Ölfilter-Dauertest

Ölfilter-Dauertest Ölfilter-Dauertest

Ölfilter-Dauertest

— 05.04.2005

Test bestanden...

... zumindest aus technischer Sicht. Auf der Kostenseite bleibt das Ergebnis eher ernüchternd. Denn sparen kann man mit dem UNI-Filter kaum.

Zweiter Versuch mit Spezial-Additiv

Nie wieder Öl wechseln. Ein Versprechen, fast zu schön, um wahr zu sein. Schließlich fließt mit dem Altöl auch jede Menge Geld aus dem Portemonnaie. Von der ökologischen Seite mal ganz zu schweigen. Aber, wie heißt es doch: Nichts ist unmöglich. Und so versuchen seit Jahren diverse Hersteller mit Nebenstromfiltern ihr Glück.

Das Ergebnis konnten treue AUTO BILD-Leser erstmals 1991 in Ausgabe 15 lesen: Nach 60.000 Kilometern ohne Wechsel reagierte das Öl sauer, der Nebenstromfilter-Versuch wurde abgebrochen. Grund: Der Feinstfilter konnte zwar mikroskopische kleine Verunreinigungen aus dem teuren Schmierstoff herauspicken, die chemische Alterung durch die hohe Beanspruchung im Motor aber nicht stoppen.

Aus Fehlern wird man klug. Beim System von UNI-Filter wird deshalb alle 30.000 Kilometer die Feinstfilterpatrone gewechselt, gleichzeitig der Additive-Anteil im Öl durch die Zugabe von 0,7 Liter Additiv-Booster aufgefrischt. Zusammen mit dem Auto Club Europa (ACE) rüsteten wir einen Passat 1.9 TDI mit dem Nachrüstfilter für einen 90.000-Kilometer-Dauertest aus. Bei dem von UNI-Filter alle 30.000 Kilometer vorgeschriebenen Filterpatronenwechsel ging jeweils eine kleine Ölprobe ins DEKRA-Labor.

Technisch okay, aber nicht wirtschaftlich

Ergebnis: Es entsprach in allen Proben nahezu Frischöl-Qualität. Weiterverwendung bedenkenlos möglich. Auch die Zerlegung des Motors am Ende unseres Dauerlaufs ergab keine Beanstandungen. So weit, so gut. Aber wie sieht es auf der Kostenseite aus?

Antwort: Mager, denn in die Sparzone fährt der UNI-Filter im Vergleich zu einer VW-Vertragswerkstatt erst beim dritten Ölwechsel (90.000 km), bei ATU sind sogar sechs erforderlich. Anders sieht es für die Umwelt aus, jeder eingesparte Ölwechsel senkt den Frischölbedarf, und der ist, bei rund 45 Millionen deutschen Pkw-Zulassungen gewaltig.

Fazit: nicht für jeden Pkw eine Empfehlung Sparen mt dem UNI-Filter? Schon jetzt kaum möglich. Und die Ölwechselintervalle werden immer länger. Weitere Probleme: 1. Es gibt nur wenige Service-Stationen für Einbau und Patronenwechsel. 2. Kurzstrecken-Fahrer sollten auf den UNI-Filter verzichten. Denn im Öl gesammelter Kraftstoff wird nicht entfernt, verschlechtert den Schmierfilm.

Ergebnisse aus Labor und Werkstatt

Was passiert mit Öl und Motor beim Fahren ohne Ölwechsel? Wie wirkt sich das Feinstfiltern und das Zugeben des Additiv-Öls auf die Ölqualität am Ende des Tests aus? Ergebnis des DEKRA-Labors: Verschleißmetalle, Viskosität und Verunreinigungen im Öl – alles im grünen Bereich. Das Öl hätte problemlos weiterverwendet werden können.

Auch für die Motor-Demontage gilt: Im Vergleich zu einem Motor mit konventionellem Hauptfilter und Ölwechsel nach Werksangabe: keine Unterschiede. Die Tragbilder der Lagerschalen sind okay, Kolben und Zylinderlaufflächen ebenfalls. Hätten wir den Motor nicht zerlegt, wären auch weitere 90.000 Kilometer kein Problem. Das System aus Nebenstromfeinstfilter und Synthetik-Öl hat den Praxistest im Passat von AUTO BILD und ACE bestanden.

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