Opel Concept M und Ford Fusion

Opel Concept M und Ford Fusion Opel Concept M und Ford Fusion

Opel Concept M und Ford Fusion

— 07.05.2002

Zwei Traumkonzepte

Darauf freuen wir uns. Endlich einmal zwei automobile Konzepte aus Deutschland, die nicht nur chic, vielseitig und praktisch, sondern auch bezahlbar sind: Opel Corsa Van und Ford Fusion. Los geht’s schon bei 13.500 Euro.

Raumwunder zu fairen Preisen

Wovon träumen Autofahrer eigentlich nachts? Natürlich von offenen Roadstern, von ungezügelter Fahrfreude und staufreien Straßen das ganze Wochenende. Aber wenn Deutschland morgens erwacht, dann steht die halbe Welt im Stau, die Gören quengeln auf den Rücksitzen, und das Traumauto sieht plötzlich aus wie ein Opel Zafira. Aber diese rollende Turnhalle mit ihren vielen Umbau-Möglichkeiten ist kaum unter 20.000 Euro zu bekommen. Was liegt also näher als ein Mini-Zafira im, sagen wir, Corsa-Format? So für 15.000 Euro?

Zwei solcher Platzwunder stehen fertig in den Startblöcken. Der Ford Fusion und Opel Concept M. So hieß die Studie, die auf dem Genfer Salon im März das Bild vom Corsa Van schon vorwegnahm. Wenn wir uns die großen 17-Zoll-Räder und die verrückten Leuchten des Show-Stücks einmal wegdenken, dann wird Concept M exakt so im Sommer 2003 auf den Markt kommen. Und kräftig abräumen, so viel lässt sich mit Leichtigkeit vorhersagen.

Denn in dieser Klasse der Aldi-Vans räubern Ford und Opel bislang allein (ein Punto Van kommt frühestens 2004, Mercedes A-Klasse und Audi A2 fahren preislich auf Zafira-Niveau). Schauen wir uns das Concept M also genauer an. Während der Ford Fusion mit seiner kräftigen Haube noch den Mini-Offroader (nur ohne Allrad) spielt, schrumpft Opel das One-Box-Design des Zafira auf 4,05 Meter. Das war fast die Länge eines Golf II und zeigt, wie sehr der Corsa Van genau in die Mitte der Autowünsche zielt – dort wo sich gutes Raumangebot und fairer Preis treffen.

Opel-Rückbank seitlich verschiebbar

Natürlich gibt es auf dieser Kürze keine dritte Sitzreihe, dafür verspricht Opel einen Fünfsitzer mit einer zauberhaften Rückbank ("Flex-5"), die sich zusammenfaltet wie Magiers Trickkiste: Sie ist nicht nur längs verschiebbar, sondern – und das ist neu – auch seitlich. Man faltet den mittleren Sitz zusammen und rückt die Außenplätze bequem in die Mitte. Legt sich die Bank ganz flach, ergibt sich ein ebener Ladeboden, der Kofferraum wächst von 380 auf rund 1300 Liter (Corsa: 1060 Liter).

Zudem ist er bequemer zu beladen: Das 1,62 Meter hohe Dach schont den Rücken. Die ewige Buckelei entfällt auch beim Einsteigen, das macht den Mini-Van schon beim Türöffnen sympathisch. Die vier Seitenfenster geben eine schöne Rundumsicht, allerdings spiegelt sich das Armaturenbrett in der ziemlich schrägen Frontscheibe.

Die modischen Alu-Spielereien in der Studie fliegen leider bis zum Serienanlauf raus, dann macht sich hier der graue Corsa-Alltag breit. Was auch für die bunt gemusterten Sitze gilt. Na ja, irgendwo müssen die Preise ab 13.500 Euro ja herkommen. So steckt auch unterm Blech bekannte Serientechnik. Der Vorderwagen samt Antriebseinheit stammt vom Corsa, die Hinterachse vom Astra. Schauen wir mal unter die Motorhaube: Der Erdgas-Antrieb der Genf-Studie läuft sicher unter Zukunftsmusik, aber ein 1,6-Liter-Turbo mit 150 PS wäre etwa 2005 denkbar. Gerade entwickelt Opel eine neue Generation kleiner, starker Turbomotoren.

Ford rechnet mit dem Lady-Faktor

Im Sommer 2003 wird der Concept M jedoch bescheidener starten: mit dem 1,7-Liter-Diesel (75 PS) sowie den Benzinern mit 1,2 Liter Hubraum (75 PS) und 1,4 Liter (90 PS), eventuell auch mit dem 125 PS starken 1,8-Liter. Alle Achtung. Opel plant kein Zweckmobil, sondern einen kleinen, feinen Edel-Van. Eine OPC-Version (steht für Opel Performance Center) mit gut 150 PS ist bereits beschlossene Sache. Nur beim Namen dürfen wir weiterhin raten: Concept M heißt in der Serie irgendetwas mit M: wie Medino, Marina, Mexano? Auch Viva war schon im Gespräch.

Egal, im Juli will Opel mehr verraten, auch, wie die Serienversion aussieht. Der Zeitpunkt ist sicher kein Zufall, weil Ford etwa im August seinen Fusion vorstellt, der ein ähnlicher Eroberer sein könnte und zumindest in puncto Verkaufsbeginn die lange Nase vorn hat. Unter seinem aufgeblasenen Body steckt Fiesta pur. Das heißt: Radstand und Spur sind identisch, auch die Motoren und Getriebe kommen aus dem Fiesta-Regal. Kleinster Benziner wird der 1,4-Liter mit 80 PS sein, gefolgt vom 100-PS-1,6-Liter. Der Diesel hat 1,4 Liter und 68 PS und soll nur 4,4 Liter verbrauchen.

Beim Fusion rechnet Ford vor allem mit den Frauen, die "die erhöhte Sitzposition sehr schätzen und das damit verbundene Gefühl der Sicherheit". Schon jetzt liegt der Lady-Faktor beim Fiesta bei 60 Prozent. Der Fusion ist 2,5 Zentimeter breiter und acht Zentimeter höher als der Fiesta. Insgesamt misst er 4,03 Meter. Seine Heckklappe reicht weit in den Stoßfänger, sodass sich eine niedrige Ladekante ergibt. Schade, dass der Gepäckraum lediglich das gewohnte Prozedere bietet: Rücksitze geteilt umlegbar, ebene Ladefläche. Hier bietet der Opel deutlich mehr. Ford begründet dies mit strenger Kostenkalkulation. Sonst wäre der Einstiegspreis von 15.000 Euro nicht zu halten gewesen.

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