Opel Insignia Country Tourer: Fahrbericht

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Opel Insignia Country Tourer: Fahrbericht

— 06.01.2014

Country Tourer im Schnee

Als Country Tourer soll der frisch geliftete Opel Insignia dem Abenteurer aus der Seele sprechen. Wir sind mit dem Allradler durch den Schnee gestöbert.

Frisch gewaschen und blitzeblank poliert steht der Country Tourer am Salzburger Flughafen. Unterfahrschutz, Radblenden und Kunststoff-Beplankungen haben die Designer ziemlich stimmig in die Karosserie des gelifteten Insignia integriert. Dazu elegante 18-Zoll-Felgen mit Winterreifen im Niederquerschnittsformat. Das sieht gut aus im kühlen Neonlicht des Parkhauses, wirkt aber trotz höhergelegtem Fahrwerk nicht gerade wie ein rustikaler Alleskönner, der sich gern die Ärmel hochkrempelt und dreckig macht. Muss er heute aber.

Unauffälliger können 250 PS kaum auftreten

Mit dem neuen Insignia Country Tourer geht es ins Winterdomizil Obertauern auf 1600 Meter Höhe.

Es geht durchs Salzburger Land in Österreich über die Katschberg Straße vorbei an verschneiten Flüssen und engen Schluchten hinauf ins gut 1600 Meter hohe Obertauern. Die winterliche Panoramastrecke lässt sich hervorragend aus den gemütlichen AGR-Sitzen genießen, die beim Testwagen mit feinem Nappaleder bezogen sind. Angetrieben wird unser Modell vom neuen 2.0-Ecotec-Benziner. Abgesehen von einem gelegentlichen Turbo-Säuseln, bleibt der Motor während der Fahrt akustisch im Hintergrund. Fast ein bisschen zu zurückhaltend. Auf der anderen Seite beeindruckend, wie unaufgeregt und gleichmäßig sich der Schub von 250 PS und 400 Newtonmetern abrufen lässt. Im Schatten der Berge fällt die Temperatur im Innenraum. Kein Problem – Heizung aufdrehen, doch es erweist sich als fummeliges Spiel die Zweizonen-Klimaautomatik einzustellen. Die neue Touch-Bedieneinheit gibt keine Rückmeldung und erfordert treffsichere Finger, speziell auf kurvigen Landstraßen.

Beeindruckend: Unaufgeregt und gleichmäßig lässt sich der Schub von 250 PS und 400 Newtonmetern abrufen.

Besser schlägt sich hier das höhergelegte Flexride-Fahrwerk, bleibt jedoch einen Tick unverbindlicher als im Sports Tourer und lässt sich nicht ganz so präzise dirigieren. Ein kleiner Tribut an die zusätzlichen 20 Millimeter Bodenfreiheit. Besserung beschert der Sportmodus des adaptiven Fahrwerks. Fällt im sechsten Gang die Drehzahl auf den steileren Passagen ab, ist Runterschalten angesagt. Die immerhin knapp 1,9 Tonnen Masse fordern hier gut 2000 Touren, denn ab dieser Drehzahl entfaltet sich das maximale Drehmoment. Also runter in den vierten Gang und der Country Tourer schiebt wieder druckvoll an. Schaltspaß kommt dabei allerdings nicht auf, denn die Schaltwege fallen eindeutig zu lang aus.

Adaptiver Allradantrieb mit Spaßpotenzial

Im Bedarfsfall schickt die Haldexkupplung bis zu 100 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse.

Kurz hinter Obertauern verlassen wir die Landstraße und begeben uns auf unbefestigte Wege. Mit Rücksicht auf den Verbrauch schickt der Allradantrieb im Normalfall 90 Prozent der Antriebskraft an die Vorderräder. Das wird sich jetzt ändern, denn sobald die Sensoren vermehrten Schlupf registrieren, verändert die elektronisch gesteuerte Haldexkupplung die Drehmomentverteilung zu Gunsten der Hinterachse – im Bedarfsfall gelangen bis zu 100 Prozent an die Hinterräder. Die verschneiten und teilweise vereisten Wege sehen abenteuerlich aus, genau das richtige Terrain für den Country Tourer. Bedenken kommen nur aufgrund der Bereifung. Doch Traktion ist immer vorhanden. Zusätzlich verteilt eine elektronische Differentialsperre die Kraft an der Hinterachse zwischen den beiden Rädern. Selbst auf den steileren Stücken wuselt sich der Country Tourer unbeirrt durch den Schnee den Berg hinauf. Da das alles so problemlos klappt, wird die Traktionskontrolle deaktiviert. Das ESP bleibt dabei allerdings stets aktiv, aber immerhin gestattet das System jetzt kleine Schwenks mit dem Heck und das macht in engen Kehren richtig Spaß. Wird eine Kurve zu schnell angegangen, regelt die Elektronik den Insignia dann wieder mit Nachdruck auf Kurs.
 
Wir fahren wieder hinab ins Tal, schalten einen Gang zurück und genießen den Ausblick. Viel mehr als diese verschneiten Wege werden die künftigen Besitzer dem Insignia Country Tourer nicht zumuten. Und Strecken dieser Ordnung bezwingt er mühelos. Am Abend im Hotelparkhaus ist nichts mehr übrig vom frischen Glanz des Vormittags. Knapp 200 Kilometer winterliche Autobahn und Landstraße haben ihre Spuren hinterlassen, die Radkästen hängen voller Schnee, Dach und Heckklappe sind von einer frostigen Schicht überzogen. Passt deutlich besser zum Country Tourer.

Fahrbericht Opel Insignia Country Tourer

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Fazit

Wer Offroad- und Abenteuer-Flair sucht, braucht längst nicht mehr zum SUV greifen. Höhergelegte Cross-Kombis wie der Country Tourer erfüllen den Job dank intelligentem Allradantrieb mindestens genauso gut. Erste Wahl für den Country Tourer sind die beiden CDTI mit 163 oder 195 PS. Sie sind deutlich sparsamer als der hier gefahrene Benziner und verfügen über das fast gleiche Drehmoment, das zudem knapp 1000 Touren früher anliegt.

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