Opel Corsa B (1993-2000)

Gebrauchtwagen Opel Corsa B Gebrauchtwagen Opel Corsa B

Opel Corsa B (1993-2000)

— 25.02.2002

Jung, weiblich, ledig, sucht ...

Der Opel Corsa steht besonders bei Frauen hoch im Kurs. Dabei sind runde Formen sonst doch eigentlich Männersache, oder?

Karosserie und Ausstattung

Woran liegt es, dass die Damenwelt so auf den Opel Corsa steht? Sind es seine knuddeligen Formen, die den weiblichen Instinkt ansprechen? Oder können unsere Frauen nur gut rechnen? So viel jedenfalls steht fest: Der Corsa B gehört zu den wirtschaftlichsten Fahrzeugen überhaupt. Traditionell liegt schon der Einstandspreis stets ein paar Tausender unter dem seines Hauptkonkurrenten VW Polo. Das gilt auch für Gebrauchtwagen. Dazu kommen ausgesprochen günstige Unterhaltskosten - der Aufwand für Teile, Sprit und Versicherung fällt vergleichsweise gering aus.

Trotzdem ist der Corsa B keines von diesen Minimalautos, bei denen die Türverkleidungen aus Pappe und das Gaspedal aus einer Drahtschlinge bestehen. Vielmehr war der B-Corsa bei seinem Debüt 1993 einer der ersten Vollwert-Minis, bei denen die Unterschiede zur Kompaktklasse verschwimmen. Und das nicht nur, was den Komfort betrifft – auch die Sicherheit war damals beispielhaft. Und sie ist es heute noch.

Airbags kosteten nur 1993 Aufpreis, gehörten ab 1994 zur Serienausstattung. ABS jedoch wurde bis zum kürzlichen Modellstopp extra berechnet, ist erst beim Nachfolger Standard. Es empfiehlt sich also, nach der elektronischen Stotterbremse Ausschau zu halten. Sonst ist bei der Auswahl des individuellen Gebrauchten kaum etwas zu beachten. Höchstens die Tatsache, dass die von Isuzu zugekauften Diesel schon gewisse Leidensbereitschaft beim Fahren voraussetzen. Ihr Verbrauchsvorteil hält sich zudem in Grenzen, wie auch das Temperament. Deshalb raten wir eher zum Benziner.

Motor und Technik

Die größte Verbreitung hat der 1.2i mit 45 PS. Das "i" fiel weg, als Opel irgendwann merkte, dass eh alle Motoren im Haus über Injection, also Einspritzung, verfügten –  bei BMW steht diese Erkenntnis heute noch aus.

Der 1.2 also ist nicht nur der meistverkaufte, sondern auch der schwächste Corsa. Zudem kämpft sein Vierzylinder mit einer ellenlangen Getriebeübersetzung, was unterm Strich zumindest für günstige Verbrauchswerte sorgt. Sparsamer ist nur der neue 1.0 12V, der zwar einen Zylinder weniger hat, dafür aber mehr Drehmoment liefert. Er ist der Geheimtipp der Baureihe, jedoch nur mit Glück für weiger als 10.000 Mark zu bekommen. Dies gilt in verstärktem Maße für den 1.2 16V, der ebenfalls zu den erfreulichen Motoren gehört – im Gegensatz zu seinem brummigen und weniger sparsamen Vorgänger 1.4(i). Die stärkeren Aggregate spielen nur eine untergeordnete Rolle, erst recht, wenn GSi auf dem Auto steht.

Defekte reduzieren sich beim Corsa auf die üblichen Leiden deutscher Kleinwagen: Ölverlust an Motor und Getriebe, gelegentliche Wasserleckagen und der allgegenwärtige Zahnriemen. Der verlangt die regelmäßige Kontrolle und die Erneuerung alle 60.000 bis 120.000 Kilometer, je nach Motor. So lange hält das Ventil der Abgasrückführung nur selten. Beim 1.2 neigt es im Kurzstreckenverkehr zum Verkoken, was sich als Motorruckeln äußert. Gleiches bewirken poröse Zündkabel und defekte Motor-Steuergeräte.

Völlig normal dagegen die hakelige Schaltung – gelegentliches Schmieren erleichtert den billigen Plastikbuchsen und dem Fahrer die Arbeit. Der ärgert sich beim TÜV noch über eine ungleichmäßig ziehende Hinterachsbremse, wenn wieder mal die Radzylinder festsitzen. Doch das passiert auch Autos, die in der Statistik zuverlässiger dastehen. Aber die sammeln selten so viele Punkte bei den Damen.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte ##FETT:2/83# #Einführung der Modellreihe Corsa (A), Schräg- oder Stufenheck 3/93 Modellwechsel auf den rundlichen Corsa B, Motoren von 1,2 bis 1,6 Liter, 45 bis 109 PS, zwei Diesel mit 50 und 67 PS 7/94 Doppelairbag serienmäßig 10/94 abgespecktes Einstiegsmodell City 1/96 1,7-Liter-Diesel mit 60 PS 5/97 Facelift, Einführung 1.0 12V mit 55 PS 9/98 neuer 1.2 16V, 65 PS 10/00 Modellwechsel auf den Corsa C

Schwachstellen • Batterie steht ganz oben in der Hitliste der Pannenursachen, sie überlebt mitunter nicht mal das Garantiejahr • Zündelektronik führt immer wieder zu Startproblemen und Motorruckeln. Mitunter liegt es jedoch auch an defekten Ventilen der Abgasrückführung, die weiterhin zu unruhigem Leerlauf führen • Ölverlust an Motor und Getriebe steht trotz eingeflossener Verbesserungen immer noch auf der Tagesordnung • Innenausstattung neigt zum Klappern, zusätzliche Geräusche verursachen der ratternde Tacho und vibrierende Kupplungspedale

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Opel Corsa B 1.2i, 33 kW/45 PS, Baujahr 94. Solange das Getriebe hält, ist Corsafahren preiswert. Auch die Kosten der regelmäßigen Wartung bewegen sich in einem erfreulich günstigen Rahmen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Corsa B gehört zu den solidesten Modellen im gegenwärtigen Opel-Programm. Rost tritt allenfalls in untergeordneter Form auf, Radaufhängungen und Lenkung sind sehr stabil. Probleme bereiten gelegentlicher Ölverlust an Motor und Getriebe oder die Bremse der Hinterachse, die zuweilen einseitig oder schlicht unzureichend verzögert. Mitunter machen auch die Scheinwerfer wegen falscher Einstellung auf sich aufmerksam." Rainer Fass, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Opel Corsa 1.2i (33 kW/45 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 158 Mark im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 5,9 Liter, gemessen 6,6 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (13/1000 Mark SB): 1021 Mark. Teilkasko (16/300 Mark SB): 184 Mark. Haftpflicht (12): 1064 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 300 bis 450 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 49 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 800 Mark Verlust

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