Opel in der Krise

Opel in der Krise

— 09.03.2009

Keine Hilfe in Sicht

Die Bundesregierung dämpft die Hoffnung auf eine baldige Entscheidung in der Opel-Krise. Es fehle ein klares Konzept für die geforderte Finanzhilfe. Wirtschaftsexperte Wolfgang Franz lehnte Staatsgelder für Opel kategorisch ab.

(dpa) Die Bundesregierung spannt Opel weiter auf die Folter. Der angeschlagene Autobauer kann nicht mit einer raschen Entscheidung über die angestrebte Staatshilfe rechnen. Vor Ende März könnten angesichts der noch offenen Fragen keine substanziellen Beschlüsse gefasst werden, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Montag (9. März 2009). Das von Opel vorgelegte Konzept sei noch lückenhaft und ergänzungsbedürftig. Unterdessen häufen sich die Stimmen, die die Unterstützung des Konzerns durch die öffentliche Hand ablehnen. So auch die des neuen Chefs der fünf Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, der Staatshilfen für Opel kategorisch ablehnt: "Was will denn die Bundesregierung machen, wenn andere Unternehmen mit ähnlichen Anliegen kommen? Hier würden Dämme brechen."

Rettung durch Insolvenz?

Die SPD hat zuletzt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Forderungen nach raschem Handeln unter Druck gesetzt. Aber auch in der Union gibt es Streit. Für Zündstoff sorgen zudem Äußerungen von Bundesministern, die mit Blick auf Opel auf die Chancen einer Insolvenz verwiesen hatten. Auch der Wirtschaftsweise Franz empfahl, eine Insolvenz von Opel zu überdenken: "Insolvenz heißt nicht, dass die Mitarbeiter am nächsten Tag auf der Straße stehen." Stattdessen sei das Ziel des Insolvenzrechts, das Unternehmen am Laufen zu halten: "Wenn Opel ein gut aufgestelltes Unternehmen ist, dann wird sich in dieser Zeit ein Investor finden, der das Unternehmen übernimmt", sagte Franz.

3,3 Milliarden Euro sollen aus der Staatskasse fließen

Opel benötigt nach eigenen Angaben neues Kapital von mehr als sieben Milliarden Euro, davon sollen laut Konzept 3,3 Milliarden von der öffentlichen Hand bereitgestellt werden. Dabei denkt der Autobauer sowohl an Bürgschaften als auch an Darlehen. Opel hatte vor kurzem gewarnt, dass das Geld bereits im April ausgehen könnte. Regierungssprecher Steg sagte, man verspreche sich mehr Aufschluss über das Zukunftskonzept von der US-Reise von Wirtschaftsminister zu Guttenberg an diesem Wochenende. Danach seien noch ein paar Tage nötig, bis die Pläne auch des Opel-Mutterkonzerns General Motors und der US-Regierung konkreter sind.

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