Opel Corsa OPC (Genf 2015): Mitfahrt

Opel Corsa OPC (2015): Fahrbericht

— 24.04.2015

So fährt Opels Kraftzwerg

Mit seinen 207 PS steckt der Opel Corsa OPC die Konkurrenz locker in die Tasche. Erste Fahrt hinterm Steuer des kraftvollen Rüsselsheimers.

Video: Opel-Chef im neuen Corsa OPC (Genf 2015)

Interview hinter'm Steuer

Opel bläst zum Sturm auf die Spitze der Kleinwagen-Klasse. Zwar wissen die Hessen selbst, dass sich auch der neue Corsa in absoluten Zahlen schwer tun wird mit Ford Fiesta, Skoda Fabia und vor allem mit dem VW Polo. Doch zumindest in einer Disziplin lassen sich die Jungs aus Rüsselsheim von der Konkurrenz nicht den Schneid abkaufen: in der Sportwertung. Wenn der Corsa zu Preisen ab 24.395 Euro auch wieder als OPC-Modell an den Start geht, dann weist er Polo und Co. wirkungsvoll in die Schranken. Nicht umsonst sticht er mit seinem mittlerweile auf 207 PS getunten 1,6-Liter-Motor bürgerliche Kraftmeier wie den VW Polo GTI (192 PS), den Fiesta ST (182 PS) oder den Clio RS (200 PS) mehr oder minder locker aus.

Zwei Auspuffrohre und ein Spoiler am Heck sagen: Hier kommt der Corsa OPC!

Der OPC-Motor ist im Prinzip ein alter Bekannter, denn unter der Haube steckt wie bisher ein Vierzylinder-Turbo. Doch im Grunde ist bei dem Rennmotor kaum eine Schraube übernommen worden. Die OPC-Mannschaft hat Ansaugtrakt, Turbolader, Ladeluftkühler, Einspritzdüsen und Motorelektronik geändert und so die Leistung um 17 PS in die Höhe getrieben. Auch die Drehmomentkurve klettert und gipfelt nun bei 245 Nm. Kurzfristig lassen sich beim Kickdown sogar 280 Nm abrufen. Das wirkt! Während die sechs Gänge nur so durch das eng gestufte Getriebe mit dem um 13 Prozent verkürzten Schaltwegen flutschen, hat der OPC in 6,8 Sekunden schon Tempo 100 auf der Uhr. Zum Überholen reichen zwei, drei Fahrzeuglängen, den Zwischenspurt von 80 auf 120 im fünften Gang erledigt der kleine Kraftmeier in 6,4 Sekunden. Und Schluss ist mit dem Spaß erst bei 230 km/h.

Opel Corsa OPC (2015): Vorstellung und Preis

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So selbstbewusst der Corsa mit diesem Paket die Muskeln spielen lässt, so gut hat man den Kraftzwerg in der Hand: Die etwas tiefere Straßenlage, die Federn, die sich auch ohne Elektronik dem Fahrstil anpassen, und eine messerscharfe Lenkung machen die Landstraße zur Lustmeile. Vorbei die Zeit, als der Corsa OPC vor Kraft kaum laufen konnte und das Gros des Drehmoments buchstäblich im Rauch der kleinen Vorderrädchen aufgegangen ist. Jetzt scharrt und zittert nichts mehr, wenn sich der rechte Fuß ans Bodenblech heftet, man tiefer in die wunderbar straffen Recaros rutscht und der Corsa mit Karacho über die Kreisstraßen fliegt. Adieu Ringelnatter, hallo Rennwagen! Da kann man es sich auch erlauben, das ESP in zwei Stufen auszuschalten und die Verantwortung selbst in der Hand zu halten.
Der neue Opel Corsa OPC: Preise

Der Spaß lässt sich sogar noch steigern. Denn für 2990 Euro verkauft Opel das Performance-Paket. Ein Sperrdifferenzial an der Vorderachse, großformatige Brembo-Bremsen und eine nochmals strammere Abstimmung mindern zwar spürbar den Alltagskomfort und zwingen den Fahrer in eine sportliche Grundhaltung, zeugen aber von der Ernsthaftigkeit der Entwicklungsarbeit und davon, dass der Corsa OPC zumindest in den Augen seiner Macher eigentlich auf der Nordschleife zu Hause ist.

Opel Corsa OPC-Line: Vorstellung

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Wertiger Innenraum. Das ESP lässt sich beim OPC per langem Knopfdruck vollständig deaktivieren.

Technisch ist der neue Corsa OPC ambitionierter denn je. Und wenn sich der Wagen zum ersten Mal im Rückspiegel breit macht, fällt sofort die neue Lüfterlippe auf, die Opel bei den GT-Modellen von Porsche abgekupfert und vorn in die Motorhaube geschnitten hat. Doch ansonsten haben sich die Designer eine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Selbst mit den etwas tiefer nach unten gezogenen Schürzen, den breiteren Schwellern und vor allem dem großen Spoiler aus dem Performance-Paket über der Heckscheibe sieht der Corsa OPC vergleichsweise zahm aus. Und auch der Sportauspuff ist nicht gerade ein Brüller. Dabei reklamieren die Hessen für sich sogar die "Lex Ferrari" und erlauben sich als "Sportwagen" ein Dezibel mehr Schalldruck. Aber anders als früher hat das kleinste und dafür gemessen am Verkaufsanteil erfolgreichste OPC-Modell pubertäre Spielereien wie ein Proll-Design und ein vorlautes Röhren jetzt auch nicht mehr nötig. Denn ein beherzter Gasstoß ist viel glaubwürdiger als ein dicker Spoiler.

Technische Daten Opel Corsa OPC: 1,6-Liter-Turbobenziner • Leistung: 207 PS • maximales Drehmoment: 280 Nm (Overboost) zwischen 1900 und 5800 U/min • Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h • Verbrauch: 7,5 Liter.

Autor: Thomas Geiger

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