Ölreserven werden knapp

Ölreserven werden knapp

— 18.04.2006

Kurz vorm Knall

Das Rohöl-Rekordhoch ist fast erreicht. Die Energie-Konzerne begründen den Preisanstieg mit hoher Benzin-Nachfrage in den USA.

Der Ölpreis hat die 70-Dollar-Marke durchbrochen und steht kurz vor dem Rekordhoch von 70,85 Dollar aus dem August 2005. Analysten begründeten den Preisanstieg mit der Sorge, daß es wegen eines starken Rückgangs der Benzinvorräte in den USA zu Lieferengpässen kommen könnte. Zudem wächst die Angst, daß die USA wegen des Atomstreits mit dem Iran dessen Nuklearanlagen angreifen könnten.

Der Ölmarkt wird nach Einschätzung des Energiekonzerns BP noch mehrere Jahre benötigen, um sich wieder zu normalisieren. "Wir werden bis zum Jahr 2010 warten müssen, ehe es wieder ausreichende freie Förderkapazitäten gibt", sagte BP-Experte Christof Rühl. Die knappen freien Kapazitäten seien die Erklärung für das teure Öl.

Die Mineralölkonzerne wehren sich unterdessen gegen die heftige Kritik am Benzin-Preisanstieg zur Osterferienzeit. Nach Darstellung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) sind die Preise für Benzin und Diesel in Rotterdam in den vergangenen Wochen um 30 Prozent gestiegen. Amerikanische Unternehmen hätten in großem Stil in Europa eingekauft und so zu Verteuerung beigetragen. Zudem sei der Rohölpreis im gleichen Zeitraum um 14 Prozent gestiegen.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte den Ölkonzernen Preistreiberei vorgeworfen. MWV-Hauptgeschäftsführer Klaus Picard konterte: "Es war unser Fehler, daß wir einen neuen Minister nicht in die Hintergründe der Benzinpreisbildung eingewiesen haben. Das müssen wir nachholen." Er verwies unter anderem auf die Mineralölsteuer. In Deutschland gebe es vor Steuern den niedrigsten Benzinpreis in ganz Europa. "Der Staat ist der eigentliche Preistreiber."

Die Erdölorganisation Opec ist nach eigenen Angaben machtlos gegen den hohen Öl-Preis. "Ich glaube, daß der Preis zu hoch ist, aber es gibt nichts, was wir dagegen tun könnten", sagte der Öl-Minister von Katar, Abdullah al-Attaijah. Auf die Frage, ob diese für die Weltwirtschaft schädlich sei, sagte der Minister: "Wenn der Preis über 60 Dollar steigt, fange ich an, mir Sorgen zu machen." Katar gehört zu der Organisation der Erdöl exportierenden Staaten (Opec), die über drei Viertel der weltweiten Erdölreserven verfügen.

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