Nick Reilly

Opel-Chef will Staatshilfen

— 09.02.2010

Opel braucht Milliarden für Sanierung

Opel-Chef Nick Reilly will 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen für die Sanierung, 1,5 Milliarden allein von Deutschland. 8300 Stellen sollen wegfallen, davon 3900 in der Bundesrepublik.

(dpa/sb) Opel-Chef Nick Reilly hat jetzt sein Konzept für die Sanierung der General-Motors-Tochter vorgelegt. Danach benötigt der Autobauer insgesamt 2,7 Milliarden Euro in Form von Krediten oder Bürgschaften. Bund und Länder sollen sich nach den Vorstellungen des Unternehmens allein mit 1,5 Milliarden Euro an der Sanierung beteiligen. Bis 2014 will Opel rund 11 Milliarden Euro investieren, um unter anderem 80 Prozent des Produktportfolios zu erneuern. Dabei plant Opel neben dem bereits angekündigten Ampera weitere Elektrofahrzeuge. Das Unternehmen will 8300 der 48.000 Arbeitsplätze in Europa streichen und die Kapazität um 20 Prozent kürzen. In Deutschland fallen mehr als 3900 Stellen weg, davon allein 1799 in Bochum, wo künftig exklusiv der neue Zafira gebaut werden soll.

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In der Produktion in Rüsselsheim, wo exklusiv alle Insignia-Varianten gebaut werden, fallen 862 Stellen dem Sparkurs zum Opfer. In Eisenach entfallen 300 Arbeitsplätze. Im Motorenwerk Kaiserslautern sollen ebenfalls 300 Stellen gestrichen werden. Zudem werden rund 650 Stellen in der Verwaltung in Deutschland gestrichen, wovon vor allem Rüsselsheim betroffen sein dürfte. Der Plan ist allerdings noch nicht mit der Arbeitnehmerseite, die einen Sanierungsbeitrag leisten soll, abgestimmt. Unterdessen knüpft die EU-Kommission Staatshilfen für Opel an strenge Bedingungen. "Die Sanierung des Unternehmens muss auf ökonomischen Überlegungen beruhen", sagte der Sprecher der scheidenden EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.

EU schaut genau hin

"Vor allem darf die geografische Verteilung der Hilfen nicht nach politischem Kalkül bestimmt werden." Die EU-Kommission werde einen Subventionswettlauf der Länder mit Opel-Standorten verhindern. Staatshilfe ist nach Ansicht der Brüsseler Wettbewerbshüter nur dann vertretbar, wenn Opel damit in seine Zukunft investiert und mit dem Geld beispielsweise neue Modelle entwickelt. Die Opel-Mutter GM müsse zudem nachweisen, dass die Standorte mittelfristig ohne staatliche Hilfe überleben können. Bislang habe noch keine Regierung Beihilfen zur Genehmigung in Brüssel angemeldet, sagte der Sprecher. "Wir erwarten aber, dass dies noch geschehen wird."

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