Opel Insignia (2017): Vorstellung und Fahrbericht

Opel Insignia (2017): Vorstellung und Fahrbericht

Opel Insignia Grand Sport Limousine (2017): Infos und Preis

— 08.02.2017

Der Insignia strebt nach oben

Der neue Insignia wächst kräftig in die Länge. Außerdem wird der große Opel auf Luxus getrimmt – inklusive neuem Motor und Allrad. Alle Infos!

➤ Vorstellung: Allradversion mit Torque-Vectoring
➤ Interieur: Hochwertig und komfortabel (Update!)
➤ Fahren: Der 165-PS-Benziner vereint Kraft und Laufruhe
➤ Ausstattung: Frontkamera und neustes Infotainment sind Serie
➤ Motoren und Preise: Drei Benziner, drei Diesel und der Einstiegspreis
➤ Connectivity: OnStar mit aktuellen Apps und großen Bildschirmen

Vorstellung: Opel Insignia II ist leichter, aber größer

Insignia Nummer zwei steht auf einer ganz neuen Plattform. Und die soll in der Spitze das Gewicht um bis zu 175 Kilogramm senken, der Insignia wäre in diesem Bereich endlich wieder konkurrenzfähig. Das ist ziemlich erstaunlich, weil der Opel gleichzeitig gewachsen ist. Die Außenlänge haben die Entwickler um 5,5 Zentimeter auf 4,90 Meter verlängert, den Radstand um 9,2 Zentimeter auf 2,83 Meter gestreckt. Auch die Spur ist um 1,1 Zentimeter gewachsen. Gleichzeitig fällt der neue Insignia fast drei Zentimeter flacher aus als bisher. Die Dachlinie erscheint coupéhaft – das passt zum neuen Opel-Gesicht mit tieferem Grill, das erstmals die Formensprache der Studie Monza aufnimmt und dem Insignia eine Menge Charakter ins Blech bügelt.

Premiere ist auf dem Genfer Autosalon 2017 (9. bis 19. März).

Die Neuheiten vom Genfer Autosalon 2017

Alles zum Opel Insignia

Der Kombi wird wieder Sports Tourer genannt. Sein Kofferraum fasst bis zu 1640 Liter.

Opel verleiht der Fließhecklimousine den Namenszusatz Grand Sport, beim Kofferraumvolumen lässt sie zahlentechnisch nach: 490 Liter (1450 Liter umgeklappt) bedeuten 40 Liter weniger als beim Alten. Weiterhin setzt man darauf, Oberklasse-Technologien in die Mittelklasse zu bringen: Der Allradler Insignia Grand Sport 4x4 kommt mit Torque Vectoring. An der Hinterachse werden die Räder gezielt beschleunigt, um das Auto in der Spur zu halten. Der Kombi wird wieder Sports Tourer genannt (auch ein Country Tourer ist wieder denkbar) und könnte mit seinem schrägen Heck fast als Shooting Brake durchgehen. Hier verspricht Opel, dass der Laderaum kräftig wächst (bis zu 1640 Liter) – und die unpraktisch dicke Ladekante des aktuellen Modells Geschichte sein soll.
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Opel-Neuheiten bis 2020

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Interieur: Hochwertig und komfortabel

Großgewachsene wünschen sich eine tiefere Rücksitzbank. Die Beine müssen stark angewinkelt werden.

Im Innenraum des Insignia wähnt man sich zunächst in einem großen Astra. Was durchaus als Kompliment gemeint ist – vorbei sind die Zeiten mit der klobigen und überfrachteten Bedieneinheit. Die Anzahl der Knöpfe ist überschaubar. Unter dem optionalen und rahmenlosen 8-Zoll-Display befinden sich, gut zugänglich, die Drücker fürs Infotainment, darunter die Klimabedienung. Keine offenen Fragen, kein Firlefanz. Vor dem Wählhebel der Achtgang-Automatik reihen sich die Fahrmodi- und Assistenzschalter auf – und sind dadurch schwer zugänglich. Dann hört das Meckern vom Fahrersitz aus aber auch schon wieder auf. Denn mit den auf Wunsch verbauten AgR-Sitzen (beide Vordersitze für 685 Euro) sind Komfort und Ergonomie im neuen Insignia einfach nur top. Nach oben ist trotz der abgesenkten Dachlinie viel Platz, weil das Gestühl drei Zentimeter tiefer montiert ist als in der ersten Generation. Und auch die Hände haben Freude am Insignia-Innenraum: Opel verbaut weiche Materialien. Und ja, das Armatuenbrett und die leicht zum Fahrer geneigte Mittelkonsole sind unterschäumt und geben auf Druck nach. Gut.

Bei 9,2 Zentimetern mehr Radstand erwartet man auch im Fond einen signifikanten Zuwachs an Platz. Auf dem Papier stimmt das. 2,5 Zentimeter mehr Raum für Knie und Schultern, acht Millimeter mehr überm Kopf. Klingt gut. Im Falle der Knie und Schultern stimmt's auch. Mit 1,95 Metern macht sich dann aber doch die coupéhafte Dachlinie bemerkbar. Zum bequemen Sitzen sollte man gute zehn Zentimeter kleiner als AUTO BILD-Redakteur Peter Fischer sein. Doch Abhilfe scheint der Grand Tourer zu bieten, dessen Dach nach hinten weniger stark abzufallen scheint als bei der Limousine. AUTO BILD wird's natürlich ausprobieren: Auf dem Genfer Autosalon 2017 folgt die Sitzprobe im Kombi-Insignia.

Fahren: Der 165-PS-Benziner vereint Kraft und Laufruhe

Die Opel-typischen Falze in der Seitenlinie laufen auf das Heck mit LED-Rückleuchten zu.

Unter der Motorhaube des noch getarnten Prototyp-Testwagens arbeitet der neu entwickelte 1,5-Liter-Turbobenziner mit 165 PS, er ist an ein ebenfalls komplett neues Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt. Und die erste Fahrt zeigt schnell: Bei Opel haben sie einen guten Job gemacht! Der Motor hat bereits bei niedrigen Drehzahlen ordentlich Wumms, bleibt aber auch beim Ausdrehen angenehm laufruhig. Der Rückstand zu den TSI-Motoren des VW-Konzerns? Plötzlich kaum noch zu spüren. Und auch das Getriebe gefällt, kurze Schaltwege und die präzise Führung machen die knorpeligen alten Opel-Getriebe schnell vergessen. Natürlich haben die Rüsselsheimer auch am Fahrwerk kräftig geschraubt. Der Insignia surft auf der straffen Welle, bleibt trotzdem ausreichend komfortabel. Ein gelungener Kompromiss. Das gegen Aufpreis erhältliche, verstellbare Fahrwerk braucht man nicht – doch bietet es spannende Neuigkeiten (siehe Ausstattung). Zumal der Insignia dank des gesenkten Leergewichts fast zum Kurvenräuber wird – und sich hier anders als der Vorgänger wohlzufühlen scheint. Auch ein Verdienst der präziseren Lenkung und des strafferen Pedalgefühls der Bremse. In Verbindung mit dem neuen Allradantrieb (mit zwei Lamellenkupplungen statt eines Differenzials) steuert die Elektronik beim Torque Vectoring das Drehmoment auf den einzelnen Rädern ja nach Bedarf blitzschnell.
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Ausstattung: Frontkamera und neustes Infotainment sind Serie

Opel führt beim Insignia fort, was schon beim neuen Astra begonnen wurde: die Demokratisierung von Luxus. Das IntelliLink-Infotainment R4.0, Frontkamera, schlüsselloses Einsteigen und Starten sind Serie. So wird etwa ähnlich wie bei Mercedes und Audi ein Matrix-LED-Licht lieferbar sein, das eine deutlich bessere Fahrbahnausleuchtung ermöglichen soll – ohne den Gegenverkehr zu blenden, Kurvenlicht und ein extra weiter Fernlichtstrahl inklusive – für rund 1650 Euro Aufpreis. Ebenfalls neu: ein Head-up-Display, eine 360-Grad-Kamera, ein adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent und ein Warner vor Querverkehr beim Ausparken. Allradantrieb und ein adaptives Fahrwerk wird es auch in Zukunft gegen Aufpreis geben. Das Flexride-Fahrwerk mit den drei Modi "Standard", "Tour" (komfortabel, verbrauchsoptimiert für Langstrecken) und "Sport" wurde erneuert. Der Fahrer kann in diesem Modus die Charakteristik von Lenkung, Gas und Stoßdämpfern einstellen – zudem merkt sich die Software den Fahrstil und optimiert die Systeme für passende Traktion und Straßenlage. So merkt der Insignia beispielsweise selbst, wenn der Fahrer sportlicher unterwegs sein will und schaltet Fahrwerk und Antrieb automatisch in den entsprechenden Modus. Bei den Rädern hat man die Wahl zwischen 17, 18 und 20 Zoll, 19-Zoll-Räder werden nicht angeboten.

Motoren und Preise: Neu entwickelter Bi-Turbo-Diesel

Abgespeckt: Das Gewicht haben die Opel-Entwickler um 175 Kilogramm gesenkt.

Als Motorisierung für den neuen Insignia bestätigt Opel bislang drei Benzin-Motoren: einen 1,5-Liter-Turbo in zwei Leistungsstufen (140 PS und 165 PS – beide mit 5,7l/100km Durchschnittsverbrauch) sowie einen 2,0-Liter-Turbo mit 260 PS (kombinierter Verbrauch: 8,6l/100km). Auf der Dieselseite können Kunden bis jetzt (Stand Februar 2017) ebenfalls aus drei Optionen wählen: Den 1,6-Liter-Selbstzünder gibt es mit 110 und 136 PS (kombinierter Verbrauch 4,0l/100km bzw. 4,3l/100km). Der Top-Diesel verfügt über zwei Liter Hubraum und 170 PS (kombinierter Verbrauch: 5,2l/100km).

Oberklasse-Neuheiten bis 2022

Audi A7 Illustration Skoda Superb Facelift Illustration Mercedes E-Klasse Coupé Illustration
Opel wird keine Doppelkupplungsgetriebe anbieten und setzt auf die klassische Wandlerautomatik mit acht Fahrstufen. Und die gute Nachricht für alle Leistungshungrigen: Die heiße OPC-Version bekommt eine Neuauflage. Insider rechnen mit einem aufgeladenen Sechszylinder mit einer Leistung von knapp 400 PS. Der Einstiegspreis für den Basis-Insignia als Limousine liegt bei 25.940 Euro. Ab 20. Februar 2017 sind Limousine und Kombi bestellbar.

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Connectivity: OnStar mit aktuellen Apps

Anders als bei anderen Herstellern kostet das Thema Connected Car bei Opel nicht mehrere Tausend Euro Aufpreis: OnStar heißt das System, das künftig vom Kleinwagen Karl bis zum neuen Insignia für Vernetzung sorgt. Es ähnelt dem im neuen Astra, wird allerdings um aktuelle Apps und besonders hochauflösende, große Bildschirme ergänzt. Das Ganze wird schon für wenige Hundert Euro Aufpreis erhältlich sein. Apple CarPlay, Android Auto und der Online-Assistent Onstar sind dann ebenso möglich wie kabelloses Laden per Induktion und ein LTE-basierter Hotspot.

Opel Insignia (2017): Vorstellung und Fahrbericht

Gebrauchtwagen: Opel Insignia ab 11.000 Euro kaufen

Seit 2008 ist der Insignia auf dem Markt, 2013 gab es ein umfangreiches Facelift.

Seit 2008 ist der Opel Insignia auf dem Markt; Modelle mit knapp 100.000 Kilometern kosten inzwischen ab rund 11.000 Euro. Am beliebstesten sind Dieselmodelle, drei Viertel der Kunden entschieden sich für diese Variante. Bei der Hauptuntersuchung erzielt der Insignia gute Ergebnisse, teils gibt es Störungen an der elektronischen Parkbremse. Die Zweiliter-Diesel fielen durch mehrere Rückrufe auf. 2013 gab es für den Insignia übrigens ein Facelift – die Opelaner entrümpelten das Cockpit gründlich und strafften die Optik. Entsprechende Exemplare kosten ab rund 14.000 Euro.

100.000 Kilometer im Opel Insignia Sports Tourer

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Autoren: Stefan Voswinkel, , Peter R. Fischer

Stichworte:

Kombi Limousine

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