Opel Astra gegen VW Golf

Opel Astra gegen VW Golf Opel Astra gegen VW Golf

Opel Astra gegen VW Golf

— 28.08.2003

Wer wird die Nummer eins?

Deutschland vor der Wahl: Die beiden Topkandidaten der Kompaktklasse stellen sich auf der IAA dem Publikum. AUTO BILD gibt schon jetzt Wahlhilfe.

Karosserie und Design

Jedes vierte Auto in Europa ist ein Kompaktwagen. Hier fährt der Golf seit Generationen in vorderster Front, hat mit über 22 Millionen Exemplaren den Käfer längst überholt, ist das erfolgreichste Auto aller Zeiten. Ab Herbst kommt Nummer fünf, und kaum einer zweifelt, dass die Erfolgsstory so weitergeht.

Einspruch, Euer Ehren. Opel ist sich sicher, die alte Hackordnung endlich umzudrehen. Mit dem Astra der dritten Generation, der ebenfalls aus einer Millionärsfamilie stammt, wollen die Rüsselsheimer nächstes Frühjahr am Golf vorbeiziehen. Ein mehr als ehrgeiziges Ziel.

Gemeinsam stehen die beiden Volkshelden erstmals in Frankfurt auf der IAA, zeigen selbstbewusst ihr neues Profil. Ein deutsches Duell, wie es spannender nie war. Denn Opel ist diesmal der dynamischere Gegner, geht mit ungewöhnlich progressivem Design und vielen technischen Neuheiten ins Rennen. VW setzt weiter auf Evolution. Behutsam wurde aus Golf IV Golf V. Bloß keine konservativen Kunden verschrecken. Es zählt der alte Werbespruch: VW – da weiß man, was man hat.

Karosserie und Design So ist Nummer fünf wieder eindeutig als Golf zu erkennen, wuchs in der Länge um 55, in der Breite um 24 und in der Höhe um 39 Millimeter. Der Astra, sonst immer etwas kleiner als der Wolfsburger, wuchs mit plus 14 Zentimetern förmlich über sich hinaus, ist jetzt fünf Zentimeter länger als der Golf. Dafür kommt er geduckter (minus 23 mm) daher und ist minimal schmaler (minus 5 mm). Identisch sind die Kofferräume von je 350 Liter Volumen. Während es den Golf gleich als Drei- und Fünftürer gibt, startet der Astra zunächst nur als Fünftürer. Später (2004) folgen Caravan mit längerem Radstand sowie 2005 ein besonders sportlicher Dreitürer.

Fahrwerk und Sicherheit

Fahrwerk Beim Kapitel Fahrwerk vertrauen beide auf Bewährtes, zumindest vorn, wo klassische McPherson-Federbeine ihren Dienst verrichten. Hinten verabschiedet sich VW von der Verbundlenkerachse und verpasst dem Golf eine völlig neue Vierlenkerversion, die Handling und Fahrkomfort verbessern soll.

Opel bleibt hinten bei der günstigen und platzsparenden Torsionslenkerachse. Dennoch soll sich eine völlig neue Dimension der Fahrwerktechnik dem Kunden erschließen, der das so genannte adaptive IDS Plus ordert. Es beinhaltet eine elektronische Dämpferregelung, die unmittelbar auf Veränderungen der Straße oder der Fahrweise reagiert und sich immer optimal anpasst. Gekoppelt ist das Ganze mit ESP und ABS. Per Knopfdruck kann zudem ein Sport-Modus aktiviert werden. Dieser regelt nicht nur die Stoßdämpferabstimmung, sondern auch das Ansprechverhalten des Gaspedals und die Charakteristik der elektrohydraulischen Lenkung. In Verbindung mit Automatik oder Easytronic werden zudem die Schaltpunkte nach oben versetzt.

Als weiteren technischen Leckerbissen bietet Opel für den Astra einen Berganfahr-Assistenten an, der ein Zurückrollen bei nicht angezogener Handbremse verhindert. Er ist für zwei Sekunden aktiv. Außerdem neu auf der Extraliste: ein Reifendruck-Kontrollsystem, ein Anhänger-Stabilitätsprogramm und ein adaptives Kurvenlicht, wie es Signum und Vectra bereits haben.

Sicherheit Astra C wie Golf V werden in Sachen Crashverhalten mit Sicherheit die begehrten fünf Sterne beim EuroNCAP erhalten. Dafür sorgen die hochfesten Karosseriestrukturen sowie sechs Airbags (Fahrer, Beifahrer, Seite und Kopf), aktive Kopfstützen und wirkungsvolle Rückhaltesysteme wie Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer. Erstmals setzt auch VW eine Pedalerie ein, die im Crash zurückweicht. Opel hat dies bereits seit einigen Jahren im Programm.

Motorenpalette im Überblick

Motor Bei den Motoren fährt VW zunächst im Sparprogramm: Zwei Benziner (75 und 115 PS) sowie zwei Diesel mit 105 und 140 PS sind im Angebot. Im Frühjahr 2004 folgen dann vier weitere Antriebe. 90, 102 und 150 Benzin-PS sowie ein 75-PS-Einstiegsdiesel. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 4, wobei drei der fünf Benziner über die moderne Direkteinspritzung verfügen.

Der Astra geht gleich in die Vollen, deckt mit fünf Benzinern und drei Dieseln ein Leistungsspektrum von 80 bis 200 PS ab. Hier gilt ebenso: Euro 4 für alle. Aber: Opel hat keine Benzin-Direkteinspritzung, setzt dagegen auf die "Twinport"-Technik, um Sprit zu sparen. Besonders interessant im Angebot dürfte der neue 1.9 CDTI mit 150 PS sein.

Easytronic oder Direktschaltgetriebe

Getriebe Auch auf dem Getriebe-Sektor bieten die Rüsselsheimer einiges Neues. Zur Serienausstattung zählt ein manuelles Fünfgang- und erstmals je nach Motorisierung auch ein Sechsganggetriebe. Gegen Aufpreis liefert Opel die bereits bekannte Easytronic, die im Gegensatz zum Corsa nun zusätzlich Schaltwippen am Lenkrad hat. Konventionell bleibt die Viergangautomatik.

VW hat für Automatik-Liebhaber sogar eine Sechsstufenversion mit Tiptronic-Funktion am Lenkrad parat. Der Knüller aber ist das neue Direktschaltgetriebe (DSG), bei dem ohne Zugkraftunterbrechung und mit Doppelkupplung die Gänge ruck, zuck gewechselt werden. Es wird nach und nach für etliche Motoren lieferbar sein.

Ausstattung und Preise

Ausstattung Weiterhin heißen die Ausstattungsvarianten beim VW Golf Trend-, Comfort- und Sportline. Schon die Basis hat elektrisch einstellbare Außenspiegel, ESP, elektrische Fensterheber vorn, fünf Kopfstützen und geteilt klappbare Rücksitzlehnen sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Opel liefert, bei gleicher Grundausstattung, fünf Linien. Die Basis heißt schlicht Astra. Es folgen Enjoy, Elegance, Sport und die Version Cosmo.

Preise Von VW wissen wir bereits, zu welchen Preisen der Golf V startet. Die gute Nachricht: Keine Erhöhung im Vergleich zum Vorgänger! Der 1,4-Liter mit 75 PS kostet weiterhin 15.220 Euro, die Comfort-Linie beginnt ab 16.850 Euro, für den Diesel-TDI mit 140 PS als Trendline müssen ab 20.995 Euro bezahlt werden. Opel rechnet noch, gibt seine Preise erst Anfang kommenden Jahres bekannt. Zurzeit geht es los mit 14.870 Euro. Schwer vorstellbar, dass die Rüsselsheimer beim neuen Astra einen Aufschlag verlangen. Schließlich will man beides: nicht nur günstiger, sondern auch besser sein als der Golf.

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