Opel Ampera: Test

Opel Ampera Opel Ampera

Opel Ampera: Test

— 08.07.2011

Der sparsamste Blitz

Auf den ersten 70 Kilometern fährt der Plug-in-Hybrid Ampera nur mit Strom aus dem Akku. Mit der Idee des Reichweitenverlängerers ist Opel endlich mal wieder ganz vorn. Doch auch hier hat das Sparen Grenzen.

Es waren die späten 80er. Der Omega war fast auf Mercedes-Niveau, Vectra und Corsa Verkaufsschlager, Opels Marktanteil lag bei 16 Prozent. Dann begann der schleichende Abstieg. Gut zwei Jahrzehnte später ist Opel endlich wieder ganz vorn. Ende November 2011 kommt mit dem Ampera Deutschlands erster Plug-in-Hybrid mit Range Extender-Technologie auf den Markt. Quasi ein Elektroauto mit eingebautem Notstromaggregat. VW, Audi, BMW oder Mercedes, in deren Schatten Opel seit vielen Jahren steht, forschen derweil noch, testen und kündigen an. Opel hat das Auto fertig. Und was für eines. Schicker und sportlicher als alles, was derzeit einen Blitz trägt. Innovativer sowieso. Teurer aber auch. Doch mit sehr guten Chancen, ein "Must have"-Modell zu werden, ein Opel also, den zu fahren etwas Besonderes ist. Das allein wäre schon eine Sensation.

Überblick: Alle News und Tests zum Opel Ampera

Video: Opel Ampera

Der Opel für die Steckdose

Und dann der Verbrauch. AUTO BILD simulierte dieselbe Pendelstrecke zur Arbeitsstätte mit Toyota Prius und Prius Plug-in: 45 Kilometer hin und zurück. Ergebnis: Von den 90 Kilometern fuhr der Ampera mehr als 70, ohne auch nur einen Tropfen Sprit zu verbrennen – rund 50 Kilometer mehr als der Plug-in-Prius. Nur mit Strom aus dem Akku. Dann sprang das Notstromaggregat an und verursachte einen hochgerechneten Verbrauch von 1,6 Litern auf 100 Kilometer. Das ist rund halb so viel wie beim Prius Plug-in, der ab Sommer 2012 im Handel ist, und 60 Prozent weniger als beim aktuellen Prius Hybrid. Unsere 1,6 Liter entsprechen dabei jenen 1,6 Litern, die auch Opel angibt. Doch das ist Zufall, denn der Werksverbrauch wird über einen komplizierten europäischen Norm-Schlüssel ermittelt, den man selbst bei Opel nicht völlig durchschaut. Kompliziert ist auch die Ampera-Antriebstechnologie Voltec. Und was bedeutet eigentlich Plug-in-Hybrid? Und was Range Extender?

Überblick: Alle News und Tests zu Opel

Keine Angst vorm Liegenbleiben: Der Opel Ampera schafft rund 500 Kilometer.

Ein Plug-in-Hybrid ist ein Auto mit Elektro – und Verbrennungsmotor, wobei die Räder für eine bestimmte Reichweite (je nach Größe der Akkus) auch nur mit Strom aus der Batterie angetrieben werden. Ist diese leer, kann ein Ladekabel eingestöpselt werden (plug in), um aufzuladen. Oder der Verbrennungsmotor springt an, der dann entweder direkt die Räder mit antreibt oder über einen Generator elektrische Energie für den Elektromotor erzeugt. In diesem Fall wird der Verbrenner als Range Extender (deutsch: Reichweitenverlängerer) bezeichnet. Im Ampera sorgt der 35-Liter-Tank damit für eine absolute Reichweite von rund 500 Kilometern. Die Angst, mit leeren Akkus liegen zu bleiben – eines der Hauptprobleme reiner E-Autos –, besteht nicht. Doch Achtung! Bei einer Fahrt von Hamburg nach Frankfurt wird der mehr als 1,7 Tonnen schwere Ampera wieder durstig. Dann muss mit Verbräuchen jenseits der sieben Liter gerechnet werden.

Weitere Details zum Opel Ampera gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel inklusive eines Vergleichs mit dem Toyota Prius lesen Sie in AUTO BILD 27/2011, ab Freitag, 8. Juli, im Handel.
Hauke Schrieber

Hauke Schrieber

Fazit

Wann stand ich das letzte Mal staunend, gar bewundernd vor einem Opel? Wann war eine Fahrt mit ihm zuletzt ein Erlebnis? Der Ampera verändert den Blick auf die Marke. Ein Plug-in, der viel mehr E-Auto als Hybrid ist. Dieser Opel läutet eine neue Ära ein, wenn er mit Ökostrom geladen wird. Wäre der Ampera mein Privatauto, ich hätte Sorge, dass sich das Benzin durch die Tankwände verflüchtigt, so selten würde der Verbrenner anspringen. Den Rest – Kaufpreis, Wertverlust, Platz – blende ich aus. Weil mir der Ampera blendend gefällt. 

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