Opel Astra A (1991-1998)

Gebrauchtwagen Opel Astra A Gebrauchtwagen Opel Astra A

Opel Astra A (1991-1998)

— 07.03.2005

Kein Rostverächter!

Schlechte Qualität prägt sein Image, doch unterm Strich rechnet sich auch Opels Problem-Auto der Neunziger.

Qualität und Marktlage

Opels Verkaufshit, der Astra, hat ein Rost- und mehr noch ein Imageproblem. Die Qualitätsmisere der frühen Neunziger sitzt fest in den Köpfen der Kunden. Das Resultat sind Gebrauchtpreise auf Tiefstniveau. So notiert der Astra rund 30 Prozent billiger als vergleichbare Versionen seines ärgsten Konkurrenten, des VW Golf.

Was den Opel wiederum interessant macht. Denn die meisten Probleme der früheren Modelle wurden inzwischen abgestellt, andere Schwachstellen sind bekannt – der Käufer kann sich darauf einstellen. So wie auf den rechtzeitigen Zahnriementausch. Zwischen 60.000 und 120.000 Kilometer beträgt sein Wechselintervall, bei dem die Spannrolle gleich miterneuert werden sollte. Sonst könnte sie später unvermittelt festfressen und den neuen Riemen zerstören, was in aller Regel einen vorzeitigen Motortod zur Folge hat.

Denn mechanisch sind die Opel-Vierzylinder im Grunde sehr standfest. Nur die frühen Zweiventiler neigen, zeigt der Tacho erst einmal sechsstellig an, wegen aufgeweiteter Kolbenringnuten zu ansteigendem Ölverbrauch. Ab Frühjahr 1993 ist dies jedoch kein Thema mehr.

Motor und Technik

Deshalb verdient der 1,6-Liter in beiden Leistungsstufen, 71 oder 75 PS, wegen Sparsamkeit und günstiger Schadstoff-Einstufung (Euro 2) eine Empfehlung. Gelegentliches Ruckeln ist bei diesen Motoren wegen ihrer mageren Abstimmung allerdings normal. In hartnäckigen Fällen kann die Werkstatt das Gemisch im Rahmen der Toleranz anfetten. Mehr Fahrspaß bereiten natürlich die GSI-16-Ventiler, allerdings zu erheblich höheren Unterhaltskosten. Tip: Wer statt 150 PS den 136-PS-Motor nimmt, spart wegen günstigerer Typklassen tüchtig Versicherungsprämie.

Schade nur, daß Opel damals noch keinen modernen Diesel hatte. Alle Selbstzünder im Astra stammen von Isuzu und spritzen indirekt ein, was weder dem Temperament noch dem Verbrauch dienlich ist. Zudem ist es um ihre Zuverlässigkeit schlecht bestellt. Vor allem die 82-PS-Ausführung neigt zu durchbrennenden Zylinderkopfdichtungen und bei größerem Wasserverlust auch zu gerissenen Zylinderköpfen. Bei den Benzinern hingegen reißen eher die Auspuffkrümmer, am liebsten bei den 1,4- und 1,6-Litern. Ersatz gibt es für rund 120 Euro – plus Einbau.

Dabei kann sich die Werkstatt gleich noch den Rest der Auspuffanlage ansehen, denn die besitzt ebenfalls kein ewiges Leben. Ersatz ist allerdings auch nicht teuer. Deshalb spricht unterm Strich nur der Rost am teuren Karosserieblech gegen die erste Astra-Generation. Ab Mitte 95 jedoch hat Opel die Konservierung wirksam verbessert, so daß diese Modelle deutlich weniger rosten – und gebraucht kaum mehr kosten. Das Image ist eben am Boden.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/91 Einführung der Baureihe als Nachfolger des Kadett E, deshalb Astra F. Drei- oder fünftürige Schrägheckkarosserie oder Kombi, Motoren von 57 (1.7 D) bis 150 PS (GSI 16V) 4/92 Vorstellung Stufenheck-Limousine 5/93 Astra Cabrio, zunächst mit 115, später auch 71 und 75 PS 6/94 Fahrerairbag serienmäßig 8/94 Facelift, 1,7-l-Turbodiesel mit 68 PS ersetzt den Sauger 6/96 Ausstattungsversionen neu gestaffelt 1/98 Modellwechsel auf Astra B (G)

Schwachstellen • Rost – der größte und am teuersten zu behandelnde Feind der ersten Astra-Generation, Durchrostungen kommen oft vor • Zahnriemen – die Achillesferse der Motoren, unterschiedliche Wechselintervalle erschweren es, den Durchblick zu behalten • Auspuffkrümmer – neigt vor allem bei den 1,4- und 1,6-l-Motoren zur Rißbildung. Ersatz ist im freien Handel ab 120 Euro zu haben • Elektronik – zeigt sich gelegentlich launisch, erkennbar an der sporadisch und unnötig aufleuchtenden Motorkontrollampe. Aber auch der Tankgeber, der Schalter der Warnblinkanlage und das Cassettenteil der werksseitig eingebauten Radios versagen mitunter • Motorruckeln – bei 1,6-Liter, liegt am Motorsteuergerät

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Opel Astra F, 55 kW/75 PS, Baujahr 1996. Opel, der Wirtschaftliche – Ersatz- und Verschleißteile sind oft preiswerter als bei vielen Kleinwagen, nur der Kotflügel fällt preislich etwas aus dem Rahmen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Rost befällt vor allem ältere Astra vor Baujahr 1995, die jüngeren haben eher Probleme mit ausgeschlagenen Traggelenken und Federlagern an der Vorderachse. Auch die Antriebswellenmanschetten sind häufig undicht. Lob hingegen verdienen die stabile Lenkung und ihre verschleißfesten Spurstangen. Auch die Bremsanlage hat sich als haltbar erwiesen, jedoch mit Ausnahme der hinteren Bremstrommeln – die lassen schon mal Wirkung vermissen." Günter Felderhoff, Gutachter TÜV Rheinland Group

Modellempfehlung Opel Astra F 1.6i (55 kW/75 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 117 Euro im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: 7,9 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (13/500 Euro SB): 492 Euro. Teilkasko (14/150 Euro SB): 87 Euro. Haftpflicht (18): 879 Euro (Basis: R&V-Jahrestarife für Regionalklasse Hamburg, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15 000 Kilometer, etwa 200 bis 400 Euro Wertverlust: Bei den mindestens siebenjährigen Astra ist mit 350 bis 500 Euro Wertverlust jährlich zu rechnen

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