Opel Karl Rocks vs VW Cross Up

VW Cross Up Opel Karl Rocks VW Cross Up

Opel Karl Rocks/ VW Cross Up: Test

— 06.06.2017

Mehr als nur Spielkram?

Karl Rocks und Cross Up, die beiden Mikro-SUVs von Opel und VW bereichern die City. Was sie auf dem Kasten haben, prüft AUTO BILD.

Ein Zank auf dem Spielplatz um das richtige Förmchen kann mächtig eskalieren. Gib das Rote! Nein, meins! Gib mir! Nee! Kind 1 plärrt, Kind 2 weint nach Mama, Mutter 1 springt auf, Mutter 2 pöbelt entrüstet dagegen, Mutter 3 keift dazwischen – ruck, zuck verwandelt sich der Sandkasten zum Vorhof der Hölle. Alles nur, weil das rote Plastiksandförmchen angeblich besser backt als das blaue. Hätten die Kleinen mal lieber bei AUTO BILD angefragt. Wir klären so etwas nämlich unabhängig vom Aussehen. Wir gehen die Frage nach den brauchbarsten Sandspielzeugen eher wissenschaftlich an.

Das Revier der beiden Quasi-SUVs ist die Innenstadt

Optikspielereien: Genau wie der Karl Rocks setzt der Cross Up auf üppige Beplankung im SUV-Look.

Hier ein passendes Beispiel: Der ganz neue Mini-Buddler Opel Karl Rocks und der ebenfalls taufrische Kleinst-Wühler VW Cross Up treten als 75 PS starke Benziner im gleichen Segment an. Beide eint der optische Hang zum Spielen an Böschungen und Matschhügeln. Da wären als wichtigste Maßnahmen: robuste Beplankung an Front, Heck sowie Radläufen, dazu eine stämmige Dachreling und die minimale Höherlegung der Karosserie um rund zwei Zentimeterchen. Ergebnis: eine Art Mikro-SUV auf kleinster Grundfläche. Schlau! Technisch tut sich dagegen nichts. Allradantrieb kennen die beiden nur vom Hörensagen, Differenzialsperren oder Ähnliches sind ihnen fremd – weil es für die (in dieser Liga so wichtige) Innenstadttauglichkeit gar nicht nötig ist.
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In Sachen Spritzigkeit liegt der Opel vorne

Macht mehr aus seinem Antrieb: Trotz gleich starkem Motor lässt der Opel den VW locker hinter sich.

Die kleinen Dreizylindermotörchen müssen entsprechend nicht an kräftezehrendem Vierradantrieb drehen, außerdem bleibt das Auto leicht und beweglich. Das zeigen auch die Verbrauchswerte: Um fünfeinhalb Liter Super naschen die beiden Kleinen weg, das geht in Ordnung. Allerdings: Der Opel setzt sein Aggregat effektiver ein. Er sprintet flinker, zieht spürbar besser durch, läuft kultivierter und hängt spritziger am Gas. Der 1.0 im Up vibriert unter Last und bei höheren Touren, zieht eher gemächlich los und tut sich schwer, im letzten Gang Tempo zuzulegen. Die deutlich längere Übersetzung wirft ihm ordentlich Sand ins Elastizitäts-Getriebe. In Zahlen: Während der Karl von 80 auf 120 km/h in rund 23 Sekunden zieht, braucht der Up 13 Sekunden länger. Das zieht sich. Dafür spricht die Federung des Cross Up feiner an als beim Opel.
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Für beide gilt dabei: Der Komfort ist insgesamt sehr ordentlich, das Geräuschverhalten passabel, und die Sitze beider Mikro-SUV sind absolut fernreisetauglich – mit leichtem Vorteil für den VW. Hier fällt die Polsterung hochwertiger aus, strammere Wangen bieten zusätzlichen Halt. Schade, dass der Cross Up nur Ausstellfenster hinten hat – da wirken die echten Kurbelfenster im Fond des Opel erwachsener.

An der Kasse kostet der Rocks weniger Steine

Der Blitz ist billiger: Im Testwagen-Trimm kostet der Karl Rocks knapp 1000 Euro weniger als der Cross Up.

Außerdem stehen im Karl fünf Sitzplätze zur Verfügung, im VW nur vier. Zum Ausgleich schickt der Up den variableren Kofferraum ins Rennen. Der Vollständigkeit halber: Wache ESP-Einstellungen und griffige Reifen halten die beiden Kleinen selbst bei sportlicher Fahrweise noch sauber in der Spur. Die Lenkung des Up arbeitet jedoch feinfühliger, und seine Bremsen wirken (auch objektiv) einen Zahn bissiger. Mehr Fahrqualität also bei VW – jedoch zu einem höheren Preis. 14.250 Euro sind für den Cross Up fällig, Opel verkauft den Karl Rocks für 12.600 Euro. In beiden Testwagen kommt allerdings Zusatzausstattung zum Einsatz, die den Opel teurer macht, aber moderner dastehen lässt. So bietet zum Beispiel das Multimediasystem im Karl umfangreichere Funktionen (Apps, WLAN, Apple CarPlay und Android Auto), gleichzeitig sichern zusätzliche Kopfairbags die Gäste im Falle eines Unfalls besser ab. Man weiß ja schließlich nie – falls die beiden mal im Sandkasten aneinandergeraten.
Fahrzeugdaten Opel VW
Modell Karl 1.0 Rocks Cross Up BlueMotion Technology
Motor Dreizylinder Dreizylinder
Einbaulage vorn quer vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Kette Zahnriemen
Hubraum 999 cm³ 999 cm³
kW (PS) bei 1/min 55 (75)/6500 55 (75)/6200
Nm bei 1/min 95/4500 95/3000
Vmax 168 km/h 167 km/h
Getriebe Fünfgang manuell Fünfgang manuell
Antrieb Vorderradantrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Trommel Scheiben/Trommel
Testwagenbereifung 185/55 R 15 H 185/50 R 16 H
Reifentyp Continental EcoContact 5 Bridgestone Turanza T001
Radgröße 6 x 15" 6 x 16"
Abgas CO2 106 g/km 109 g/km
Verbrauch* 5,6/4,2/4,7 l 5,8/4,1/4,7 l
Testverbrauch
Sportverbrauch** 6,8 l/100 km 6,4 l/100 km
Testrunde*** 5,6 l/100 km 5,3 l/100 km
Sparverbrauch**** 5,0 l/100 km 4,6 l l/100 km
Tankinhalt 32 l/Super 35 l/Super
Kältemittel R1234yf R1234yf
Vorbeifahrgeräusch 71 dB(A) 69 dB(A)
Kofferraumvolumen 206–1013 l 251–959 l
Länge/Breite/Höhe 3674/1698–1876/1495 mm 3563/1649–1910/1516 mm
Testwagenpreis 13.690 Euro 14.550 Euro
* innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km (Herstellerangabe); ** 54 km Autobahn, davon 20 km Vollgas; *** Durchschnitt der 155-km-Testrunde von AUTO BILD; **** 101 km Stadt und Land mit wenig Gas
Messwerte Opel VW
Beschleunigung
0–50 km/h 3,9 s 5,2 s
0–100 km/h 13,1 s 14,7 s
0–130 km/h 23,3 s 27,1 s
Elastizität
60–100 km/h (4./5. Gang) 13,4/20,0 s 20,1/31,2 s
80–120 km/h (5. Gang) 23,5 s 36,4 s
Leergewicht/Zuladung 939/414 kg 967/363 kg
Gewichtsverteilung v./h. 63/37 % 60/40 %
Wendekreis links/rechts 10,5/10,7 m 10,1/10,1 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 38,2 m 36,5 m
aus 100 km/h warm 36,8 m 36,2 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 59 dB(A) 60 dB(A)
bei 100 km/h 68 dB(A) 69 dB(A)
bei 130 km/h 73 dB(A) 73 dB(A)
Testverbrauch – CO2 5,6 l – 133 g/km 5,3 l – 125 g/km
Reichweite 570 km 660 km

Jan Horn

Jan Horn

Fazit

Der Opel ist nicht nur dank seiner frechen Kriegsbemalung ein sympathisches Auto. Der robust anmutende Kleine meistert den Alltag sehr ordentlich, schnurrt flüssig und problemlos sowie sparsam durch die Gegend. Dem noch genügsameren Up stünden bessere Fahrleistungen und modernere Multimediatechnik gut.

Stichworte:

SUV

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