Opel-Produktion in China

Opel-Bieterverfahren

— 23.07.2009

Die Chinesen sind raus

Da waren's nur noch zwei: Der chinesische Autobauer BAIC ist im Bieter-Wettstreit um Opel ausgeschieden. Jetzt fällt die Entscheidung zwischen Magna und dem Finanzinvestor RHJ.

Das Bieterwettrennen um die Opel-Übernahme ist nur noch ein Zweikampf. Der chinesische Hersteller BAIC ist praktisch ausgeschieden. "Wir haben gemeinsam vereinbart, weitere Detailgespräche mit Magna und RHJ International (RJHI) zu führen, um die Zukunft von Opel zu sichern“, sagte heute (23. Juli) der Verhandlungsführer des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM), John Smith. Am Vortag hatten GM und Vertreter von Bund und Ländern in einer vierstündigen Verhandlungsrunde im Berliner Kanzleramt über die drei Vertragsentwürfe zum Einstieg bei Opel debattiert, die am Montag eingegangen waren.

Reichlich Konfliktpotenzial

Die deutsche Seite sprach sich dabei klar für den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna als Käufer für Opel aus. GM bevorzugt dem Vernehmen nach das Konzept des in Belgien ansässigen Finanzinvestors RHJ International. Damit spitzen sich die Verhandlungen zu. Anstelle einer schnellen Einigung bahnt sich nun ein Konflikt zwischen der deutschen Seite und GM an. Smith sprach nach einer Mitteilung von GM Europa in Zürich von einer "guten, umsichtigen Diskussion" über die wichtigsten Aspekte und Kennzahlen der drei Offerten. Bei den Gesprächen im Kanzleramt war aber auch klar geworden, dass GM bei allen Angeboten noch Klärungsbedarf sieht.

RHJ will mehr Stellen streichen

GM dürfte RHJI unter anderem bevorzugen, weil das Konzept des Finanzinvestors eine enge Kooperation mit GM vorsieht. Magna plant hingegen, eine weitgehend eigenständige europäische Gesellschaft zu gründen. Die Belgier bieten GM zudem die Aussicht, dass die Detroiter Opel in einigen Jahren wieder übernehmen können. Auch aus diesem Grund lehnen der Opel-Betriebsrat und die IG Metall den Einstieg des Finanzinvestors strikt ab. "Die IG Metall ist unverändert bereit, sich an einem zukunftsfähigen Konzept für Opel zu beteiligen. Für kurzfristige Shareholder-Interessen wie von RHJI steht die IG Metall aber nicht zur Verfügung", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Berthold Huber in Frankfurt. RHJI gehe es offenbar wie jedem anderen Finanzinvestor lediglich darum, "schnell Kasse zu machen". Der Finanzinvestor wolle Opel möglichst rasch gewinnbringend weiterverkaufen, sagte Huber. In dem bisher bekannten Konzept von RHJI sei keine langfristige Strategie für "NewOpel" erkennbar. Damit würde die Zukunft von Opel und von Tausenden von Arbeitsplätzen verspielt. RHJI will zwar alle vier deutsche Standorte erhalten, aber 3900 der 26.000 Stellen in Deutschland streichen. Zudem soll das Werk in Eisenach bis Anfang 2012 vorübergehend stillgelegt werden. Magna will in Deutschland 2500 Stellen abbauen und alle Werke in Betrieb lassen.

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