Opel Frontera (1992-2003)

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Opel Frontera (1992-2003)

— 19.11.2003

Gewohntes Gelände

Opels Zugpferd ist auch nach fast zwölf Jahren nicht frei von Mängeln. Immer wieder zwingen kleinere und größere Wehwehchen den Geländewagen in die Werkstatt.

Qualität und Fahrwerk

Mit dem Alter kommt die Reife. Heißt es jedenfalls. Manchmal aber kommen zuerst die kleinen Gebrechen. So wie beim Opel Frontera, der nun seit fast einem Dutzend von Jahren gebaut wird. Und es in dieser Zeit geschafft hat, von den Kinderkrankheiten nahtlos auf ernsthafte Probleme zu wechseln.

Paradebeispiel dafür ist die Hinterachse: Bei der Frontera-Premiere war sie an Blattfedern befestigt. Deren Befestigungsaugen schlagen schon mal aus, das kennt man. Doch auch die ab Frühjahr 1995 eingesetzte Ausführung mit Schraubenfedern ist kaum haltbarer. Hier sind es die Buchsen der Längslenker und des Panhardstabs, deren Gummis verspröden und dann Spiel bekommen.

Ein Dauerthema ist auch Ölverlust – bereits jeder fünfzigste der Dreijährigen wird deshalb beanstandet. Bei den Elfjährigen ist es mehr als jeder fünfte. Solche Fehler sind übrigens nicht auf den Frontera beschränkt, fast alle Geländewagen haben Probleme mit undichten Aggregaten – schließlich sind ja auch viel mehr Getriebe und Differenziale unterm Auto als bei normalen Pkw.

Motor und Technik

Der Allradantrieb an sich ist generell problemlos, Schäden daran sind selbst bei Ausnutzung der vollen Anhängelast von 2,8 Tonnen nicht zu befürchten – ein Argument, das der auf einem stabilen Rahmen aufgebaute Frontera vielen Soft-Allradlern voraushat wie auch die serienmäßige Geländeuntersetzung. Was nicht heißen soll, dass der Frontera der ultimative Allesüberwinder wäre. Dafür hängt sein Hauptschalldämpfer zu tief, ist der so genannte hintere Rampenwinkel zu flach. Immerhin rollt der Gelände-Opel ganz manierlich über feste Straßen, wobei ab Modelljahr 1999 noch mal deutliche Fortschritte im Komfort zu verzeichnen sind.

Ab diesem Zeitpunkt gibt es auch einen modernen Direkteinspritzer-Diesel, der, abgesehen von einer leichten Anfahrschwäche, die Idealbesetzung für den schweren Frontera ist. Die älteren Diesel hingegen neigen zu Wasserverlusten und damit zu Überhitzungen und durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen. Für den leichteren Frontera Sport (dreitürig) ist auch der Zweiliter-Benziner mit 115 PS eine gute Wahl.

Allerdings ist bei den Benzinern immer zu bedenken, dass bis 2000 der Auspuffkrümmer zu Rissen neigte. Und die Elektronik der Zündung ab und zu zickt – beim 2,4-Liter der ersten Serie meldet der ADAC gar eingefrorene Luftmengenmesser. Doch der Frontera hat auch seine guten Seiten. Der hohe Wiederverkaufswert gehört dazu wie die geringe Rostanfälligkeit. Zumindest der älteren Baujahre, bei den jungen steigt die Kurve an. Und wirft damit die Frage auf, ob der Frontera nun reif ist – oder nur reif für die Ablösung.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 2/92 Modellstart als Fünftürer mit langem Radstand, Hinterachse an Blattfedern geführt. 2,4-Liter-Benziner mit 125 PS und 2,3-Liter-Turbodiesel mit 100 PS 5/92 Einführung des Dreitürers, nur mit 2,0-Liter-Benziner, 115 PS 3/95 Modellüberarbeitung, Schraubenfedern an der Hinterachse, neue Motoren: 2,2-Liter mit 136 PS, 2,8-Liter-TD mit 113 PS 9/96 2,5-Liter-TDS mit 115 PS ersetzt den 2,8-Liter 9/98 großes Facelift als neues Modell (B) eingeführt, neuer 2,2-Liter-DTI/115 PS und 3,2-Liter-V6/205 PS 7/02 Leistung des DTI auf 120 PS angehoben 10/03 Produktion eingestellt, Abverkauf von Lagerfahrzeugen bis 2005

Schwachstellen • Beleuchtung wird vom TÜV sehr oft beanstandet: Die Reflektoren der Scheinwerfer sind häufig blind, und auch Rückleuchten und Blinker machen Probleme, außerdem die Steckdose der am Frontera sehr häufig montierten Anhängekupplung • Auspuffkrümmer neigen zu Rissbildung, wurden ab 2000 verbessert • Elektrik funkt öfter nicht nach Plan, betroffen sind Zündkabel, elektrische Kraftstoffpumpe und Wegfahrsperre • an den 2,4-Liter-Benzinern kann der Luftmengenmesser einfrieren • Servolenkung hat bis Ende 1998 Probleme mit der Pumpe • Zahnriemen ist bei den 2,2-Liter-Benzinern problematisch, die Wechselintervalle wurden mehrfach geändert

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Opel Frontera 2.2 DTI, 85 kW/115 PS, Baujahr 99. Mit den Bremsscheiben heißt es sparsam umgehen, doch ansonsten ist der Frontera so wirtschaftlich zu reparieren wie nicht anders von Opel gewohnt.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Frontera widerlegt die Mär vom besonders soliden Geländewagen. Seine Hinterachse führt mangels solider Führung oft ein reges Eigenleben, die Lenkung hat sehr häufig zu viel Spiel, und Ölverlust am Motor und am Antriebsstrang ist fast schon normal. Dazu kommen Probleme mit den Bremsleitungen, entweder wegen Korrosion oder weil sie bei Geländeausflügen beschädigt wurden. Und typisch für die Benziner sind undichte Spritleitungen." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Opel Frontera 2.2 DTI (85 kW/115 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 326 Euro im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 9,2 Liter, gemessen 11,1 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (24/1000 Euro SB): 1395 Euro. Teilkasko (35/300 Euro SB): 428 Euro. Haftpflicht (24): 1414 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 300 bis 500 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 40 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1400 Euro Verlust

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