Opel Ampera im Gebrauchtwagen-Test

Opel Ampera Opel Ampera Opel Ampera

Opel Ampera: Gebrauchtwagen-Test

— 24.02.2017

Wie weit reichen 10.000 Euro?

In den Niederlanden finden sich gebrauchte Opel Ampera zum Schnäppchenkurs. Ein Wagnis, das durchaus aufgehen kann.

Fünf Jahre ist es her, dass Opel den großen Schritt wagt. Der Ampera soll 2012 nichts Geringeres sein als das erste bezahlbare Elektroauto auf dem Markt. Die Batterie ermöglicht, laut Opel, eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern, ein Vierzylinder sorgt anschließend als "Reichweitenverlängerer" für den Antrieb. Doch in der Realität sieht die Sache trister aus. Viele Fahrer schaffen höchstens 60 Kilometer, im Winter mit Heizung ist sogar schon nach 40 Kilometern Benzinbetrieb angesagt. Und auch der Preis bremst die Kauflaune. 45.000 Euro mag kaum jemand für den Akku­-Opel springen lassen.

Nur wenige Werkstätten sind für den Ampera zertifiziert

Sorgt für ein gutes Gefühl: Der Hersteller gibt auf den Akku eine Garantie über acht Jahre oder 160.000 Kilometer.

Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden liefen die Verkäufe dank enormer staatlicher Förderung deutlich besser. Weil die aber mittlerweile nicht mehr greift, schwappen viele Fahrzeuge über die Grenze zu uns. Auffällig sind die hohen Laufleistungen der Holland­-Ampera. Unser Testwagen sammelte in fünf Jahren stolze 216.000 Kilometer. Ohne große Probleme, denn der Ampera hält. Das Herstellervertrauen in den 16­-kWh­Lithium-­Ionen­-Akku ist so groß, dass es eine Garantie über acht Jahre oder 160.000 Kilometer gibt. Tatsächlich hat die Leistungsfähigkeit selbst bei unserem Dauerläufer kaum gelitten. Dafür steht der Wechsel der Kühlflüssigkeit für die Akkus an. Alle fünf Jahre werden so 400 Euro in der Werkstatt fällig. Und die muss erst mal gefunden werden. Opel­-Händler gibt's zwar wie Sand am Meer. Aber nur die wenigsten sind für den Ampera zertifiziert. In ländlichen Regionen kann das Anfahrten von einer Stunde und mehr bedeuten. Der normale Opel­-Schrauber wechselt am Ampera nicht mal die Räder.
Überblick: Alles zum Opel Ampera

Technische Daten: Opel Ampera
Motor Vierzylinder/Elektromotor
Hubraum 1398 cm³
Leistung Ottomotor 63 kW (86 PS) bei 4800/min
Leistung Elektromotor 111 kW (150 PS)
Drehmoment Otto/Elektro 30 Nm bei 4250/min/370 Nm
Höchstgeschwindigkeit 161 km/h
0–100 km/h 9,7 s
Kraftstofftank/Batterie 35 l Super/16 kWh
Getriebe/Antrieb Einstufenautomatik/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 4498/1787/1439 mm
Kofferraumvolumen 310­-1005 l
Leergewicht/Zuladung 1709/426 kg
Ein weiteres Problem sind die öffentlichen Ladestationen, die nur zwei Stunden blockiert werden dürfen. Für neue Elektroautos völlig ausreichend, doch der Ampera braucht fünf Stunden. Neben der geringen Reichweite ein untrügliches Indiz, dass Opels Technologieträger in die Jahre gekommen ist. Doch Gebrauchtkäufern kann das egal sein. Immerhin ist das Elektroauto so wirklich für jeden bezahlbar.
Info: Autokauf in Holland
Dank der EU sind Binnenzölle längst kein Thema mehr. Besonders einfach fällt der Gebrauchtwagenkauf in den Niederlanden aus. Für große Händler wie die Firma Indewal in Zwolle ist der Verkauf an Deutsche Routine. Der Transport erfolgt auf dem Trailer oder mit dem Kurzzeitkennzeichen für rund 150 Euro. Eine weitere Besonderheit: Die meisten Zulassungsstellen akzeptieren den holländischen TÜV (APK), es bleibt bei den Mehrkosten für die Papiere.
Was bei dem AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Opel Ampera außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Opel Ampera im Gebrauchtwagen-Test

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Autor:

Malte Büttner

Fazit

Die Entwicklungen am Elektromarkt gehen schnell. Bei Reichweite und Ladezeit fällt der erste Ampera schon aus der Zeit. Nicht aber bei der Qualität. Selbst der getestete Dauerläufer funktioniert problemlos. Ein guter Einstieg in die Welt der E­-Autos.

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