Opel-Bilanz 2004

Opel-Bilanz 2004

Opel-Bilanz 2004

— 14.01.2005

Tiefrote Zahlen

Opel schreibt rund 550 Millionen Euro Minus im Jahr 2004. Grund: hohe Entwicklungskosten, schlechte Auslastung, sinkende Margen.

Gute Chancen für Standort Rüsselsheim

Opel rutscht immer tiefer in die roten Zahlen. Nach Informationen der Zeitung DIE WELT stieg der Betriebsverlust des angeschlagenen Autobauers im Jahr 2004 auf rund 550 Millionen Euro. Hochrangige Kreise der Muttergesellschaft General Motors (GM) halten sogar einen noch höheren Verlust für möglich: "Wenn wir mit dieser Summe hinkommen", hieß es. Die genaue Zahl soll am nächsten Mittwoch (19. Januar) veröffentlicht werden.

Im Jahr 2003 hatte Opel 384 Millionen Euro Verlust gemacht. GM schreibt in Europa seit 1999 rote Zahlen. Intern werden drei Gründe für die schlechten Zahlen genannt: Die Kosten für die Markteinführung neuer Modelle, die schlechte Auslastung des Werks in Rüsselsheim und die sinkenden Margen beim Verkauf. Wegen des Preiskampfes auf dem deutschen Automarkt gehen Opel derzeit pro Fahrzeug durchschnittlich 2000 Euro bei der Marge verloren.

Trotz des von GM durchgesetzten Sparprogramms in Höhe von 500 Millionen Euro wird Opel auch 2005 Verlust machen. Nach Informationen der WELT soll es erst 2006 wieder ein Plus geben. Dazu beitragen sollen neben dem jüngsten Sparprogramm auch Einsparungen beim Einkauf in Höhe von bis zu fünf Prozent und eine weitere Senkung der Lohnkosten. In diesem Zusammenhang scheinen sich die Chancen des Opel-Werks Rüsselsheim deutlich verbessert zu haben, den Zuschlag für die neuen Mittelklassemodelle von Opel und Saab zu erhalten.

Streit um Abfindungen hält an

Wie es in den GM-Kreisen hieß, ist der Opel-Betriebsrat zu großen Zugeständnissen bei den Löhnen und einem Abbau der übertariflichen Zulagen bereit, wenn die Nachfolgemodelle des Opel Vectra und des Saab 9-3 in Rüsselsheim gebaut würden. Dann, so heißt es weiter, bekäme das Werk auch eine Standortgarantie: Wenn die Produktion 2007 oder 2008 beginnen würde, liefe sie bei einem üblichen Modellzyklus von sieben Jahren mindestens bis 2015.

Kritisch wurden in GM-Kreisen Äußerungen des Bochumer Betriebsrats Lothar Marquardt gewertet. Der Leiter der Personalkommission des Opel-Werks hatte erklärt, GM habe zu wenig Geld für die Abfindungen bereitgestellt. "GM hat seit 2000 insgesamt 2,25 Milliarden Euro für den Erhalt seiner Töchter Opel, Vauxhall und Saab bereitgestellt", hieß es dagegen von GM-Managern. 80 bis 90 Prozent davon seien an Opel geflossen. Die Summe von einer Milliarde Euro, die GM für das aktuelle Sparprogramm vorgesehen habe, sei ausreichend. Bis zum 31. Januar sollen bei Opel 6500 Stellen freiwillig abgebaut werden. Davon entfallen 2900 Jobs auf Bochum. Bislang wurden aber nur wenige Abfindungsverträge unterschrieben.

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