Hannelore Kraft in Bochum

Opel in der Krise

— 31.05.2012

Gipfeltreffen für Opel

Ministerpräsidenten, Firmenchef, Gewerkschaftsboss: Eine "Elefantenrunde" hat in Frankfurt über die Zukunft von Opel beraten. Mehr als Absichtserklärungen kam am Ende nicht dabei heraus.

(dpa/cj) Angesichts der Sorgen um Opel sind die Ministerpräsidenten der vier betroffenen Bundesländer mit der Unternehmensspitze zusammengekommen. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) erklärte am Mittwochabend (30. Mai 2012) nach dem Treffen in Frankfurt: "Die Ministerpräsidenten haben an General Motors die Bitte herangetragen, keine endgültigen Entscheidungen zu treffen, bevor nicht alle Möglichkeiten einer Wachstumsstrategie geprüft sind, um alle Standorte zu erhalten." Ein Opel-Sprecher sprach von einem "sehr konstruktiven Gespräch“. Wegen des Sanierungskurses der Opel-Konzernmutter General Motors (GM) ist vor allem das Werk in Bochum mit rund 3200 Beschäftigten gefährdet.

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Die Opel-Werke im Überblick

Deutschland: Bochum

In Bochum liefen 2011 ein Astra-Modell und zwei Zafira-Modelle vom Band. Nach Werksangaben arbeiten noch 3200 Beschäftigte direkt im Unternehmen sowie rund 1000 Menschen bei Partner- und Fremdfirmen.

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An der Runde nahmen neben Lieberknecht auch die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), sowie die Regierungschefs von Hessen, Volker Bouffier (CDU), und von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), teil. Von Unternehmensseite waren GM-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky sowie Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke zugegen. Das Treffen fand bei der Gewerkschaft IG Metall statt, auch deren Vorsitzender Berthold Huber und Opel-Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug waren anwesend. Nach den Worten von Kraft wurde bei dem kurzfristig vereinbarten Treffen die angespannte Situation bei Opel umfassend erörtert: "Alle Beteiligten waren sich einig, gemeinsam konstruktiv an einer positiven Zukunft von Opel zu arbeiten." Lieberknecht sagte, es solle weitere Zusammenkünfte geben. Die deutschen Standorte würden sich solidarisch verhalten.

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Opel hat in Deutschland Standorte in Rüsselsheim, Bochum , Eisenach und Kaiserslautern. Der Autobauer leidet aber unter sinkendem Absatz und teuren Überkapazitäten. Obwohl erst Ende 2010 ein Werk geschlossen und die Zahl der Mitarbeiter zuletzt um mehr als 8000 auf inzwischen 39.000 reduziert wurde, kommt Opel deshalb nicht aus der Verlustzone. Um Opel profitabel zu machen, ist nun unter anderem geplant, die Produktion des künftigen Astra von 2015 an auf Ellesmere Port in England und das kostengünstige polnische Gleiwitz zu konzentrieren. Bislang wird der Astra auch im Stammwerk Rüsselsheim gebaut. Im Gegenzug könnte die Zafira-Produktion aus Bochum nach Rüsselsheim verlagert werden. Dies wiederum könnte das Aus für das Werk Bochum bedeuten.

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Während GM in Nordamerika einen Rekordgewinn einfährt, verbucht der Konzern in Europa einen Verlust von mehreren hundert Millionen Euro. Das Europageschäft besteht überwiegend aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall. Bis Ende 2014 sind die deutschen Standorte seit der jüngsten Sanierung vertraglich gesichert – im Gegenzug verzichteten die Mitarbeiter europaweit auf 265 Millionen Euro jährlich.

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