Opel Astra J: Gebrauchtwagen-Test
— 25.01.2013
Opel wieder gut in Form
Rostende Klapper-Kadetten? Geschichte! Die vierte Generation des Opel Astra hat sich zu einem soliden Schwergewicht entwickelt. AUTO BILD sagt, worauf Sie beim Astra-Kauf achten sollten.
Käfer gegen
Kadett,
Golf gegen
Astra. Im Kampf Wolfsburg gegen Rüsselsheim, der nun schon über Jahrzehnte andauert, reichte es für den kompakten
Opel fast immer nur zum zweiten Platz in der Zulassungsstatistik. Daran konnte auch die vierte Astra-Generation nichts ändern. Und das, obwohl sie lang im Fitness-Studio war, um der Konkurrenz die muskulösen Schultern zu zeigen. Ausdauer zeigt der Astra J zudem im Alltag, denn schwerwiegende Probleme sind selten. Das fünftürige Schrägheck kam im Dezember 2009, 14 Monate nach dem Golf VI. Ein knappes Jahr später folgte der Kombi Sports Tourer (gebraucht ab 12.000 Euro). Im Januar 2012 stellte Opel den sportlichen Dreitürer GTC (ab 14.500 Euro) vor, die viertürige Stufenheck-Limousine folgte im September.
Unser Testwagen ist ein drei Jahre alter Opel Astra 1.6 Edition mit einer Laufleistung von 38.200 Kilometern. Der Erstbesitzer zahlte im Dezember 2009 genau 22.080 Euro für den Fünftürer. An Extras gönnte er sich Metalliclackierung, 17-Zoll-Aluräder, Tempomat, ...
... Parkpilot, Sitzheizung vorn und ein CD-Radio. Sechs Airbags, ESP, eine manuelle Klimaanlage und elektrische Fensterheber vorn zählten zur Serienausstattung. Der Astra steht nun beim Hamburger Gebrauchtwagenhändler Autopark für ...
... 11.450 Euro zum Verkauf. Schwarz steht dem Astra gut, denn es kaschiert seine stattliche Größe von 4,42 Metern etwas. Doch wer jetzt denkt, dass es im Innenraum extrem großzügig zugeht, wird enttäuscht: Zwar bietet der Astra vorn viel Freiraum ...
... auf gut geformten Sitzen, doch im Fond mangelt es akut an Beinfreiheit. Dafür kann das Fahrwerk voll überzeugen. Dank langem Radstand und breiter Spur pfeffert der Astra flink um Kurven, dennoch federt Opels Kompakter nicht übertrieben hart. Auch die Bremsen ...
... sprechen bissig an. Der 1,6-Liter-Saug-Benziner beschleunigt den fast 1,4 Tonnen schweren Astra zwar ausreichend, wirkt dabei jedoch angestrengt und dreht nur zäh hoch. Moderne Turbomotoren können das deutlich besser. Die etwas hakelige Schaltung lässt auch ...
... keine große Freude aufkommen. Auf der Probefahrt sind keine technischen Mängel festzustellen, dieser Astra fährt wie ein Neuer. Auf der Hebebühne zeigt sich dann doch ein typisches Opel-Leiden: Die Abgasanlage ist bereits von Rost angefressen, aber noch ...
... dicht. Im Kern ist der Astra gesund. Unser Urteil: Ein dreijähriger Kompaktwagen mit nicht einmal 40.000 Kilometern für rund die Hälfte des ehemaligen Neupreises – kein schlechter Deal. Ein vergleichbarer Golf 1.4 TSI wäre mindestens 1000 Euro teurer.
Ein Astra 1.7 CDTI beendete den
AUTO BILD-Dauertest über 100.000 Kilometer mit einem sehr guten Ergebnis. Keine Panne, keine Probleme. Bilanz: Bei 38.112 Kilometer tauschte Opel im Rahmen einer Serviceaktion die Sensoren von Kurvenlicht, Brems- und Kupplungspedal. Bei Kilometerstand 84.622 wurde ein neuer Schalter des Fahrerfensterhebers fällig. Der Tempomat fiel des Öfteren mit spontaner Arbeitsverweigerung auf. Ansonsten gab es keinerlei Ärger. Abschlussnote: 2+. Sehr erfreulich: Die abschließende Demontage des Testwagens brachte eine gründliche Rostvorsorge ans Licht. Die Hohlräume wurden im Werk buchstäblich mit Wachs geflutet. Opel ist wieder gut in Form.
Worauf Käufer beim gebrauchten Astra achten sollten, zeigen wir oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.
Opel Astra im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt
| Technische Daten Opel Astra 1.6 Edition |
| Motor |
Vierzylinder/vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen |
4 pro Zylinder/2 |
| Hubraum |
1598 ccm |
| Leistung |
85 kW (115 PS) bei 6000 U/min |
| Drehmoment |
155 Nm bei 4000 U/min |
| Höchstgeschwindigkeit |
188 km/h |
| 0-100 km/h |
11,9 s |
| Getriebe/Antrieb |
Fünfgang manuell/Vorderrad |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte |
56 l/Super |
| Länge/Breite/Höhe |
4419/1814/1510 mm |
| Kofferrauminhalt |
370-1235 l |
| Leergewicht/Zuladung |
1393/497 kg |
| Kosten für die getestete Motorvariante 1.6 (115 PS) |
| Unterhalt |
| Testverbrauch |
7,8 l Super/100 km |
| Inspektion |
200 bis 400 Euro |
| Haftpflicht (Typklasse 18)* |
538 Euro |
| Teilkasko (Typklasse 17)* |
80 Euro |
| Vollkasko (Typklasse 22)* |
610 Euro |
| Kfz-Steuer (Euro 5) |
86 Euro |
| *Online-Tarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer, Schadenfreiheitsklasse 1 (60 Prozent). |
| Ersatzteilpreise** |
| Lichtmaschine |
727 Euro |
| Anlasser |
546 Euro |
| Wasserpumpe |
267 Euro |
| Zahnriemen |
273 Euro |
| Endschalldämpfer |
204 Euro |
| Kotflügel vorn, lackiert |
764 Euro |
| Bremsscheiben und -klötze vorn |
480 Euro |
| **Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer. |
Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Heftarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.
Opel Astra (Typ J)
Veröffentlicht:
15.01.2013
Lars Busemann
Fazit
Opel, der Zuverlässige: Der Astra J macht dem historischen Werbespruch bislang alle Ehre. Er bietet zwar nicht die Detail-Perfektion des Golf VI. Doch dafür ist er günstiger, und seine empfehlenswerten, zuverlässigen Turbo-Benziner machen keinen Ärger.
Kommentare zum Artikel (5)
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Das gerade Tin durch die immer gleichen Kommentare hier aufwartet lässt natürlich tief blicken und wegen eines (angeblichen) Steuerkettenproblems einen schlechteren Wagen zu kaufen käme mir zumindest überhaupt nicht in den Sinn. Da müsste der Astra schon wesentlich günstiger sein. Ist er aber oftmals nicht (gerade im GW Bereich) und desto länger ich den Wagen fahre desto mehr ziehe ich auch die variablen Kosten wie Spritverbrauch, Wartungsintervalle etc. in betracht womit der Astra noch deutlich uninteressanter wird.
Schade. Dieser Artikel, aber vor allem das Fazit, werden wir naturgemäß NICHT in einem großen Autobild-Artikel zu lesen bekommen.
Lars Busemann, Fazit:
"Opel, der Zuverlässige: Der Astra J macht dem historischen Werbespruch bislang alle Ehre. Er bietet zwar nicht die Detail-Perfektion des Golf VI (*was zu beweisen wäre!). Doch dafür ist er günstiger, und seine empfehlenswerten, zuverlässigen Turbo-Benziner machen keinen Ärger."
*= Meine Anmerkung zur aufgestellten Behauptung, der Golf VI biete eine höhere Detailperfektion.
VW und Audi weden heutzutage sehr Medienintensiv beworben...Die Langzeitqualität ist sehr Mieß wie ich aus unserem Firmeninternen Fuhrpark berichten kann....
Man überlege sich was man da in drei Jahren für Werkstattkosten zu übernehmen hat.
Herr Busemann........vielleicht sollten sie hier im vergleich mal den VW Golf nach drei jahren näher beleuchten dessen TSI Motoren wegen gerissener Steuerketten zu oft in die Werkstatt müßen.
Von defekten Getrieben ganz abgesehn...Da kann ich nur sagen ...Dieser Opel Astra hier ist nach drei Jahren echtes Premium .
Wie jetzt? Ein FH-Schalter und ein nicht immer funktionierender Tempomat ist ne 2+, aber ein Audi mit getauschtem Getriebe und sonstigen Dingen bekommt ne 2-...?
Nun ja, da hat ein Opel nazurgemäß mal 3 Ringe zuwenig...