Grandland X mit neuem Diesel

Grandland X mit neuem Diesel

Opel Grandland X Diesel: Test

Grandland X dieselt gegen den Trend

Der Opel Grandland X bekommt endlich einen Motor, den er verdient – mit viel Leistung und guten Manieren. Erste Fahrt mit dem 177-PS-Diesel.
Ganz schön gewagt. Alle Welt spricht vom Fahrverbot für Diesel – und Opel bringt für den Grandland X als neue Topversion ausgerechnet einen fetten Selbstzünder. Aber keine Sorge, der 177-PS-Motor hat eine saubere Weste, fährt mit SCR-Katalysator und erfüllt so die strenge Abgasnorm Euro 6d-TEMP.

Die Top-Ausstattung nennt Opel unbescheiden Ultimate

Auch optisch aufgefrischt: Zweifarben-Lackierung und 19-Zöller stehen dem Opel-SUV ausgezeichnet.

Auch optisch ist der Grandland X in der neuen Top-Ausstattung "Ultimate" ein Großer. Mit 19-Zoll-Bi-Color-Felgen, Zweifarblackierung und LED-Scheinwerfern sieht der Grandland X jedenfalls viel teurer aus, als er in Wirklichkeit ist. Das Interieur ist fast schon luxuriös. Da ist alles drin, was Opel im Regal hat: Lederausstattung, großes Navi, Denon-Soundsystem, Ergonomiesitze, Online-Butler OnStar – alles da. Dazu jede Menge Assistenzsysteme, vom Kollisionswarner mit Notbremsfunktion über Fußgänger-, Müdigkeits-und Verkehrsschilderkennung, 360-Grad-Birdview-Kamera bis zum Abstandstempomaten. Wer hier noch mit einem Kratzer im Lack nach Hause kommt, ist selber schuld. Mit sauberem Gewissen starten wir also das erstmals in einem Opel verbaute Triebwerk von Konzernmutter PSA. Der Grandland X kommt kaum hörbar zur Sache, so gut gedämmt ist der Motor.

Das Verbrauchsversprechen löst der Opel-Diesel nicht ein

Durstiger als versprochen: Die 4,9 Liter, die Opel auf 100 Kilometer angibt, haben wir um zwei Liter verfehlt.

Schon bei 2000 Umdrehungen, also knapp über dem Standgas, liegen 400 Nm Drehmoment an. Das bedeutet, dass spontan und ansatzlos jede Menge Schub verfügbar ist, fein dosiert von einer schnell und sanft schaltenden Achtstufenautomatik, die vorerst dem dicken Diesel vorbehalten ist. Einziger Wermutstropfen: Opel verspricht, dass sich der Verbrauch des Zweiliter-Diesels bei 4,9 Litern (128 g/km CO2) je 100 Kilometer einpendeln soll. Bei uns standen am Ende gut zwei Liter mehr auf der Uhr. Dafür huscht der Ober-Grandland in schnellen 9,1 Sekunden auf 100, und weiter geht's druckvoll bis 214 km/h Spitze. So kultiviert wie der Motor ist auch der Rest des Grandland X. Die Lenkung sehr fein dosiert, die Federung eher komfortabel als straff abgestimmt. Trotzdem nimmt das SUV auch kurvige Passagen mit lässiger Bravour. Erstaunlich, denn es fehlt eine elektronische Dämpferregelung, die es in anderen Opel-Modellen gibt, hier jedoch weder für Geld noch gute Worte.
Gutes Auto also. Und auch gute Preise. Der neue Diesel ist ab 37.320 Euro zu haben, ein VW Tiguan (190 PS) kostet 39.275 Euro, hat aber auch Allrad und Automatik. Dafür bastelt Opel schon am ersten Plug-in-Hybriden der Marke, ab 2019 im Grandland. Der dann endgültig zum Großen wird.
Technische Daten Opel Grandland X 2.0 Diesel • Motor: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum: 1997 cm³ • Leistung: 130 kW (177 PS) bei 3750/min • max. Drehmoment: 400 Nm bei 2000/min • Antrieb: Vorderradantrieb, Achtstufenautomatik • Länge/Breite/Höhe: 4477/1856-2098/1609 mm • Leergewicht: 1575 kg • Kofferraum: 514–1652 l • 0–100 km/h: 9,1 s • Vmax: 214 km/h • Verbrauch: 4,9 l/100 km Diesel • Abgas CO2: 128 g/km • Preis ab 37.320 Euro.

Frank Wald

Fazit

Der Grandland X hat uns bisher schon überzeugt, doch erst mit diesem selbstbewussten und sauberen Diesel wird der Opel zum echten Konkurrenten fürs kompakte SUV-Establishment. Preise gewohnt okay.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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