Opel Corsa B von Roger Wiegers

Opel Corsa B von Roger Wiegers Opel Corsa B von Roger Wiegers

Opel Corsa B von Roger Wiegers

— 06.09.2006

Corzilla

Wer in der belgischen Tuningszene auffallen und jede Menge Pokale abräumen will, muss schon Außergewöhnliches zu bieten haben. Roger entschied sich dabei für einen extremen Widebody-Umbau an seinem Opel Corsa.

Wer einen Corsa B sein Eigen nennt und sich in der Tuning-Szene behaupten möchte, muss sich schon etwas mehr einfallen lassen, um aufzufallen. Nahezu jede Version, von clean über verchromt bis hin zu verspielt oder extrem, war schon mal irgendwo da. Und wer regelmäßiger Leser der AUTOTUNING ist, kann sich zum Beispiel an den extravaganten "Soundstation"-Corsa erinnern. Natürlich kann man das Rad auch in der Welt des Tuning nicht neu erfinden, aber es gibt immer noch hie und da Möglichkeiten, ein einzigartiges Showfahrzeug auf die Beine zu stellen. Man muss nur lange genug überlegen …

Roger Wiegers aus dem holländischen Brunssum ist ein Tüftler. Nachdem er in der holländischen

Fettes Gerät: Das ist mal eine Heckansicht, die Eindruck macht!

Szene letztes Jahr mit 18-Zoll-Felgen und Flip-Flop-Lack einen Pokal nach dem anderen abräumte, verschwand der Wagen letzten Winter für ein paar Monate in der Garage. Natürlich schlief auch die Konkurrenz nicht, und so schmiedete Roger erst einmal einen Plan, wie er seine Position unter den Opeltunern verteidigen könnte. Da in der letzten Saison schon so gut wie alles aus Handarbeit an seinem Fahrzeug gefertigt worden war, kam ein schnöder Stoßstangenwechsel allein nicht mehr in die engere Wahl. Es sollte etwas Extremes, Einzigartiges entstehen. Dies ist ihm offensichtlich gelungen – davon konnte sich unser Fotograf selbst überzeugen, als er Roger im belgischen Buggenhout auf einem markenoffenen Treffen begegnete.

EXTERIEUR


Auffälligstes Merkmal am B Corsa ist natürlich der Wide-Body-Kit. Breiter geht es wohl kaum noch. Alle Kotflügel wurden um gut 15 Zentimeter in Polyester verbreitert und in stundenlanger Arbeit mit der Blechhaut des Rüsselsheimers "verschweißt". Die diffizile Verbindung Blech und Polyester verursachte bei Roger einige graue Haare: "Mehrere Mal hab ich mir gedacht, wieso hast du so etwas nur angefangen?", berichtete uns der 21-jährige Chemielaborant.

Aber im Nachhinein hat sich die Arbeit sicherlich gelohnt. Keine Wellen oder gar Risse verunzieren die Außenhaut des kleinen Opel. Natürlich wurde auf perfekte Übergänge zu Front- und Heckschürze geachtet, ebenso zu den imposanten neu gestalteten Seitenschwellern. Wer hier aussteigt, braucht fast eine Gangway, um sicheren Fußes den Wagen zu verlassen.

Dicke Backen: 15 Zentimeter legte der Corsa auf jeder Seite zu.

Des Weiteren hat man alle unnötigen Kleinteile wie Seitenblinker, Zierleisten und Embleme entfernt. Auch der Türgriffe entledigte man sich. Roger hat wirklich einen gelungenen Spagat zwischen Clean, Style und Extrem vorgelegt.

Die Motorhaube wurde leicht in Blech verlängert, sodass der Corsa dank neuer FK Angel-Eyes richtig böse auf die Straße guckt. Das Heck gleicht eher einem DTM-Renner. Mit seinem passend abschließenden Diffusor ist es nicht zu gewagt und fügt sich trotz seiner Ecken und Kanten in das ansonsten rundlich gehaltene Erscheinungsbild ein.

Nachdem dem Corsa abschließend noch die obligatorischen Flügeltüren verpasst wurden, war ein erneuter Besuch beim Lackierer bitter nötig. Der Eigner entschied sich entgegen dem gegenwärtigen Airbrushtrend für einen soliden Chamäleonlack mit sieben Farben. So schimmert der Wagen je nach Sonnenlicht von rötlich braun über orange ins Grünliche rein.

INTERIEUR

Modena Lenkrad, Beifahrer-Cockpit, Alcantara: Hier führt Roger Regie.

Über die Wintermonate wuchs dem Corsa ein zweites Cockpit auf der Beifahrerseite. Ebenso wurde der Fahrerplatz mit einem Modena Sportlenkrad veredelt. Auch Sportsitze wollte unser Corsafahrer nicht missen, und so wurden selbige bei einem holländischen Zulieferer geordert. Ansonsten schmeicheln Leder und Alcantara im Innenraum. Verschiedene "Flames" sorgen für ein bisschen Auflockerung auf dem Armaturenbrett und den Sitzen. Natürlich wurde auch der Dachhimmel und der Fahrzeugboden nicht verschont. Und da von dem edlen "Stoff" noch ein kleiner Rest übrig geblieben war, wurde für den Wagen gleich noch ein Hauben-Bra als Schutzüberzug in Eigenregie angefertigt.

HIFI

Auch audiomäßig kann der Corsa überzeugen. Roger spendierte ihm zwei verchromte Subs von DUB City, ein Drei-Wege-System sowie eine XBOX 360. Gegen die eventuell aufkommende Langeweile auf Treffen packte er gleich noch einen 15-Zoll TFT mit in den Wagen. Verzückte Kinderaugen sind ihm so natürlich garantiert, wenn er die neuesten Tracks von Need for Speed durchfliegt.

CHASSIS

Chromfelgen hat doch jeder! Der Corsa steht auf Spezial-Schuhen.

Beim Räderwerk wurde von der Sägeblattoptik auf breit und klein umgestellt. Nach dem Motto "Chromfelgen hat doch jeder" suchte der Holländer wochenlang nach adäquatem Ersatz für seine Corsabeine. Fündig wurde er bei der Edelschmiede Billet, die ihm schließlich einen Radsatz in 15 Zoll lieferte. Vorne beträgt die Einpresstiefe –20, hinten sogar satte –26. Aber wer so dicke Kästen aufträgt, muss auch etwas zum Füllen haben. Da natürlich kleine Räder nicht unbedingt immer optimal mit der Radlaufkante abschließen, stattete Roger der holländischen Air Ride Factory BSS einen Besuch ab. Nicht ohne Folgen, wie sich schon wenige Tage später herausstellte. Seitdem nämlich wird die Fahrzeughöhe komfortabel per Knopfdruck bestimmt.

Motormäßig halten es die Holländer wie die Belgier. Weniger ist mehr. Auch unser abgebildetes Modell hat "nur" einen 1.4er-Motor mit ca. 90 PS. Hier lag aber auch nicht der Schwerpunkt des Umbaus. Für Leistungsfetischisten aber hält die große Corsafamilie bestimmt schon das ein oder andere Exemplar bereit. Wir halten die Augen für Euch auf ……

Autor: Roger Kieffer

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