Opel Fuel-Cell-Marathon (9)

Opel Brennstoffzellen-Marathon, 9. Etappe Opel Brennstoffzellen-Marathon, 9. Etappe

Opel Fuel-Cell-Marathon, 9. Etappe

— 25.05.2004

Von Paris nach Darmstadt

Quer durch Europa. Mit dem Antrieb der Zukunft. Am Steuer des HydroGen3: Reporter von AUTO BILD. Hier das Tagebuch.

Etappe 8, von Paris (F) ...

Paris, Millionen-Metropole mit chaotischen Verkehrsverhältnissen. Endlose Blechlawinen schieben sich im Schritttempo tagtäglich Richtung Zentrum. Das Straßennetz steht vor dem Kollaps. Die Durchschnittsgeschwindigkeit soll laut Statistik bei sieben Stundenkilometern liegen. Auch wir stecken mittendrin, im morgendlichen Stau. Die Menschen neben uns schauen auf den eigenartig lackierten Zafira, wissen nicht so recht, was sie mit dem Wort Fuel Cell und Hydrogen anfangen sollen. Ahnen damit auch nicht, dass wir hier und heute im garantiert saubersten Auto in Frankreich unterwegs sind. Schadstoff? Null. Aus dem Auspuffrohr tröpfelt nur etwas Wasser, reines Wasser. Lärm? Fast Null, nur eine leises Rauschen, dann, wenn der Kompressor Luft durch die Zellen drückt und Strom den E-Motor antreibt.

Glücklicherweise geht es stadtauswärts, nach Osten, Richtung Reims und Metz, mit Ziel Deutschland. Der Stau löst sich. 540 Kilometer liegen vor uns. Der Brennstoffzellen-Zafira surrt in Richtung Halbzeit. Am Abend werden rund 5000 Kilometer auf dem Tacho stehen. Und so einiges im Bordbuch der Ingenieure, die sich über den recht hohen Verbrauch wundern. Spätestens alle 150 Kilometer müssen wir stoppen, versorgt uns der Linde-Laster mit neuer Nahrung: Rund 75 Liter flüssiger Wasserstoff, der weniger als fünf Kilogramm wiegt und minus 253 Grad kalt ist, füllen den Tank.

Stage 8, from Paris (F) ...

By Michael Specht Paris, millions live here and the metropolitan traffic IS chaotic. Every day a never-ending line of vehicles, nose to tail, crawls towards the City centre. The road network is on the verge of collapse. Statistics put the average speed at seven kilometres per hour. And here we are, stuck in the middle of the morning hold-up.

The people alongside look at the odd paintwork on the Zafira, not quite sure what they are to make of the words fuel cell and hydrogen. And so they don’t realize that what they are seeing is, without any shadow of doubt, the cleanest car in France. Harmful emissions? Zero. All that comes out of the exhaust pipe is water, pure water. Noise? Practically none, just a gentle whoosh when the compressor forces air into the cells and the power generated operates the electro-engine.

Fortunately we are moving out of the city, eastwards, heading for Reims and Metz to cross the border into Germany. The traffic thins. We have 540 kilometres ahead of us. The fuel cell Zafira is purring on towards the half-way mark. By this evening it will have clocked up 5,000 kilometres. And the engineers, who are surprised by the high fuel consumption, will have made lots of notes in their log book. Every 150 kilometres at the latest we have to stop for fuel, which a Linde truck provides for us: about 75 litres of liquid hydrogen, weighing less than five kilos, cooled to minus 253 degrees Celsius, is one tank filling.

Etappe 8, ... nach Darmstadt (D)

In Paris trafen wir Jon Bereisa. Jon ist Strategie-Direktor bei GM in Detroit, entwickelt Denkmodelle, wie wir vielleicht in acht oder zwölf Jahren oder wann auch immer mit der Brennstoffzelle unterwegs sein werden.

Auf meine Frage, ob er solch ein Fahrzeug dann kaufen würde, antwortet Jon: "Selbstverständlich, aber nur dann, wenn es ein Brennstoffzellenfahrzeug ist, nicht ein konventionelles Auto mit Brennstoffzelle." Denn hier liegt für Jon der große Unterschied. Richtig eingesetzt erlaubt dieser elektrische Antrieb ein völlig neues Fahrzeug-Layout. Weg vom Dreibox-Design, Motor, Fahrgastzelle, Kofferraum. Sicher, es wird anfangs Übergangslösungen geben, weil noch keine großen Stückzahlen gefertigt werden und eine neue Architektur unglaubliche Summen verschlingen würde.

Es ist im Prinzip wie vor 120 Jahren, als der Otto- und Dieselmotor erfunden wurde. Auch diese Aggregate baute man anfangs in Kutschen. Erst später wurden richtige Autos draus, wie wir sie heute benutzen. Genauso läuft das mit der Brennstoffzelle.

Der Hy-wire, den GM vor knapp zwei Jahren vorstellte, ist solch eine erste Idee, wie eine Brennstoffzellen-Architektur aussehen könnte. Flach wie ein großes Skateboard bildet das Untergestell die gesamte Antriebs- und Energieeinheit. Hierauf können je nach Einsatz oder Kundenwunsch ganz unterschiedliche Karosserien gesetzt werden. Im kommenden Jahr will GM auf der Detroit Motorshow den Hy-wire II vorstellen, der ein weiteres Stück in Richtung Zukunft fahren soll.

Wir fahren zunächst Richtung Darmstadt, wo dem Zafira einen Tag Pause gegönnt wird, um alle Systeme zu überprüfen und um fit den zweiten Teil des Marathons antreten zu können.

Stage 8, ... to Darmstadt (D)

In Paris we met Jon Bereisa. Jon is the strategy director for GM in Detroit, he develops concept models for fuel cell cars we might be driving in eight or twelve years’ time or whenever. Asked whether he would buy this kind of car, Jon replies: "Of course, but only if it’s a genuine fuel cell vehicle, not a conventional car with a fuel cell."

Because to Jon there’s a big difference. If it’s used cleverly, an electric power unit means that vehicles can be designed in completely new ways. Forget the three boxes design; engine, passenger cell, boot. Obviously there will be transitional versions to start with, because they would not be produced in great numbers and a new architecture would cost incredible amounts of money.

Basically the situation is the same as 120 years ago when the Otto and diesel engine were invented. First of all these power units were built into coaches and carriages. Proper cars, as we now know them, came later. The same will happen with the fuel cell.

The Hy-wire, which GM presented about two years ago, is one such first idea of the kind of architecture that might be used with the fuel cell. The flat chassis, which looks like a big skateboard, contains all that is needed to propel the car. According to intended use or customer’s wishes, a wide variety of different bodies can be mounted. At next year’s Detroit Motor Show GM intends to present the Hy-wire II, designed to bring the future a step closer.

But for now we are heading for Darmstadt, where the Zafira will be laid up for a day to allow time to check all the systems and have the car fit and ready for the second stage of the marathon.

Autor: Michael Specht

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.