Opel Insignia (Facelift): IAA 2013

Opel: Kompensation für Einsparungen

— 03.02.2014

Längerer Kündigungsschutz bei Opel

Im Opel-Werk Bochum gehen die Lichter aus, in anderen Werken verzichten Arbeiter auf Lohn. GM honoriert die Einsparungen – und verlängert den Kündigungsschutz in deutschen Opel-Fabriken bis 2018.

(dpa) Nach vielen Nackenschlägen endlich eine gute Nachricht für die leidgeprüften Opel-Mitarbeiter in Deutschland: Der Autobauer hat den Kündigungsschutz für seine Mitarbeiter in den Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach um zwei Jahre bis Ende 2018 verlängert. Management und Betriebsrat hätten den Tarifvertrag jetzt entsprechend ergänzt, so Opel. Auch die Auslastung der Werke wurde festgeschrieben. In der Vereinbarung wird dem Werk Eisenach der Bau der nächsten Generation der Modelle Adam und Corsa zugesichert.

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Thüringens Landesregierung hatte immer wieder auf Standortgarantien für das Eisenacher Werk gepocht, das mit knapp 1600 Beschäftigten zu den wichtigen Industriearbeitgebern im Freistaat gehört. Seit 2013 werden in Eisenach zwei Modelle gebaut – neben dem Corsa auch das kleine Stadtauto Adam. Opels jüngstes deutsches Werk kann damit auch mit weiteren Investitionen rechnen, die für die Produktion neuer Modelle üblich sind. Investitionen für den Stadtflitzer Adam hatte Thüringen mit Zuschüssen gefördert.
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"Dies ist ein sehr wichtiges und sehr gutes Signal für die Menschen und die Marke", sagte IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsratsmitglied Armin Schild. Er werde diesen Tarifvertrag in den nächsten Tagen unterzeichnen. Personalvorstand Ulrich Schumacher sprach von einem wichtigen Schritt der Zukunftssicherung für das Unternehmen, der Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug von notwendiger Sicherheit für die Mitarbeiter. Laut der Vereinbarung soll Kaiserslautern in der Komponentenfertigung ein "zusätzliches Standbein" erhalten. Bis spätestens Ende des Jahres will sich Opel auch für ein weiteres Modell entscheiden, das im Stammwerk Rüsselsheim gebaut wird. Bereits am Montag vergangener Woche hatte die neue Chefin der Opel-Mutter General Motors (GM), Mary Barra, auf ihrem ersten Auslandsbesuch in neuer Funktion ein weiteres Modell für das Opel-Stammwerk angekündigt und gleichzeitig neue Investitionen versprochen. Derzeit läuft in Rüsselsheim das Flaggschiff Insignia vom Band, vom kommenden Jahr an wird auch der Familienwagen Zafira in Rüsselsheim gebaut.

Kompensation für Jobverlust und Lohnverzicht

Der verlängerte Kündigungsschutz darf als Kompensation des Unternehmens für die Beschäftigten verstanden werden. Diese hatten in den vergangenen Jahren das Überleben des kriselnden Autobauers mit Lohneinbußen und Stellenstreichungen mitgesichert. Allein 2013 sank die Zahl der Mitarbeiter in Europa von 37.100 auf 35.400, in Deutschland von 19.800 auf 19.400. Mit dem Aus der Autofertigung in Bochum zum Jahresende werden Anfang 2015 noch deutlich weniger Menschen in Deutschland für Opel arbeiten. An dem Standort bleibt lediglich ein Warenverteilzentrum.

Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen, konnte die Verluste zuletzt aber eindämmen. Zudem verkaufte Opel im vergangenen Jahr in einem schrumpfenden Markt genauso viele Fahrzeuge wie im Vorjahr - und konnte damit 2013 erstmals seit 14 Jahren seinen Marktanteil erhöhen. Spätestens 2016 soll Opel den Planungen zufolge die Gewinnschwelle erreichen.

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