Opel Astra B (1998-2004)

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Opel Astra B (1998-2004)

— 15.09.2004

Mit dem Astra geht es aufwärts

Heimlich, still und leise hat sich der Opel Astra zu einem wirklich empfehlenswerten Gebrauchten gemausert.

Karosserie und Qualität

Astra und Qualität – diese Begriffe schlossen sich bei der ersten Generation des Kadett- Nachfolgers kategorisch aus. Rost ohne Ende, Elektrikprobleme und auch zahlreiche Zahnriemenrisse machen den Kauf eines Alt-Astra zum absoluten Glücksspiel.

Die 1998 eingeführte Generation hat sich als deutlich solider entpuppt. Zwar nicht völlig fehlerfrei, aber immerhin hält sie in der Mängelbilanz einen gehörigen Abstand zum ewigen Kummerkasten-König – dem VW Golf.

Vor allem sind die rostigen Zeiten des Astra B endlich passé. Dank Vollverzinkung hat die braune Pest kaum noch eine Chance. Und wie ernst Opel dieses Thema nimmt, wird an einem Rückruf deutlich: In dessen Rahmen wurden die Radläufe der 98er und 99er nochmals nachkonserviert, um jegliches Risiko auszuschließen.

Motor und Auspuff

Um Risikominimierung ging es auch bei einer Änderung am Zahnriementrieb. Bis Ende 98 bereiteten die Spannrollen Probleme, dann wurden Rolle und Riemen modifiziert. Etwas uneinheitlich: die Riemen-Wechselintervalle. Von vier Jahren/60.000 Kilometer (2.0 16V Turbo) bis zu zehn Jahren/150.000 km (1.6 Twin Port, 1.7 DTI-Direkteinspritzer) ist alles vertreten – im Zweifel die Werkstatt nachsehen lassen.

Oder einen der Astra mit kettengetriebener Nockenwelle kaufen, also die 2,2-Liter-Diesel oder -Benziner oder einen Zweiliter-Diesel. Wobei den Dieseln nach wie vor das Manko des Öldursts nachhängt. Der erreicht zwar nie besorgniserregende Höhen, aber ein bis anderthalb Liter müssen Astra-DTI-Fahrer pro Ölwechselintervall (15.000 km) schon nachfüllen. Ab Modelljahr 2001 wurde das Intervall auf 30.000 Kilometer angehoben.

Aber Astra mit den Benzinern bis 100 PS müssen unter Umständen bereits vorher die Box ansteuern – wenn mal wieder der Auspuffkrümmer gerissen ist. Das kommt relativ häufig vor und ist Ursache für das schlechte Abschneiden im betreffenden TÜV-Kapitel. Die Auspuffanlage an sich hingegen ist recht haltbar, rostet lediglich an den Verbindungen.

Elektrik und Mechanik

Fette rote TÜV-Balken kassiert der Astra bei der Beleuchtung: hoher Verschleiß der leistungsstarken H7-Scheinwerferlampen. Opel montierte deshalb ab Anfang 2000 einen Widerstand in die Zuleitung, um Spannungsspitzen zu dämpfen.

Abgesehen davon läßt sich die Astra-Elektrik wenig am Zeug flicken. Die gelegentlichen Verbindungsstörungen wegen lockerer Kabelstecker mal ausgeklammert. Zu den größeren Ärgernissen gehören allerdings defekte Motorsteuergeräte. Betroffen sind vor allem die 1,6-Liter-Zweiventiler mit 75 PS bis einschließlich Baujahr 99.

Ebenfalls eng begrenzt soll der Kreis von Fahrzeugen sein, deren Lenksäule beim Einschlagen der Räder knackende Geräusche von sich gibt. Laut Opel sind nur Astra betroffen, die von der 26. bis 38. Woche 1999 gebaut wurden. Die Praxis zeigt aber, daß auch jüngere Fahrzeuge gelegentlich knacken oder Spiel in der Lenkung haben – was zu Beanstandungen beim TÜV führt.

Grundsätzlich jedoch gibt die Verarbeitungsqualität wenig Anlaß zum Klagen. Die Karosserie ist steif, Klappern nur selten zu hören, und die neu etwas nüchtern wirkenden Kunststoffe sehen im Alter noch taufrisch aus, weil ihre glatte Oberfläche keinen Schmutz speichert. Vielleicht sind es gerade solche Details, die den Astra im Vergleich zu anderen, vermeintlich höherwertigen und teureren Fahrzeugen zu einer Empfehlung machen. Denn die Qualität, soviel steht fest, hat bei diesem Opel schon fast wieder die alte Form erreicht.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/91 Einführung des Astra A als Nachfolger des Kadett 1/98 Modellwechsel auf den Astra B. ABS und vier Airbags Serie, wie gehabt als Stufen-, Schrägheck oder Caravan lieferbar 7/99 Einführung moderner DTI-Direkteinspritzer mit 100 PS 6/00 Überarbeitete Motoren, auf Verbrauch optimierter Eco 4 mit 1,7-l-Turbodiesel (Fünf-Liter-Auto), Einführung Astra Coupé 1/01 Vorstellung Astra Cabrio, ab 6/02 auch als Diesel 6/02 Neuer 2,2-l-Turbodiesel, 125 PS 1/04 Modellwechsel auf den Astra C

Schwachstellen • Bremszangen an der Hinterachse erzeugen Quietschgeräusche, beim Rückwärtsfahren auch niederfrequente Brummtöne. Soll seit Anfang 2000 abgestellt sein, trat aber auch bei jüngeren Modellen sporadisch auf • Zahnriemen sorgte bis Ende 98 für einige Motorschäden, dann wurden Riemen und Spannrolle geändert. Unübersichtlich: Wechselintervalle der unterschiedlichen Motoren • Lenksäule verursacht oft Knackgeräusche. Dazu gab es einen Rückruf für 1999 gebaute Modelle, der Fehler tritt aber auch später noch auf • Klimaanlage hat bis Anfang 2000 Ärger mit defekten Kompressoren • Elektronik arbeitet im Astra verhältnismäßig stabil, gelegentlich kommt es zu Störungen wegen loser oder abgezogener Stecker

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Opel Astra B 1.6 16V, 74 kW/100 PS, Baujahr 2000. Die meisten Teile zeigen die Opel-typische Preiswürdigkeit, nur die Lichtmaschine wird offensichtlich in Gold aufgewogen. Günstig: Verschleißartikel.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Die beste Nachricht: Traumnote 0,0 im Rostkapitel bei den Drei- und Fünfjährigen. Dazu wenig Mängel im Fahrwerkbereich und eine standfeste Bremsanlage, an der allenfalls die Handbremse mal unangenehm auffällt. Ärgerlich sind allerdings die Beanstandungen der oft knackenden Lenksäule und der häufig gerissenen Abgaskrümmer; unnötige Mängelpunkte wegen defekter Beleuchtung." Rainer Fass, Gutachter TÜV Rheinland-Group

Modellempfehlung Opel Astra B 1.6 16V (74 kW/100 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 108 Euro im Jahr/D3 (ab Bj. 01: D4) Testverbrauch: 8,5 Liter. Werksangabe: 7,4 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (16/504 Euro SB): 776 Euro. Teilkasko (21/151 Euro SB): 131 Euro. Haftpflicht (14): 806 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 100 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 47 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 900 Euro Verlust

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