Opel Agila (ab 2000)

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Opel Agila (ab 2000)

— 11.02.2004

Opels große Nummer

Der kleine Agila trumpft in Sachen Qualität ganz groß auf – wie sein Erfolg im AUTO BILD TÜV-Report 2004 zeigt.

Qualität im TÜV-Report

Es war einmal ... So begann vor gar nicht langer Zeit jede Geschichte zum Thema "Qualität bei Opel". Die Neunziger waren ein einziges Fiasko. Wir erinnern uns heute noch an den brennenden Astra, den rostigen Omega und die tragischen Crash- Resultate des Sintra. Nicht vergessen auch die eingerissenen B-Säulen des Corsa. Und dann kam der Zafira – und mit ihm die Wende.

Mit den aktuellen TÜV-Zahlen steht nun endgültig fest, dass Opel die Kurve gekriegt hat. Immerhin belegte der Agila im AUTO BILD TÜV-Report 2004 (ab sofort am Kiosk für 3,60 Euro erhältlich) in der Gruppe der Ein- bis Dreijährigen den zweiten Platz. Besser war nur der Audi A2; Honda Logo und Toyota Yaris teilen sich den zweiten Rang mit dem Agila, danach folgt der Toyota RAV4. Also keine Prüfungsangst vor dem TÜV-Termin, zumindest bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren.

Wie die Zeit bis zur Hauptuntersuchung verläuft, ist in den einschlägigen Internet-Foren nachzulesen. Bei www.agila-forum. de, einer der schöneren Seiten ihrer Art, schreiben zufriedene Zeitgenossen. Man freut sich über billige Kofferraumtaschen aus dem Zubehörangebot und über jeden positiven Testbericht – schöne heile Opel-Welt.

Motor und Karosserie

Grundsätzlich macht der Agila kaum Probleme: Nichts klappert, und wenn mal die Tankuhr übertreibt, hat der Opel-Mechaniker auch dieses Leiden mit einem Handgriff repariert. Am Gebrauchtwagenmarkt gilt der Agila als gefragter Zeitgenosse, bietet viel Transportraum für kleines Geld; immerhin steht der billigste Agila mit 5200 Euro in der Liste.

Opel war im Angebot der Farbenvielfalt stets etwas übermütig, wobei die exotischen Metallictöne von Zweitbesitzern nicht besonders honoriert werden. Wirklich Sinn macht die aufpreispflichtige Klimaanlage, denn der kleine Glaskasten kann sich im Sommer stark erwärmen und zum Treibhaus werden. Selten zu finden ist das manuelle Schiebedach: Es hält bei guter Pflege dicht und scheppert nicht, kann also empfohlen werden.

Das gilt auch für den durchzugsstarken Diesel mit 70 PS, der allerdings nur neu oder als junger und entsprechend teurer Vorführwagen zu bekommen ist. Ein Wort zur Familie des Agila: Er hat noch einen jüngeren und nahezu baugleichen Bruder, den Suzuki Wagon R+.

Im AUTO BILD TÜV-Report 2004 ist er allerdings noch nicht vertreten, hier wird nur das Vorgängermodell gelistet. Wer nun besser ist, Opel oder Suzuki, kann erst nächstes Jahr bewertet werden. Wir sind schon gespannt, immerhin ist der Agila eine Entwicklung von Suzuki, und gebaut wird er im polnischen Gleiwitz, nicht etwa in Rüsselsheim.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 4/00 Einführung des Opel Agila. Motor: 1.0 12V (58 PS) und 1.2 16V (75 PS) 5/01 Sondermodell "Color Edition": Frischere Farben für den Innenraum, Radio CDR 2005 serienmäßig 11/01 Sondermodell Njoy: 14-Zoll-Leichtmetallräder und Klarglasscheinwerfer in Serie 1/04 Der Agila erreicht im AUTO BILD TÜV-Report 2004 bei den Mängelzwergen der Klasse "1- bis 3-jährige Autos" den zweiten Platz

Schwachstellen • die Batterie hat im Opel Agila das Schicksal aller Stadtautos zu ertragen: Kurzstreckenfahrten leeren den Stromspender, und so wird er mit der Zeit absolut kraftlos • ebenso ein Kurzstreckenleiden sind durchgerostete Auspuff-Schalldämpfer, verschlissene Bremsscheiben und abgeschliffene Bremsklötze sowie – nach etwa 100.000 Kilometern – eine verschlissene Kupplung • nach etwa 50.000 Kilometern beobachteten schon mehrere Agila-Fahrer eine ungleiche Wirkung der Stoßdämpfer, die Differenz zwischen den beiden Seiten an einer Achse darf nicht mehr als zehn Prozent betragen • Rost an der Karosserie haben wir bis heute nur an schlecht reparierten Unfallfahrzeugen gesehen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Opel Agila 1.2 16V, 55 kW/75 PS, Baujahr 2000. Hier haben die Konstrukteure auch an den Mechaniker gedacht, die wichtigsten Arbeiten lassen sich mit relativ geringem Zeitaufwand erledigen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Mit dem Agila ist Opel ein großer Wurf gelungen, wie die erste Hauptuntersuchung nach drei Jahren eindrucksvoll zeigt: Bestnoten für Rostvorsorge, Hinterachse, Ölverlust am Antriebsstrang und die beiden Antriebswellen. Lediglich durchschnittlich ist die Wirkung der Fußbremse an der Vorderachse. Viel besser kann die Statistik nicht aussehen, Opel hat sich mit dem Agila den Spitzenplatz im AUTO BILD TÜV-Report redlich verdient." Rainer Fass, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Opel Agila 1.2 16V (55 kW/75 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 56 Euro im Jahr/Euro 4 Testverbrauch: Werksangabe 6,3 Liter, gemessen 6,9 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (15/504 Euro SB): 645 Euro. Teilkasko (22/151 Euro SB): 139 Euro. Haftpflicht (13): 743 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: jährlich bzw. nach 30.000 km, etwa 200/300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 37 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1000 Euro Verlust

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