Grenzübergang

Offene Ostgrenzen

— 21.07.2008

Schmuggel und Autoklau

Funktionierende grenzüberschreitende Zusammenarbeit oder rapide Zunahme der Kfz-Diebstähle? Die Bilanz gut sechs Monate nach Öffnung der Ostgrenzen fällt recht unterschiedlich aus.

Ein halbes Jahr nach dem Wegfall der Kontrollen an den deutschen Ostgrenzen hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine positive Zwischenbilanz gezogen. Der Minister zu AUTO BILD: "Deutsche, Polen und Tschechen gehen verstärkt gemeinsam gegen grenzüberschreitende Kriminalität vor." Laut Bundespolizei wurden im ersten Halbjahr 1727 illegale Einreisen festgestellt. 1224 Personen mussten in ihre Herkunftsländer zurück. Seit Öffnung der Grenzen am 21. Dezember 2007 gilt die sogenannte Schleierfahndung (30-Kilometer-Zone mit verstärkten Polizeikontrollen). Dabei gingen dicke Fische ins Netz:

• Am 20. Mai stoppte die Bundespolizei auf der A11 einen polnischen Transporter mit einem geklauten BMW Z4.
• Sechs Tage später entdeckte der Zoll bei der Kontrolle eines polnischen Lkw auf der A12 insgesamt 503.000 unversteuerte Zigaretten der Marke Jing Ling mit russischer Banderole. Die Kippen waren hinter einer Tarnladung Toilettenbecken versteckt.
• Am 16. Juni stoppten Fahnder ebenfalls auf der A12 einen polnischen Ford Galaxy. Im Kofferraum befanden sich mehrere Tausend Tabletten.

Polizeigewerkschaftler widerspricht: Zahl der Diebstähle verdoppelt

Der brandenburgische Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP, Andreas Schuster, wirft dem Innenminister vor, die Fahndungserfolge schönzureden. "Die Grenzen sind keineswegs sicherer geworden. Mangels Personal laufen wir den Problemen und den Ganoven hinterher. Allein die Zahl der Diebstähle aus und von Kfz hat sich im Grenzgebiet zu Polen mehr als verdoppelt!"

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