Opel: Chefwechsel vollzogen

— 27.02.2013

Neumann startet durch

Am 1. März 2013 wird Karl-Thomas Neumann neuer Opel-Chef. Die Vorgabe: Spätestens 2016 muss er den angeschlagenen Konzern in die Gewinnzone steuern.



(dpa) Er ist der neue Hoffnungsträger bei Opel. Am 1. März 2013 übernimmt der ehemalige VW-Manager und Conti-Chef Karl-Thomas Neumann (51) die Führung beim angeschlagenen Autobauer Opel. Vor ihm steht eine Herkulesaufgabe. Der in der Branche hochgelobte Elektroingenieur muss beweisen, dass er aus dem Milliardengrab Opel binnen weniger Jahre ein profitables Unternehmen machen kann. Denn die US-Mutter General Motors (GM) will "Mitte des Jahrzehnts" wieder Gewinne in Europa sehen. Der Weg ist lang, und er dürfte steinig werden. Denn Opel steckt seit Jahren tief in der Krise. Der Markt ist schwach, der Absatz bröckelt. Die Werke sind nur zur Hälfte ausgelastet, berichtet die IG Metall und malt ein tristes Bild: "Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens ist so schlecht wie noch nie und hat existenzbedrohende Ausmaße angenommen."

Opel: Blitz-Retter Neumann berufen

Jetzt geht's los! Der ehemalige VW-Manager Karl-Thomas Neumann übernimmt zum März 2013 das Steuer bei Opel.

Tatsächlich sind die Zahlen ernüchternd: 2012 schrieb GM in Europa einen operativen Verlust von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro). Allein im Schlussquartal wurden auf dem schwierigen europäischen Markt rund 700 Millionen Dollar in den Sand gesetzt – so viel wie im gesamten Jahr 2011. GM produzierte in Europa 927.000 Fahrzeuge - nach 1,1 Millionen im Vorjahr. Der Absatz sank von 1,22 Millionen auf 1,05 Millionen, der Marktanteil von 8,7 auf 8,5 Prozent. Die Vorgabe ist klar: Als Vorstandschef der Adam Opel AG muss Marathon-Läufer Neumann schnell Ergebnisse liefern. Doch das Wendemanöver wird ohne Einigung mit den Arbeitnehmervertretern auf einen neuen Sparkurs kaum gelingen. Und die verlangen langfristige Garantien – die aber will die Opel-Mutter General Motors nicht geben.

Opel: Vorzeitiges Aus für Bochum möglich

Thomas Sedran war seit Juli 2012 Interimschef. Er gibt seinen Posten an Neumann ab, bleibt Opel aber als Strategievorstand erhalten.

Seit Juni 2012 wird über millionenschwere Einsparungen bei dem defizitären Autobauer verhandelt. Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky verlangt von den Arbeitnehmern unter anderem, bis mindestens 2015 auf die Auszahlung von Tariferhöhungen zu verzichten. Es geht auch um die Zukunft des Werks Bochum. Der dortige Betriebsratschef Rainer Einenkel kämpft mit aller Macht um das Überleben des Standorts. Dabei ist das Aus der Autofertigung im Ruhrgebiet längst beschlossen. Es geht nur noch um die Frage, ob sie Ende 2016 ausläuft – oder zwei Jahre früher, wenn die Gespräche scheitern sollten. Obwohl die Parteien bis zuletzt weit auseinanderlagen und sich in der Öffentlichkeit gegenseitig angifteten, will Girsky die Gespräche am 28. Februar 2013 beenden – so oder so. Auch die IG Metall will schnell ein Ergebnis, rechnet aber erst im März 2013 damit.

Opel Cascada: Preise

Preise Opel Cascada Preise Opel Cascada Preise Opel Cascada

Übersicht: Alle News zum Thema Opel

Doch dem Vernehmen nach will das Management unbedingt vermeiden, dass der neue Steuermann gleich zum Amtsantritt bittere Einschnitte verkünden muss. Der frühere Conti-Chef soll die ersten Schlagzeilen in neuer Funktion auf angenehmerem Terrain bekommen: bei der Präsentation des Cabriolets Cascada auf dem Autosalon in Genf. Denn Thomas Sedran, der wieder ins zweite Glied rückt und Strategievorstand bleibt, hat in seinen Monaten als Interims-Chef den Boden bestellt. Er hat den Wachstums- und Sparplan "Drive Opel 2022" präsentiert, unter seiner Führung kamen neue Wagen auf den Markt, mit denen Opel in zuvor vernachlässigte Wachstums-Segmente vorstößt: Der City-Flitzer Adam und der kleine Sportgeländewagen (SUV) Mokka. Das Cascada-Cabrio soll im Frühjahr 2013 folgen.

Die Opel-Story: 150 Jahre Autos aus Rüsselsheim

150 Jahre Opel - Geschichte des Autobauers Adam Opel - 150 Jahre Opel - Geschichte des Autobauers 150 Jahre Opel - Geschichte des Autobauers
Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler setzt große Stücke auf den Ex-VW-China-Chef: "Das ist ein absolut guter Mann mit einer starken Vision, wohin sich das Autogeschäft entwickeln wird." Selbst die Arbeitnehmervertreter freuen sich: Endlich wieder ein Top-Manager mit Benzin im Blut, heißt es – und ein gutes Gesicht für die ramponierte Marke. Zumindest nach außen ist die Zuversicht im Unternehmen groß, den Heilsbringer gefunden zu haben. "Neumann hat [...] bewiesen, dass er profitables Wachstum und Turnarounds umsetzen kann", sagt Steve Girsky, der für Neumann den Posten als GM-Europachef räumt: "Neumann [...] wird das Unternehmen zu einem der erfolgreichsten Turnarounds in der europäischen Automobilgeschichte führen."

Diesen Beitrag empfehlen

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Weitere interessante Artikel

Weitere interessante Videos

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige
Adventskalender 2014

Adventskalender 2014

Im autobild.de-Adventskalender 2014 gibt es Preise im Gesamtwert von über 250.000 Euro.

Jetzt mitmachen und gewinnen!

Neuwagen

NEUWAGEN zu Top-
Konditionen, mit voller
Herstellergarantie
und zu attraktiven
Zinsen finanziert.

Hier klicken zu den Top-Angeboten

Gebrauchtwagen

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Günstige Gebrauchtwagen-Angebote