Opel Ampera-e (2017): Vorstellung

Opel Ampera-e (2017): Vorstellung

Opel Ampera-e (2017): Vorstellung

— 22.09.2017

Alle Infos zum Reichweiten-Champion

Der neue Opel Ampera-e soll über 500 Kilometer mit einer Akkuladung schaffen – und binnen einer halben Stunde Strom für 150 Kilometer nachladen. Kaufen kann man den Stromer allerdings nicht!

Vorstellung: Das kostet der Ampera-e
Interieur: Viel Platz auch in der zweiten Reihe
Fahren: Reichweite hängt vom Fahrstil ab
Ausstattung: Bestellbar als First Edition
Connectivity: Neueste Technologien an Bord (Update!)
Technische Daten und Preise: Der Ampera-e kann nur geleast werden

Vorstellung: Das kostet der Ampera-e

Nichts weniger als den Reichweiten-Champion unter den Elektroautos will Opel mit dem Ampera-e auf die Räder gestellt haben. Ganz offiziell gibt Rüsselsheim jetzt 520 Kilometer Reichweite an. Das ist beachtlich, denn die besten Konkurrenten, wie etwa der neue VW E-Golf oder der BMW i3, kommen gerade einmal auf rund 300 Kilometer. Der Ampera-e dagegen soll es auch im wahren Leben auf 380 Kilometer schaffen. Den Opel Ampera-e gibt es, anders als seine Konkurrenten, aber nicht zu kaufen, er kann nur geleast werden. Die monatliche Rate liegt bei 600 Euro. Auch nach dem Ende des dreijährigen Leasingvertrages ist ein Kauf des Ampera-e nicht möglich, der Wagen geht zurück an Opel. Derzeit kann der Ampera-e aufgrund der hohen Nachfrage nicht vorbestellt werden (Stand: September 2017), Probefahrten mit den ersten Elektroautos sind seit Juni möglich.
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Das 4,17 Meter lange Elektroauto übernimmt weitgehend die Technik des Chevrolet Bolt EV. Mit 360 Newtonmetern maximalem Drehmoment und 204 PS Leistung ist der Ampera-e der stärkste seiner Klasse. Dazu kommt die deutlich höhere Reichweite im Vergleich zu anderen Stromern. An einer Schnellladestation mit 50 kW Gleichstrom soll das Aufladen extrem fix gehen – 150 zusätzliche Kilometer sollen nach einer guten halben Stunde möglich sein. Voraussetzung: Man hat Zugang zu einer entsprechenden Ladesäule, denn das Nachtanken über Wallbox oder Haushaltssteckdose dauert natürlich länger. Der E-Opel beschleunigt in 3,2 Sekunden auf Tempo 50, der Topspeed ist zugunsten der Reichweite auf 150 km/h begrenzt. Durch die zehn Batterie-Module im Unterboden soll der Ampera-e bis zu fünf Personen Platz bieten und auch noch maximal 381 Liter Gepäck fassen. Zusätzlich ist der Stromer mit dem neuen IntelliLink-Infotainment und OnStar ausgestattet. Auch Apple CarPlay und Android Auto sind mit an Bord.

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Interieur: Viel Platz auch in der zweiten Reihe

Anders als im BMW i3 paart Opel das Antriebskonzept nicht mit einer futuristischen Architektur. Der Schalthebel sitzt im Ampera-e an der gewohnten Stelle, die Instrumenten-Einheit ist zwar digital, aber steckt in einem konventionellen Gehäuse. Die einzige Ausnahme bildet die freistehende Mittelkonsole mit dem 10,2-Zoll-Touchscreen. Unter dem Design-Bogen, der sich quer durchs Cockpit zieht, schimmert eine weiße Ambientebeleuchtung. Wie steht es um Materialien und Qualitätsanmutung? Die Basis ist ja ein US-Auto – da rümpfen Haptik-Fans gerne mal die Nase. Also das Armaturenbrett abklopfen: Keine Beanstandungen – nichts klappert. Aber die Fingerspitzen fahren an Türinnenseiten und Armaturenbrett über harte Plastik-Formationen.

Der Schalthebel sitzt im Ampera-e an der gewohnten Stelle, die Instrumenten-Einheit ist zwar digital, aber steckt in einem konventionellen Gehäuse.

Großzügig sind die Platzverhältnisse im Innenraum. Die Kopffreiheit ist tadellos, obwohl die Sitzposition recht hoch ist. Außerdem glänzt der Opel mit guter Übersichtlichkeit: Das kleine Fenster hinter der A-Säule sorgt für ein luftiges Gefühl im Innenraum. Die zehn Batteriemodule haben die Entwickler platzsparend im Unterboden verbaut. Der Mitteltunnel fällt ja ohnehin weg, sodass den Füßen nur die Vordersitze im Weg sind. Schnell von links nach rechts durchrücken, weil beispielsweise der Nebenmann zu dicht geparkt hat? Kein Problem! Ebenfalls positiv: Man muss hinten nicht mit angezogenen Knien oder einer extrem steilen Sitzlehne vorlieb nehmen. Im Gegenteil: Die Hinterbänkler sitzen aufrecht, haben dank der Van-artigen Karosserieform ordentlich Platz überm Kopf und trotz der recht steil verlaufenden Fensterlinie einen angenehmen Ausblick. Für kurze Strecken in der Stadt können hier sicher fünf Personen sitzen. Auf längeren Distanzen eignet sich der Ampera-e dann doch eher als Viersitzer. Und der Kofferraum? 381 Liter sollen reinpassen – nur der doppelte Ladeboden gaukelt Enge vor. Tatsächlich ist hier laut Opel mehr Platz als im größeren Astra. Der Ampera-e ist ein bodenständiger Stromer. Hoher Nutzwert ohne großes Schickimicki mit reisetauglichem Platz für vier.

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Fahren: Erster Test im Ampera-e

330 Kilometer Reichweite stehen bei Fahrtantritt auf der Anzeige im Cockpit. Das Auto ist voll beladen, aber der letzte Fahrer war wohl etwas flotter unterwegs, denn die Reichweite berechnet der Ampera-e auch anhand des Fahrstils. Nun ist erst einmal Rekuperation gefragt. Dafür hat der Ampera-e einen L-Modus, der das Schleppmoment so erhöht, dass eigentlich nicht mehr gebremst werden muss. Gerade im dichten Stadtverkehr macht das Spaß, denn das Auto bremst bis zum Stillstand runter. Das Fahren nur mit dem Strompedal und der Verzögerung durch die Energierückgewinnung, das sogenannte Ein-Pedal-Fahren, gelingt so schon ziemlich gut.

Über die "Sport"-Taste in der Mittelkonsole lässt sich der 76 Kilogramm schwere E-Motor auch auf flott trimmen.

Wem das nicht genügt, der kann über eine Taste links hinterm Lenkrad die Wiedergewinnung der elektrischen Energie nochmals erhöhen. Das geht auch im D-Modus, bei dem der Ampera-e wie ein Verbrenner mit ausgekuppeltem Motor dahinrollt. Im Test gewinnt das Elektroauto auf den ersten 63 Kilometern sogar an Reichweite: Immerhin um einen Kilometer auf 331 Kilometer ist die Prognose gestiegen. Bei vorausschauender Fahrweise werden die 380 Kilometer glaubwürdig. Im Stadtverkehr geht natürlich bei ständigem Abbremsen und Anfahren etwas mehr Energie drauf. Dennoch bleibt die Prognose erst mal positiv: 303 Kilometer stehen noch im Cockpit. Und das nach 101 Kilometern Strecke! Spieltrieb hin, Reichweite her: Über die "Sport"-Taste in der Mittelkonsole lässt sich der 76 Kilogramm schwere E-Motor auch auf flott trimmen, dann ist auch ein Zwischenspurt zum Überholen auf der Landstraße ist drin. Das macht Spaß und lässt die meisten Verbrenner alt aussehen – kostet aber natürlich Reichweite. Eine Energie-Anzeige gibt derweil alle Infos zum Verbrauch. Am Ende ist der Ampera-e 133 Kilometer gestromert, und es stehen noch 252 Kilometer Reichweite auf der Uhr. Der Energieverbrauch wird vom Bordcomputer mit 13,6 Kilowattstunden angegeben. Versprechen gehalten, möchte man sagen. Ob es am Ende reale 380 Kilometer werden, muss einem späteren Test in der Praxis vorbehalten bleiben.

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Ausstattung: Bestellbar als First Edition

Die Ampera-e First Edition mit Metallic-Lackierung, 17-Zoll-Alufelgen sowie Premium- und Assistenz-Paket.

Zunächst gibt es den Ampera-e ausschließlich als First Edition mit Metallic-Lackierung, 17-Zoll-Alufelgen sowie Premium- und Assistenz-Paket. An Bord sind Frontkamera mit Abstandsanzeige und Verkehrsschilderkennung, Rückfahrkamera inklusive Spurwechsel-, Rückfahr- und automatischem Park-Assistenten. Im Innenraum gibt es eine Lederausstattung mit beheizbarem Lederlenkrad, Sitzheizung vorn und hinten sowie ein Bose-Sound-System.

Connectivity: Neueste Technologien an Bord

Das System im Opel Ampera-e ist übersichtlich und wirft wenige Fragen auf. In der Mittelkonsole sitzt ein 10,2 Zoll (25,9 Zentimeter) riesiger Touchscreen. Anders als in anderen Autos ist der aber vor allem für die Generation Smartphone entwickelt: Ein Navi gibt es nicht, stattdessen binden Sie ins Opel-System das eigene Smartphone per Kabel ein. Sowohl Android Auto als auch Apple CarPlay unterstützt der Ampera-e. Schön: Opel hat die Benutzeroberfläche optisch recht modern gehalten, sodass Smartphone-Apps und Opel-eigene Systeme (USB, Radio) optisch deutlich besser harmonieren als bei der Konkurrenz. Auflösung und Kontrast stimmen, sodass die Ablesbarkeit auch bei Sonneneinstrahlung gut ist. Die Außentemperatur und die Uhrzeit hätten ins Fahrer-Display gehört, auf dem sonst vor allem Geschwindigkeit, Batterieladezustand und Reichweite zu sehen sind.

Ein normales Navi gibt es nicht, Navigieren läuft übers Smartphone via Apple CarPlay oder Android Auto.

Später soll es eine Überarbeitung der MyOpel-App geben. Dann sollen Ampera-e-Fahrer schon vorab die Route planen und den Zwischenstopp bei Ladesäulen einplanen können. Das ist bei Elektroautos bitter nötig, denn vor allem Ladesäulen mit Gleichstrom sind heiß begehrt: Während Opel für einen 30-Minuten-Stopp am Haushaltsstrom gerade einmal sechs Kilometer zusätzliche Reichweite verspricht, laden öffentliche Stationen in der gleichen Zeit Strom für 150 Kilometer nach. Die MyOpel-App ist ein Teil des OnStar-Angebots, bei dem Opel-Fahrer auf Wunsch auch einen Concierge-Service geboten bekommt, der während der Fahrt Naviziele heraussuchen oder Hotelbuchungen übernehmen kann. Außerdem gibt es einen WLAN-Hotspot für die Passagiere. Geht deren Geräten der Saft aus, laden sie Smartphones und Tablets per USB an einem der vier USB-Ports wieder auf. Selbst ein Fach für induktives Laden ist dabei, mit dem kompatible Handys ganz ohne Kabel laden.

Elektroautos und ihre Reichweite

Technische Daten und Preise: Kein Kauf, nur Leasing

Opel Apera-e First Edition • Motor: Elektroantrieb, vorne quer • Leistung: 150 kW (204 PS) • Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h • Beschleunigung 0-100 km/h: 7,2 s • max. Drehmoment: 350 Nm • Batterie: 60 kWh Lithium-Ionen • L/B/H: 4,17 / 1,77 / 1,60 Meter • Kofferraum: 381 Liter • Leergewicht: 1616 kg • Verbrauch: 11,5 kWh/100 km • Garantie Batterie: 8 Jahre/160.000 k • Nur Leasing möglich, monatliche Rate 600 Euro bei 10.000 Kilometern Laufleistung pro Jahr.

Opel Apera-e • Motor: Elektroantrieb, vorne quer • Leistung: 150 kW (204 PS) • Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h • Beschleunigung 0-100 km/h: 7,2 s • max. Drehmoment: 350 Nm • Batterie: 60 kWh Lithium-Ionen • L/B/H: 4,17 / 1,77 / 1,60 Meter • Kofferraum: 381 Liter • Leergewicht: 1616 kg • Verbrauch: 11,5 kWh/100 km • Garantie Batterie: 8 Jahre/160.000 km • Nur Leasing möglich.

Opel Ampera-e (2017): Vorstellung, Fahrbericht, Infos

Autoren: , Jan Götze, Markus Mechnich, Peter R. Fischer, Max Wiesmüller

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