Gebrauchtwagen-Test Opel Antara

Opel Antara: Gebrauchtwagen-Test

— 18.05.2017

Besser als der Frontera

Der seit 2006 verkaufte Antara macht weniger Probleme als sein 2004 eingestellter Vorgänger. Dennoch ärgern etliche Kleinigkeiten.

Echte Opel aus den traditionellen deutschen Werken Rüsselsheim oder Bochum waren die beiden Gelände-Opel nie. Der von 1991 bis 2004 in zwei Generationen gebaute Frontera war konstruktiv ein japanischer Isuzu, der mit Opel-Motoren im englischen Bedford-Werk in Luton komplettiert wurde. Und der 2006 vorgestellte Antara kam bis zum 2015 eingestellten Deutschlandverkauf komplett aus dem Ex-Daewoo-Werk von General Motors im südkoreanischen Bupyong, samt der Motoren. Kein echter Opel also, sondern ein Koreaner, der Antara. Ob es daran lag, dass die Verkaufszahlen vom nicht gerade berauschenden Allrad-Jahreshöchstwert von 7051 Zulassungen im Jahre 2008 auf beschämende 748 Einheiten im Jahre 2013 abstürzten? Zum Vergleich: Im gleichen Jahr kam der VW Tiguan auf 35.126 Exemplare.

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Die große Modellpflege von 2009 löste Probleme

Bis zum Facelift hatte der Antara ein recht komfortables Fahrwerk und 185 mm Bodenfreiheit, danach nur noch 180 mm.

Gerade die späten Antara sind also die seltenen. Das ist schade, denn diese sind wesentlich unproblematischer und besser als die hastig auf den Markt geworfene Urversion. Kein Wunder, dass zum Herbst 2009 kein simples Facelift reichte, sondern eine umfassende Modellüberarbeitung nötig war: Alle Motoren mussten tiefgreifende Änderungen über sich ergehen lassen, sowohl Schalt- als auch Automatikgetriebe wurden erneuert und erhielten dabei jeweils sechs statt fünf Gänge. Damit löste GM endlich das vor allem bei den Dieselversionen aufgetretene Problem der knorpeligen Schaltführung und des viel zu hohen Drehzahlniveaus auf der Autobahn, das wiederum den Treibstoffverbrauch in die Höhe treibt. Wegen teilweise tiefgreifender Haltbarkeitsprobleme (Rückrufaktionen) wurde 2009 auch die Lenkung stark überarbeitet, ebenso das Fahrwerk mit Hilfe neuer, strafferer Abstimmung sowie Tieferlegung um 5 mm. Eine neue, zuverlässigere Elektrik samt neuer Mittelkonsole sowie die rein äußerlichen Änderungen an Frontpartie, Leuchten und Rädern rundeten das Paket ab.
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Der 2.4-Benziner macht die wenigsten Probleme

Knack- und Knirschgeräusche beim Lenken? Die Lenkung muss alle Rückrufe hinter sich haben.

Trotz zahlreicher Verarbeitungsmängel wie aufplatzender Ledersitze, rostender Heckklappen und hohem Glühlampenverschleiß ist der Antara rein statistisch ein zuverlässiges Auto. Denn alle Motorversionen springen mit ausreichend geladener Batterie spontan an und bleiben unterwegs selten mit Pannen liegen. Doch berichten die Leser über zahlreiche außerplanmäßige Werkstattaufenthalte wegen verrückt spielender Instrumente und Navigationsgeräte, aufleuchtender Kontrolllampen für ABS/ESP, meist wegen Sensordefekten an Hinterrädern oder Kabel-/Stecker-Defekten, früh verschlissener Kupplung (meist 2.0 CDTI) oder beängstigenden Knackgeräuschen an Lenkung oder Fahrwerk. Am wenigsten Probleme verursacht der simple 2.4-Benziner. Der bis 2009 verkaufte 3.2-V6 macht den Antara stark und kultiviert, nicht wenige Besitzer haben aber bei 100.000 km schon den dritten Steuerkettensatz eingebaut; ein teurer Spaß. Die 2.0-Diesel nerven viele Besitzer mit Turboloch, Ruckeln und hohem Verbrauch. Die 2.2-Diesel (ab Herbst 2009) sind sparsamer, unproblematischer und motorschonender übersetzt.

Die Abwanderung der Antara-Besitzer ist dramatisch

Ein Kapitel für sich ist die Lenkung: Mehrere Rückrufaktionen und ein störrisches Lenkgefühl mindern das Vertrauen vieler Antara-Besitzer. Dazu kommt, dass Opel häufig nur teilweise die Kosten für Nachbesserungen übernahm. Dass die Antara-Besitzer nicht den Werkstätten die Schuld geben, zeigt die hohe Zufriedenheitsquote: 81 Prozent haben nichts auszusetzen an der Arbeitsleistung der Opel-Vertragshändler. Als Preis für eine große Inspektion werden durchschnittlich 480 Euro angegeben. Die Abwanderung der Antara-Besitzer zu anderen Marken ist dagegen dramatisch. Kaum mehr als fünf Prozent wollen sich einen gebrauchten Antara zulegen. Die meisten zieht es nicht zu anderen Opel-Modellen, sondern zu Kia und Hyundai (32 Prozent), eher seltener zu VW (neun Prozent). Eine besorgniserregende Situation für die Opel-Händler.

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Gebrauchtwagen-Test Opel Antara

Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Er bleibt selten stehen, der Antara. Aber sonst ist der große Korea Opel weit entfernt von der Problemarmut echter Opel-Modelle. Viele Kleinigkeiten machen Ärger. Das spricht sich herum: Die Gebrauchtpreise fallen.

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