Opel-Fertigung

Opel beschließt Kurzarbeit ab September

— 23.08.2012

20 Tage Stillstand

Im September 2012 startet bei Opel die Kurzarbeit. Bis Jahresende soll die Produktion in Rüsselsheim und Kaiserslautern 20 Tage lang ruhen.

(dpa/cj) Opel reagiert auf seine Absatzkrise: Nach eigenen Angaben vom 23. August 2012 führt der angeschlagene Autobauer im Stammwerk Rüsselsheim und im Komponentenwerk in Kaiserslautern Kurzarbeit ein – in Abstimmung mit dem Betriebsrat und der IG Metall. Start sei im September, vereinbart worden seien jeweils 20 Tage bis Jahresende. Betroffen seien die Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung, wobei für letztere individuelle Regelungen ab Oktober gelten. "Der europäische Automobilmarkt bricht drastisch ein. Die sinkende Auslastung kann nicht mehr wie bisher durch den Einsatz von Korridorschichten und Gleitzeitguthaben kompensiert werden", erklärte Opel-Personalvorstand Holger Kimmes laut Mitteilung.

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Die Opel-Belegschaft – hier bei einem Warnstreik im November 2009 – muss in Rüsselsheim und Kaiserslauten Kurzarbeit hinnehmen.

Mitte August war bekanntgeworden, dass Betriebsrat und Gewerkschaft mit dem Unternehmen über Kurzarbeit von mehr als 6000 Produktionsmitarbeitern in Rüsselsheim und Kaiserslautern verhandeln. In einem Flugblatt des Betriebsrats hieß es: "Die Lage von Opel ist sehr ernst." Der Arbeitgeber wolle die Kosten kurzfristig senken. Nach dem Bericht von hr-Info wird die Arbeitszeit im internationalen Entwicklungszentrum nicht verkürzt. Allerdings sollen Zugeständnisse der Mitarbeiter "in vergleichbarer Höhe" ausgehandelt werden. Hingegen dürfe das Werk in Kaiserslautern von der Kurzarbeit betroffen sein, berichtet der Sender: "Wie genau die Regelungen dort aussehen sollen, ist noch nicht bekannt."    

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Konjunkturelles Kurzarbeitergeld wird unter bestimmten Bedingungen über die Arbeitsagentur ausgezahlt und beträgt 60 Prozent vom Netto für Ledige beziehungsweise 67 Prozent für Beschäftigte mit Kindern. Opel soll diesen Betrag nach früheren Forderungen des Betriebsrates aufstocken, um zu hohe Belastungen für die Beschäftigten zu vermeiden. Der Betriebsrat verlangte auch eine Beteiligung der Führungskräfte an den Sparbemühungen.

Unterdessen mahnt der frühere Betriebsratschef von Opel, Klaus Franz, eine schnelle Entscheidung über die künftige Strategie an. "Es bleibt nicht mehr viel Zeit", sagte er in einem Interview von heute.de. Die bisherigen Veränderungen seien nicht ausreichend: "Sehr viele Personalwechsel sind noch kein Zukunftsplan." Zugleich fordert er, dass die Mutter General Motors Opel gestatte, weltweit Autos zu verkaufen. "Alle Unternehmen, die in Europa eingesperrt sind, werden langfristig in der Krise bleiben." Neue Märkte entwickelten sich woanders, betonte Franz: "Opel muss globalisiert werden."

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