neuen Jahr nur unser Bestes – unser Geld. Das Programm "Tanken für die Rente" wird mit einer weiteren Erhöhung der "Öko"-Steuer um 3,07 Cent pro Liter fortgesetzt. Ist das alles? Leider nicht, denn auf die "Öko"-Steuer wird noch mal Mehrwertsteuer aufgeschlagen, sodass die wirkliche Steuererhöhung 3,56 Cent pro Liter beträgt. Bedeutet: Ab Januar zapft der Finanzminister satte 80 Cent pro Liter Sprit in die Staatskasse. Macht in Prozent eine abenteuerliche Abkassierquote von 76 Prozent.

Wie sich das auf den Geldbeutel des Autofahrers auswirkt? So: Ein Auto mit acht Liter Verbrauch kostet bei 14.000 Kilometer Fahrleistung im Jahr rund 40 Euro mehr. Vielfahrer mit 40.000 Kilometer Fahrleistung zahlen 114 Euro drauf. Diese Erhöhung soll die letzte sein, verspricht die Regierung treuherzig, noch. Doch nicht zu früh gefreut! Schon 2004 soll die Kfz-Steuer für Autos der Euro-Normen zwei, drei und vier um bis zu 32 Prozent steigen.

Dienstwagensteuer wohl deutlich rauf

Noch weitaus happiger fiele die Erhöhung der Dienstwagensteuer aus, wenn sie wie geplant kommen sollte. Der Bundesrat soll im März entscheiden. Wird das Gesetz verabschiedet, tritt es noch 2003 in Kraft. Dann müssten monatlich statt ein Prozent 1,5 Prozent des Listenpreises mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Betroffen wäre keine Randgruppe, sondern zwei Millionen Vielfahrer. Rechenbeispiel: Bei einem Steuersatz von 35 Prozent sowie einer täglichen Strecke von 20 Kilometern zur Arbeit stiege die Belastung für einen 25.000 Euro teuren Wagen um 525 Euro jährlich, für einen 40.000-Euro-Wagen um 840 Euro. Übrigens: Der häufigste Dienstwagen ist ein Golf.

Teurer wird es ab August auch für den Gütertransport per Laster auf Deutschlands Autobahnen. Die Maut pro Kilometer wird je nach Klasse bei zehn bis 17 Cent pro Kilometer liegen. Die Technik steht – und könnte künftig jeden Autofahrer ganz automatisch abkassieren.

Gleich mehrere Änderungen gibt es in der Kfz-Versicherung: Das System der Kasko-Typklassen wird geändert. Die Zahl der Typklassen sinkt in der Vollkasko von 31 auf 25 und in der Teilkasko von 31 auf 24. Die neue Einteilung gilt jedoch nur für neue Verträge ab 2003. Alte Policen werden erst bei einer Vertragsänderung umgestellt, dabei kann die Rechnung höher oder niedriger ausfallen.

Doppelkarten nur noch bis 31. März gültig

Die Doppelkarte bei der Autoanmeldung verschwindet, der Versicherer wird künftig elektronisch über das Kraftfahrtbundesamt informiert. An die Stelle der Doppelkarte tritt eine einfache Bestätigungskarte der Versicherung. Doppelkarten können noch bis 31. März 2003 verwendet werden.

Wer im Ausland unverschuldet einen Autounfall hatte, musste sich sein Geld bislang direkt beim ausländischen Versicherer holen. Künftig soll das einfacher laufen. Denn ab 2003 müssen die Versicherer in jedem Land einen Beauftragten für die Schadenzahlung haben. Wer also etwa in Italien Opfer eines Unfalls wird, kann sich künftig in Deutschland direkt an den Beauftragten der italienischen Versicherung wenden. Wer das ist, erfährt der Geschädigte in Deutschland vom Zentralruf der Autoversicherer (Tel. 0180-250 26). Ob’s klappt? Wäre ja schön, wenn tatsächlich einmal der Autofahrer schneller zu seinem Geld kommt.

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