Opel Fuel-Cell-Marathon (4)

Opel Brennstoffzellen-Marathon Opel, 4. Etappe Opel Brennstoffzellen-Marathon Opel, 4. Etappe

Opel Fuel-Cell-Marathon, 4. Etappe

— 13.05.2004

Von Kopenhagen nach Hamburg

Quer durch Europa. Mit dem Antrieb der Zukunft. Am Steuer des HydroGen3: Reporter von AUTO BILD. Hier das Tagebuch.

Etappe 4, von Kopenhagen ...

Von Vítìzslav Kodym (CZ) Jede Etappe des Fuel Cell Marathon startet vor der technischen Universität in der jeweiligen Stadt. In Kopenhagen ist auch der dänische Verkehrsminister gekommen, um uns zuzuschauen. Sehr gerne ist Flemming Hansen ein paar Hundert Meter selbst gefahren. Dann waren wir schon an der Reihe. Neben mir, dem Vertreter von AUTO TIP, war der Entwicklungstechniker von der Firma Opel bei der Besatzung, die Begleitung wurde vom Servicefahrzeug Vivaro und Sicherungsabschleppfahrzeug Frontera sichergestellt. Keines der Fahrzeuge ist jedoch zum Einsatz gekommen.

Der Start von der Antriebseinheit erfolgt mittels eines herkömmlichen Schlüssels, anschließend findet jedoch eine, rund eine halbe Minute dauernde "Überprüfungsphase" statt. Danach kann man mit der Taste die Fahrtrichtung vorgeben – vorwärts oder rückwärts. Beim Gasgeben fährt das Fahrzeug sanft und mit Gefühl los. Es ist ein besonderes Gefühl, da der Fahrer keine Schallrückkopplung hat, der Elektromotor arbeitet völlig lautlos. In den Innenraum dringt nur das feine Säuseln von den Kühlungslüftern, die das übliche Radgeräusch zuverlässig verdeckt. Die Beschleunigung ist im Allgemeinen schnell und hauptsächlich linear. Das Überholen kann man in Ruhe planen, auch dann, wenn unsere Hände bei den ersten Kilometern durch das Bewusstsein gebunden sind, dass wir mit einem der teuersten Autos Europas fahren. Auf der Autobahn probieren wir die flexible Beschleunigung und im disziplinierten dänischen Verkehr haben wir nicht das geringste Problem. Das größere Gewicht im Wagenvorderteil ist ein bisschen beim Lenken spürbar, das Fahrzeug Zafira ist jetzt in den Kurven etwas schwerfälliger, aber das alles ist eine Frage der Nacheinstellung der Federung oder der Anpassungen an die Lenkung aus der bisher im vollen Umfang serienmäßigen Ausstattung.

Das erste Anhalten zum Wasserstoffnachzapfen erwartet uns nach 175 Kilometern. Auf dem Autobahnrastplatz steht eine bewegliche Tankstelle bereit und ihre Besatzung hakt in der Liste eine überprüfte Sicherheitsaktion nach der anderen ab. Beim Zapfen ist es notwendig, strenge Regeln einzuhalten, neben Brennbarkeit des Kraftstoffs ist es erforderlich zu beachten, dass der Wasserstoff bei -253°C verflüssigt – und das ist auch die Temperatur des in unseren Tank strömenden Stoffes. Das Zapfen selbst zum Vollauffüllen des Tanks dauert etwa vier Minuten, während der ein weißes Wölkchen des abgelassenen Wasserdampfes über der Tankstelle schwebt. Im Fahrzeug Zafira wird über der Hinterachse ein neuer Tanktyp für verflüssigten Wasserstoff montiert, also tanken wir nicht voll, jedoch für ca. 200 Kilometer.

Stage 4, from Copenhagen ...

By Vítìzslav Kodym (CZ) Every leg of the fuel cell marathon starts at the Technical University of the particular town. In Copenhagen the Danish transport minister came to watch. He was also very happy to be able to drive a few hundred metres himself. But then it was our turn. A development engineer from Opel joined the Auto Tip reporter in the car, our little convoy included the Vivaro service car and a Frontera, in case we needed towing. Neither of the vehicles had to be called upon.

A conventional key starts the engine but there then follows a "check-up" phase which takes 30 seconds. Then the appropriate button has to be pressed to select the desired "speed range". The vehicle accelerates gently and responsively. It feels quite strange, since the driver has no acoustic feedback from the electro-engine, which runs without any noise. All you hear inside the car IS the purring of the ventilator fans, which is enough to disguise the usual tyre sound. Generally speaking, the car accelerates quickly and mostly in a linear manner. There is no stress when deciding whether to overtake, although at first the knowledge that we were driving one of the most expensive cars in Europe did rather cramp our style. We test the flexible acceleration on the motorway and have absolutely no problems among the disciplined Danish drivers. The fact that the car is heavier in the front does affect the steering a bit, the Zafira is stiffer when cornering, but these are matters which could be changed by adjusting the suspension or the steering, which are both the same as on standard models.

Our first stop to refuel with hydrogen is after 175 kilometres. A mobile fuel unit is waiting at the motorway service station; the crew ticks off a number of safety checks one after the other. Strict rules have to be observed when refuelling; apart from the fact that it is inflammable, hydrogen does not liquefy until cooled to -253°C, so that is obviously the temperature of the liquid flowing into our tank it takes about 4 minutes to pump the tank full, during which time a little white cloud of vapour hovers over the scene. A new type of tank for liquid hydrogen is mounted above the Zafira's rear axle, so we do not fill it to the limit, but enough to take us about 200 km.

Etappe 4, ... nach Hamburg

Die Überschreitung der dänisch-deutschen Grenze bringt das Wasserstofffahrzeug Zafira in eine neue Welt. Die disziplinierten dänischen Fahrer werden mit den deutschen vertauscht, welche die nicht existierende Geschwindigkeitsbegrenzung mit Vorliebe ausnutzen. Unsere Beschleunigung vom Stillstand auf 100 km/h in 16 Sekunden gehört hier zum tiefen unteren Durchschnitt, aber auch so stellen wir keine Verlangsamung des Verkehrs dar. In einigen Abschnitten erreichen wir das Maximum von 160 km/h. Interessant ist, dass der Kraftstoffverbrauch in dieser Phase praktisch gleich ist wie bei der ein bisschen zügigeren und langsameren dänischen Etappe, bei welcher wir höchstens 120 km/h gefahren sind.

Vor Hamburg kommt das zweite Tanken. Da sind wir aber schon erfahrene Wasserstoffknacker, darum können wir die Arbeit mit dem Füllschlauch ausprobieren. Auch bei einem super umweltfreundlichen Fahrzeug werden die üblichen Verkehrsleiden nicht ferngehalten. Somit genießen wir im Opel-Fahrzeug der Zukunft kurz das Rucken im Stau (dank des Nichtvorhandenseins eines Getriebes und einer Kupplung im Prinzip angenehm) und endlich auch kurze Verwirrungen beim Hotelsuchen.

Unsere Etappe geht zu Ende und wir sortieren die Haupteindrücke. Die Kinderträume von einem Auto mit Wasserantrieb sind bisher noch immer eine Utopie, aber es ist bewundernswert, wie die futuristische Technologie von den Brennelementen und vom Wasserstoffantrieb binnen ein paar Jahren der Realität nahe kommen konnte. Von Kopenhagen bis nach Hamburg sind wir ohne ein einziges Problem und dabei höchst umweltfreundlich und ohne Verluste an Bequemlichkeit gefahren.

Stage 4, ... to Hamburg

Crossing the border from Denmark into Germany, the hydrogen Zafira enters a different world. The disciplined driving style of the Danes is replaced by manic Germans who love to make full use of the fact that no speed limit exists. The car’s acceleration, at 16 seconds to go from 0 to 100 km/h, is low down the range of averages, but we still do not hold the traffic up. On some stretches we reach our maximum speed of 160 km/h. It is interesting to note that our fuel consumption is practically unaltered from that in Denmark, where we drove at varying speeds, but never above 120 km/h.

We refuel for a second time before we arrive in Hamburg. Since hydrogen is now old hat to us, we are allowed to try our hand with the filling hose. But not even a super environment-friendly car can save us from the usual traffic blues. And so we spend a little while inching the Opel of the future forward through a traffic jam (since there is no gearbox and no clutch, that is not really so bad) and also have a few problems finding our hotel.

Our leg is almost over and we are putting our main impressions into some kind of order. Children’s fantasies about a car that runs on water remain Utopian, but it is remarkable to see how far the futuristic fuel cell and hydrogen power technology has come within a few years. We drove from Copenhagen to Hamburg without any problems at all, in a highly environment-friendly way and in accustomed comfort.

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